Verbotene Fußballstars: Ksa rügt Betcity und TOTO Winkel wegen WM-Werbung
KI-GENERIERTDie niederländische Glücksspielbehörde Ksa warnt zwei große Anbieter vor illegaler Nutzung von Fußball-Vorbildern wie Mbappé in der Werbung.
Die niederländische Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit (Ksa) greift hart durch, wenn es um den Schutz junger und gefährdeter Menschen geht. In einer aktuellen Entscheidung wurden die Anbieter Betcity und TOTO Winkel förmlich ermahnt, weil sie in ihrer Marketingstrategie während der Weltmeisterschaft 2026 die Grenzen des Erlaubten überschritten haben. Das Problem war dabei nicht die direkte Abbildung von Sportlern, sondern die geschickte Kombination von Merkmalen, die im Kopf der Kunden eine klare Verbindung zu Fußballstars herstellten.
Besonders auffällig war, dass die Marketingabteilungen offenbar versuchten, das strikte Verbot von Vorbildern (Role Models) in der Werbung zu umgehen. In den Niederlanden ist es seit geraumer Zeit untersagt, Prominente, Influencer oder Profisportler für die Vermarktung von Online-Glücksspiel einzusetzen. Die Ksa stellte jedoch fest, dass die bloße Nennung von Namen in Verbindung mit Rückennummern und Nationaltrikots bereits ausreicht, um gegen diese Schutzvorschriften zu verstoßen.
Zahlen und Fakten
Im Fokus der Ermittlungen standen konkrete Werbemittel, die bei Betcity und in den Supermarkt-Filialen von TOTO Winkel auftauchten. Betcity präsentierte Wettoptionen direkt neben Abbildungen von Nationaltrikots, die mit den Namen und Nummern bekannter Spieler wie Mbappé und Olise versehen waren. TOTO Winkel, der landbasierte Zweig des niederländischen Lotterie- und Wettanbieters, ging sogar noch einen Schritt weiter. In einem Supermarkt wurde ein Plakat entdeckt, das mit dem Text wirbte: „MBAPPÉ HATTRICK? WIN €100.- PLAY HERE“. Dazu wurde ein blaues Trikot mit der entsprechenden Nummer des französischen Stürmers abgebildet.
Die Behörde wertete dies als eindeutigen Verstoß, da die Kombination dieser Elemente eine unzulässige Assoziation mit den Profisportlern erzeugt. Die Ksa betonte, dass der Schutz von Minderjährigen und Spielern mit problematischem Spielverhalten oberste Priorität hat. Werbemaßnahmen, die die Strahlkraft von Idolen nutzen, seien ein gefährlicher Anreiz, der durch die Regulierung unterbunden werden müsse.
„Die Ksa überwacht die Einhaltung des Marktes weiterhin aktiv und ergreift rasche Durchsetzungsmaßnahmen, wann immer Lizenzinhaber gegen diese Werbebeschränkungen verstoßen.“ - Sprecher der Kansspelautoriteit (Ksa)
Hintergrund
Die Niederlande haben eines der strengsten Werbesysteme in Europa implementiert. Das Verbot von Vorbildern umfasst nicht nur aktive Athleten, sondern auch ehemalige Profisportler und Personen mit öffentlicher Bekanntheit. In diesem speziellen Fall hatten die Anbieter versucht, die visuelle Identität der Spieler zu nutzen, ohne deren Gesichter zu zeigen. Die Ksa machte jedoch deutlich, dass die Gesamtwirkung auf den Verbraucher entscheidend ist. Sobald eine Person des öffentlichen Lebens durch spezifische Merkmale wie Name und Trikotnummer zweifelsfrei identifizierbar ist, gilt das Werbeverbot als verletzt. Nach der Intervention der Behörde wurden die fraglichen Werbemittel umgehend entfernt. TOTO Winkel zog zudem bereits geplante, aber noch nicht veröffentlichte Kampagnen vorsorglich zurück.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist diese Entwicklung von großer Bedeutung, da der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) in Deutschland sehr ähnliche Schutzziele verfolgt. Auch hierzulande achtet die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) streng darauf, dass Werbung nicht irreführend ist oder sich gezielt an Minderjährige richtet. Zwar ist die Nutzung von Sportlern in der deutschen TV-Werbung unter bestimmten Voraussetzungen noch sichtbar, doch die strengen Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin an Slots und das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System zeigen, dass der Spielerschutz im Zentrum steht.
Wer in Deutschland bei einem Anbieter aus der offiziellen GGL-Whitelist spielt, kann sich darauf verlassen, dass rechtliche Verstöße wie in den Niederlanden auch hier konsequent verfolgt würden. Deutsche Spieler sollten illegale Angebote ohne Lizenz aus Malta oder Curacao meiden, da diese sich oft nicht an solche Werbebeschränkungen halten und keinen Zugang zu Sperrsystemen wie OASIS bieten. Der Fall Mbappé zeigt, dass regulierte Märkte in Europa immer enger zusammenrücken, wenn es um ethisches Marketing geht.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz müssen ihre Marketingstrategien genau prüfen. Die Entscheidung der Ksa könnte als Blaupause für die GGL dienen, falls Anbieter versuchen, durch „versteckte“ Testimonials die hiesigen Regeln zu dehnen. Da die deutsche Aufsichtsbehörde bereits mehrfach gegen illegales Streamer-Marketing und Affiliate-Verstöße vorgegangen ist, ist die Sensibilität für dieses Thema hoch. Lizenzierte Betreiber müssen sicherstellen, dass ihre Kampagnen nicht nur rechtlich sauber, sondern auch moralisch verantwortungsbewusst gestaltet sind, um den Erhalt ihrer deutschen Konzession nicht zu gefährden.
Häufige Fragen
Welche Spieler wurden in der Werbung illegal verwendet?
Die Anbieter nutzten Namen und Trikotnummern von Kylian Mbappé und Michael Olise. Obwohl keine Fotos der Spieler zu sehen waren, wertete die Ksa die Kombination aus Namen und Nationalfarben als klaren Verstoß gegen das Werbeverbot.
Warum hat die Ksa Betcity und TOTO Winkel gewarnt?
Die Behörde sah in der Verwendung von Fußballer-Identitäten eine unzulässige Beeinflussung von jungen und gefährdeten Personen. Das Ziel ist es, die emotionale Bindung an Sportstars nicht für Glücksspielanreize auszunutzen.
Mussten die Anbieter eine Geldstrafe zahlen?
In diesem ersten Schritt der Warnung wurden keine finanziellen Sanktionen genannt. Beide Betreiber reagierten sofort, entfernten die Werbung und stoppten weitere geplante Kampagnen, um härteren Strafen zu entgehen.
Darf in Deutschland mit Fußballstars geworben werden?
In Deutschland regelt der GlüStV 2021 die Werbung sehr streng, wobei vor allem der Jugendschutz im Fokus steht. Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern der GGL-Whitelist spielen, da dort Limits von 1 Euro pro Spin und monatliche 1.000 Euro Einzahlungsgrenzen den Schutz garantieren.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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