Stopp-Briefe in Missouri: Generalstaatsanwältin geht gegen Prognosemärkte vor
KI-GENERIERTMissouri Attorney General Catherine Hanaway geht massiv gegen sechs Plattformen vor. Der Vorwurf lautet illegales Sportwetten-Angebot ohne Lizenz und mangelhafter Jugendschutz.
In den Vereinigten Staaten verschärft sich der Ton gegenüber sogenannten Prognosemärkten. Catherine Hanaway, die oberste Gesetzeshüterin im Bundesstaat Missouri, hat eine klare Botschaft an Unternehmen gesendet, die Wetten auf Sportereignisse als Finanzkontrakte tarnen. Sie wirft Plattformen wie Polymarket, Kalshi, Crypto.com, Novig, Underdog und Robinhood vor, illegale Sportwetten zu ermöglichen. Der Vorwurf wiegt schwer, da in Missouri seit dem 1. Dezember 2025 ein streng regulierter Markt für Sportwetten existiert, der durch das Volk per Verfassungszusatz 2 im Jahr 2024 legitimiert wurde. Die betroffenen Firmen agieren jedoch außerhalb dieses Systems.
Besonders kritisch wird die Verfügbarkeit dieser Apps für junge Menschen unter 21 Jahren gesehen. Suchtexperten weisen darauf hin, dass die ständige Erreichbarkeit über das Smartphone eine enorme Gefahr darstellt. Die psychologische Wirkung dieser Angebote sei nicht zu unterschätzen, da sie schnelle Belohnungsmechanismen im Gehirn auslösen. Hanaway fordert nun, dass diese Unternehmen unverzüglich den Betrieb für Einwohner von Missouri einstellen, bis sie eine offizielle Lizenz der Missouri Gaming Commission besitzen. Die Firmen argumentieren hingegen, sie stünden unter der Aufsicht der CFTC, einer Bundesbehörde für Rohstoff- und Terminhandel, und seien somit von einzelstaatlichen Glücksspielgesetzen befreit.
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftliche Komponente dieses Streits ist beträchtlich. Seit dem Start des legalen Marktes im Dezember 2025 hat Missouri bereits Steuern in Höhe von 11,8 Millionen US-Dollar aus Sportwetten eingenommen. Auf diese Einnahmen wird eine Steuer von 10 Prozent auf die Bruttoeinnahmen erhoben. Prognosemärkte zahlen diese Abgabe derzeit nicht, da sie sich nicht als Wettanbieter definieren. Die Generalstaatsanwältin macht deutlich, dass die Wähler in Missouri für einen Markt gestimmt haben, der die öffentliche Bildung unterstützt und Programme gegen Spielsucht finanziert.
„Die Einwohner von Missouri haben für einen sicheren, gut regulierten Sportwettenmarkt gestimmt, der die öffentliche Bildung unterstützt und Spielsucht bekämpft. Unternehmen können Sportwetten nicht als Ereignisverträge neu verpacken, um das Gesetz von Missouri zu umgehen. Wir werden die von den Wählern verabschiedeten Regeln durchsetzen und die Verbraucher schützen.“ - Catherine Hanaway, Attorney General von Missouri
Taylor Brown vom Midwest Recovery Centers beobachtet die Folgen der leichten Verfügbarkeit täglich. Er warnt, dass junge Menschen besonders anfällig seien, da sie diese Plattformen als normal ansehen. Die Aufmerksamkeit der Nutzer sei zur Ware geworden, während die Plattformen gleichzeitig Werbung an Dritte verkaufen.
Hintergrund
Der Konflikt in Missouri ist Teil einer größeren nationalen Auseinandersetzung. In Michigan erwirkte die dortige Generalstaatsanwältin Dana Nessel bereits eine einstweilige Verfügung gegen Kalshi, um den Zugriff per Geofencing einzuschränken. Auch in Nevada entschied ein Berufungsgericht im August, dass Sport-Ereignisverträge wahrscheinlich als Sportwetten einzustufen sind. Washington und Massachusetts haben ähnliche Einschränkungen vorgenommen. Die Betreiber der Prognosemärkte wehren sich vehement gegen diesen Flickenteppich an Regeln und pochen auf einen einheitlichen Bundesrahmen.
Die Firmen behaupten, ihre Produkte seien sogenannte Swaps oder Derivate, die unter den Commodity Exchange Act fallen. Hanaway widerspricht dem und stützt sich auf Urteile von Bundesgerichten, nach denen Online-Sportwettenplattformen den Glücksspielgesetzen der Bundesstaaten unterliegen. Ein Robinhood-Sprecher betonte jedoch, dass ihre Verträge durch die Tochtergesellschaft Robinhood Derivatives, LLC, einer bei der CFTC registrierten Einheit, angeboten werden. Dies erlaube Kunden den Zugang zu Prognosemärkten auf eine sichere und konforme Weise.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation in den USA ein warnendes Beispiel. In Deutschland ist der Markt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reglementiert. Wer hierzulande Sportwetten oder Online-Slots anbietet, muss auf der sogenannten Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Ähnlich wie in Missouri wird in Deutschland großer Wert auf den Jugendschutz und die Suchtprävention gelegt.
Spieler in Deutschland profitieren von Mechanismen wie LUGAS, einer zentralen Datenbank zur Überwachung der monatlichen Einzahlungslimits, die in der Regel bei 1.000 Euro liegen. Zudem gibt es das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen. Prognosemärkte, die als Finanzprodukte getarnt sind, könnten versuchen, diese strengen deutschen Regeln zu umgehen. Deutsche Nutzer sollten jedoch äußerst vorsichtig sein, da Angebote ohne GGL-Lizenz keine rechtliche Absicherung bieten und oft keine adäquaten Spielerschutzmaßnahmen implementieren.
Was das für GGL-Casinos heißt
Zugelassene Anbieter in Deutschland müssen sicherstellen, dass ihre Angebote klar als Glücksspiel erkennbar sind und alle steuerlichen sowie regulatorischen Pflichten erfüllen. Der Fall in Missouri zeigt, dass Behörden weltweit zunehmend sensibel auf Umgehungsversuche reagieren. GGL-lizenzierte Casinos müssen weiterhin strenge Altersverifizierungen durchführen und sicherstellen, dass Minderjährige keinen Zugriff auf ihre Plattformen haben. Die Debatte um Prognosemärkte könnte dazu führen, dass auch die deutsche GGL ihre Aufsicht auf hybride Produkte ausweitet, die Elemente von Finanzhandel und Wette mischen. Transparenz und die strikte Einhaltung des GlüStV 2021 bleiben die einzige Basis für einen legalen Betrieb in Deutschland.
Häufige Fragen
Welche Firmen wurden von der Generalstaatsanwältin in Missouri abgemahnt?
Die Abmahnungen gingen an insgesamt sechs Unternehmen, namentlich Polymarket, Kalshi, Crypto.com, Novig, Underdog und Robinhood. Ihnen wird vorgeworfen, illegale Sportwetten ohne die notwendige Lizenz der staatlichen Glücksspielkommission anzubieten.
Warum gelten Prognosemärkte in Missouri als illegales Glücksspiel?
Die Generalstaatsanwältin argumentiert, dass die sogenannten Ereignisverträge funktional identisch mit Sportwetten sind, die in Missouri streng reguliert und besteuert werden müssen. Da die Anbieter keine Lizenz besitzen und keine Abgaben zahlen, verstoßen sie gegen das geltende Landesrecht.
Wie viel Steuern nimmt Missouri durch legales Glücksspiel ein?
In den ersten acht Monaten nach dem Start des legalen Marktes am 1. Dezember 2025 sammelte der Bundesstaat bereits 11,8 Millionen US-Dollar an Steuern ein. Diese Gelder fließen unter anderem in die öffentliche Bildung und in Programme zur Bekämpfung von Spielsucht.
Sind diese Plattformen auch für deutsche Spieler legal nutzbar?
In Deutschland dürfen nur Anbieter genutzt werden, die eine offizielle Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen. Plattformen, die als Prognosemärkte agieren, aber faktisch Wetten anbieten, verstoßen ohne diese Lizenz gegen den Glücksspielstaatsvertrag 2021 und bieten keinen Schutz durch LUGAS oder OASIS.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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