Gen Z treibt Online-Glücksspiel und Prognosemärkte massiv voran
KI-GENERIERTEin neuer Bericht zeigt, dass die Gen Z fast zwei Drittel der Transaktionen auf Prognosemärkten wie Kalshi tätigt. In den USA wächst das Online-Segment deutlich schneller als erwartet.
Die digitale Glücksspielwelt verändert sich rasant, und eine neue Generation übernimmt das Ruder. Aktuelle Daten des Zahlungsdienstleisters Velera zeigen einen deutlichen Trend bei den Transaktionen von Kreditgenossenschaften. Insbesondere die Generation Z, also junge Erwachsene, treibt das Wachstum bei Online-Wetten und sogenannten Prognosemärkten voran. Diese Entwicklung findet viel schneller statt, als viele Finanzinstitute und Experten es prognostiziert hatten. Es ist eine Entwicklung, die zeigt, wie fließend die Grenzen zwischen Investition, Unterhaltung und Risiko für junge Menschen geworden sind.
Besonders auffällig ist die Konzentration auf Plattformen wie Kalshi, die allein 88 Prozent der Transaktionen in diesem Bereich ausmachen. Während die älteren Generationen eher zurückhaltend agieren, nutzen jüngere Nutzer ihre Debit- und Kreditkarten immer häufiger für ereignisbasierte Wetten. Diese Dynamik hat im Jahr 2026 stetig zugenommen und erreichte kurz vor sportlichen Großereignissen wie der Weltmeisterschaft neue Höchststände. Es geht hierbei nicht mehr nur um klassisches Casino-Spiel, sondern um eine neue Art des spekulativen Tradings.
Zahlen und Fakten
Der Bericht von Velera basiert auf einer gewaltigen Datenmenge von 3,8 Milliarden Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 196 Milliarden US-Dollar im Zeitraum bis zum 31. August. Ein zentrales Ergebnis ist, dass die Generation Z für fast zwei Drittel der Debit-Transaktionen auf Prognosemärkten verantwortlich ist. Interessanterweise zeigt die Gruppe der 14- bis 20-Jährigen, die als jüngere Gen Z definiert wird, das stärkste Wachstum im Jahresvergleich, obwohl sie mit durchschnittlich 40,08 US-Dollar die niedrigsten Einsätze pro Wette leisten.
Zusätzliche Daten der Nationalen Umfrage des NCPG belegen, dass das Risiko bereits früh beginnt. Etwa 65 Prozent der über 21-jährigen US-Bürger gaben an, bereits vor ihrem 21. Geburtstag an Glücksspielen teilgenommen zu haben. Davon spielten 40 Prozent Lotto, während 21 Prozent bereits Erfahrungen mit Online-Casinos sammelten. Die Sorge in der Bevölkerung wächst: 79 Prozent der Amerikaner halten Spielsucht für genauso gefährlich oder gefährlicher als Drogen- oder Alkoholsucht.
Hintergrund
Die rechtliche Einordnung von Prognosemärkten bleibt ein Streitpunkt. Viele staatliche Behörden werfen Plattformen wie Kalshi oder Polymarket vor, bestehende Glücksspielgesetze, Steuerpflichten und Werbevorschriften gezielt zu umgehen. Für die Finanzinstitute bedeutet dies ein erhöhtes Risiko. Karen Postma von Velera warnt vor den Folgen dieser Entwicklung für die Sicherheit der Kunden und die Stabilität der Bankensysteme.
„Die Konzentration der Aktivitäten auf Prognosemärkten in der Generation Z schafft in Kombination mit der sich entwickelnden Regulierung und dem Potenzial für Marktmanipulation neue Aspekte für die Betrugsprävention, die Aufklärung der Mitglieder und das finanzielle Wohlergehen." - Karen Postma, Senior Vice President für Risikolösungen bei Velera
Parallel dazu zeigen Studien der Fairleigh Dickinson University (FDU), dass Online-Wetten besonders bei jungen Männern zu Problemen führen. Zehn Prozent der Männer zwischen 18 und 30 Jahren zeigen demnach Anzeichen für problematisches Glücksspielverhalten. Bei denjenigen, die speziell auf Online-Slots setzen, weisen sogar 81 Prozent mindestens ein problematisches Verhaltensmerkmal auf.
Was heißt das für deutsche Spieler?
In Deutschland ist die Lage durch den Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) strikt geregelt, was einen klaren Kontrast zu den oft unregulierten US-Prognosemärkten darstellt. Deutsche Spieler, die bei Anbietern auf der offiziellen GGL-Whitelist registriert sind, genießen einen hohen Schutz. Dazu gehört das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das LUGAS-System überwacht wird. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots dient dazu, exzessives Spielverhalten, wie es die US-Daten für junge Männer beschreiben, zu verhindern.
Die Trends aus den USA zeigen jedoch, dass auch hierzulande die Wachsamkeit gegenüber Produkten, die wie Finanzinstrumente aussehen, aber wie Glücksspiel funktionieren, steigen muss. In Deutschland sind solche Wetten auf Ereignisse außerhalb des Sports streng reguliert oder oft gar nicht zulässig. Wer sicher spielen will, sollte Plattformen mit der Endung .de und dem Siegel der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) wählen, da nur dort die strengen deutschen Spielerschutzregeln greifen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für lizenzierte Casinos in Deutschland bedeutet der internationale Trend zur Gen Z, dass Marketing und Spielerschutz noch enger verzahnt werden müssen. Da jüngere Zielgruppen offenbar anfälliger für die Gamifizierung von Risiken sind, bleibt die Identitätsprüfung (KYC) und der Anschluss an die Sperrdatei OASIS essenziell. Deutsche Betreiber müssen sicherstellen, dass ihre Angebote nicht durch aggressive Werbung auf sozialen Medien junge Menschen zu riskantem Verhalten verleiten. Der Bericht verdeutlicht, dass Prävention bereits vor dem rechtlichen Eintrittsalter ansetzen muss, um langfristige Schäden zu vermeiden.
Häufige Fragen
Wie viel geben junge Menschen durchschnittlich für Online-Wetten aus?
Laut dem Velera-Bericht liegt der durchschnittliche Wetteinsatz bei der jüngeren Generation Z (14 bis 20 Jahre) bei etwa 40,08 US-Dollar. Trotz der geringeren Beträge im Vergleich zu älteren Gruppen verzeichnet dieses Segment das stärkste Wachstum im Jahresvergleich.
Welche Plattformen dominieren den Markt für Prognosemärkte?
Die Daten zeigen, dass die Plattform Kalshi eine marktbeherrschende Stellung einnimmt. Sie ist für rund 88 Prozent aller Debit-Transaktionen in diesem spezifischen Sektor verantwortlich.
Wie hoch ist das Risiko für Spielsucht bei jungen Männern?
Eine Untersuchung der Fairleigh Dickinson University ergab, dass zehn Prozent der Männer zwischen 18 und 30 Jahren Anzeichen für problematisches Glücksspiel zeigen. Bei Nutzern von Online-Spielautomaten berichten sogar 81 Prozent über mindestens ein problematisches Verhalten.
Warum stehen Prognosemärkte in der Kritik?
Regulierungsbehörden bemängeln, dass Plattformen wie Kalshi und Polymarket oft versuchen, staatliche Glücksspielgesetze und Steuerpflichten zu umgehen. Zudem besteht die Sorge vor Marktmanipulation bei ereignisbasierten Wetten.
Sind solche Prognosemärkte in Deutschland erlaubt?
In Deutschland ist das Angebot von Online-Glücksspiel streng durch den GlüStV 2021 reglementiert und erfordert eine GGL-Lizenz. Viele der in den USA populären Prognosemärkte entsprechen nicht den deutschen Standards für Sportwetten oder Lotterien und sind daher hierzulande oft nicht legal zugänglich.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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