Glücksspiel in Texas: Fertitta-Experte sieht keine Legalisierung vor dem Jahr 2032
KI-GENERIERTSteven Scheinthal von Fertitta Entertainment dämpft Hoffnungen auf US-Marktöffnungen und erwartet eine Grundsatzentscheidung des Supreme Court gegen Prognosemärkte.
Die Hoffnungen auf eine baldige Öffnung des riesigen Marktes in Texas haben einen herben Dämpfer erhalten. Steven Scheinthal, Chefjurist und stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Fertitta Entertainment, äußerte sich am vergangenen Donnerstag vor der Nevada Gaming Commission äußerst skeptisch. Während sich das Unternehmen für Lizenzen als Vorstandsmitglied bewarb, nutzte Scheinthal die Gelegenheit für eine gewichtige politische Einschätzung der Lage im Lone Star State. Trotz massiver Versuche von Schwergewichten wie Las Vegas Sands, die Gesetzgebung in Austin zu beeinflussen, bleibt die Front der Gegner stabil.
Texas gilt als einer der begehrtesten, aber auch schwierigsten Märkte für Online-Glücksspiel und stationäre Casinos weltweit. Scheinthal machte deutlich, dass die derzeitige politische Konstellation keine Spielräume für eine Kehrtwende lässt. Er blickte dabei weit in die Zukunft und nannte konkrete Wahlzyklen als Barrieren für eine mögliche Legalisierung. Ohne einen radikalen Wandel in der politischen Führung bleibt der Status quo für Betreiber und Spieler zementiert.
Zahlen und Fakten
Im Zentrum der finanziellen Verflechtungen steht Tilman Fertitta, dessen Unternehmen etwa 2% der Anteile am Sportwetten-Riesen DraftKings hält. Interessant ist hierbei die klare Trennung der Geschäftsfelder. Die NBA stellte unmissverständlich klar, dass Fertitta kein Vorstandsmitglied bei DraftKings werden darf, da sonst das von ihm besessene Team, die Houston Rockets, aus der Wett-App entfernt werden müsste. Scheinthal betonte, dass Fertitta ein reiner Investor ohne operative Kontrolle ist, vergleichbar mit jedem anderen Aktionär.
Bezüglich der Zeitpläne in Texas zeichnete der Jurist ein düsteres Bild für die Branche:
„Basierend auf der aktuellen Landespolitik kann ich mir nicht vorstellen, dass Glücksspiel nach Texas kommt. Die Dinge könnten sich ändern, aber wenn die Politik im Jahr 2028 dieselbe bleibt, wird sich in Texas bis 2032 nichts ändern.“ - Steven Scheinthal, General Counsel bei Fertitta Entertainment
Diese Einschätzung basiert auf der Beobachtung der Texas Legislature, die bisher alle Versuche einer Legalisierung im Keim erstickt hat. Die konservative Haltung im Bundesstaat scheint tiefer verwurzelt zu sein, als es viele Marktanalysten wahrhaben wollen.
Hintergrund
Ein weiteres kritisches Thema sind die sogenannten Prognosemärkte. Plattformen, die Wetten auf politische Ereignisse oder Wirtschaftsdaten anbieten, nutzen derzeit eine rechtliche Grauzone. Sie agieren unter der Schirmherrschaft der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) und umgehen so die strengen Glücksspielgesetze der Einzelstaaten. Nevada und andere US-Staaten befinden sich deshalb in juristischen Auseinandersetzungen mit diesen Anbietern. Scheinthal vermutet, dass dieser Streit letztlich vor dem Supreme Court der USA landen wird.
Er zieht Parallelen zur bisherigen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs, die häufig die Rechte der Einzelstaaten gestärkt hat. Sollte der Supreme Court entscheiden, dass die Staaten selbst über Prognosemärkte bestimmen dürfen, wäre das Schlupfloch über die CFTC Geschichte. Scheinthal erwähnte zudem einen prominenten Investor, der bereits 2008 Milliarden durch Wetten gegen den Immobilienmarkt verdiente und nun in FanDül sowie DraftKings investiert. Dieser gehe fest davon aus, dass der Supreme Court die Prognosemärkte zugunsten der klassischen staatlichen Regulierung einschränken wird.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler zeigt die Situation in Texas, wie wichtig eine klare, bundesweite Regulierung ist. Während Texas im Chaos zwischen Verboten und illegalen Graumärkten verharrt, bietet der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) einen sicheren Rahmen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt eine Whitelist, die Transparenz schafft. In Texas gibt es keine vergleichbaren Schutzmechanismen wie das LUGAS-System, das in Deutschland das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat überwacht. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automatenspielen ist ein spezifisch deutsches Sicherheitsmerkmal, das in den USA völlig unbekannt ist. Deutsche Nutzer sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern mit GGL-Lizenz zu spielen, da nur dort die strengen Regeln zum Spielerschutz und zur Suchtprävention greifen. Die US-Debatte verdeutlicht, dass selbst große Märkte ohne staatliche Kontrolle instabil bleiben.
Was das für GGL-Casinos heißt
Lizensierte Betreiber in Deutschland können aus der Texas-Debatte lernen, dass Rechtssicherheit ein wertvolles Gut ist. Während US-Unternehmen Millionen in Lobby-Arbeit investieren, um überhaupt einen legalen Zugang zu erhalten, haben GGL-lizenzierte Casinos bereits einen klaren Marktzugang. Der Trend zur Stärkung der Rechte von Einzelstaaten in den USA spiegelt den europäischen Ansatz wider, bei dem jeder Staat eigene Schutzregeln festlegt. Anbieter, die sich an die Whitelist halten und die Auflagen zur IT-Sicherheit sowie zum Jugendschutz erfüllen, sind langfristig besser aufgestellt als Firmen, die auf Graumarkt-Lösungen setzen. Der Kampf gegen illegale Prognosemärkte in den USA zeigt zudem, dass Aufsichtsbehörden weltweit härter gegen Anbieter vorgehen, die sich einer staatlichen Aufsicht entziehen wollen.
Häufige Fragen
Wann könnte Glücksspiel in Texas legalisiert werden?
Steven Scheinthal von Fertitta Entertainment hält eine Legalisierung in Texas vor 2032 für unwahrscheinlich. Er begründet dies mit der aktuellen politischen Konstellation, die keine Spielräume für eine Kehrtwende lasse. Ohne einen radikalen Wandel in der politischen Führung bleibt der Status quo für Betreiber und Spieler bestehen.
Welche Rolle spielt Tilman Fertitta im Zusammenhang mit Sportwetten?
Tilman Fertitta hält über sein Unternehmen etwa 2% der Anteile am Sportwetten-Riesen DraftKings. Die NBA hat jedoch klargestellt, dass Fertitta kein Vorstandsmitglied bei DraftKings werden darf. Er agiert als reiner Investor ohne operative Kontrolle.
Was sind Prognosemärkte und wie werden sie reguliert?
Prognosemärkte bieten Wetten auf politische oder wirtschaftliche Ereignisse an und nutzen derzeit eine rechtliche Grauzone unter der Schirmherrschaft der CFTC. Scheinthal erwartet, dass der Supreme Court entscheiden wird, dass die Staaten selbst über diese Märkte bestimmen dürfen, was das Schlupfloch schließen würde.
Wie unterscheidet sich die Glücksspielsituation in Texas von der in Deutschland?
Während Texas keine vergleichbaren Schutzmechanismen wie das deutsche LUGAS-System hat, das Einzahlungslimits überwacht, bietet der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 einen sicheren Rahmen. Deutsche Spieler sollten ausschließlich bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen, um von strengen Regeln zum Spielerschutz zu profitieren.
Welche Lehren können GGL-lizenzierte Casinos aus der Situation in Texas ziehen?
Die Rechtssicherheit, die GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland genießen, ist ein wertvolles Gut. Im Gegensatz zu US-Unternehmen, die hohe Lobbying-Kosten haben, um Zugang zu erhalten, haben GGL-lizenzierte Anbieter einen klaren Marktzugang. Die weltweite Tendenz zur Stärkung von Aufsichtsbehörden zeigt, dass Anbieter, die staatliche Aufsicht meiden wollen, zunehmend härter sanktioniert werden.
Teilen
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
Whitelist erlaubter Online-Anbieter
Redaktionsrichtlinien Lustich.de
BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Diesen Artikel in 56 Sprachen lesen
- Deutsch
- Englisch
- Portugiesisch
- Französisch
- Italienisch
- Spanisch
- Japanisch
- Polnisch
- Arabisch
- Niederländisch
- Russisch
- Türkisch
- Schwedisch
- Dänisch
- Norwegisch
- Finnisch
- Koreanisch
- Hindi
- Indonesisch
- Thailändisch
- Vietnamesisch
- Tschechisch
- Ungarisch
- Rumänisch
- Griechisch
- Ukrainisch
- Kroatisch
- Bulgarisch
- Filipino
- Slowakisch
- Serbisch
- Hebräisch
- Persisch
- Malaiisch
- Bengalisch
- Tamil
- Telugu
- Urdu
- Georgisch
- Khmer
- Albanisch
- Kasachisch
- Afrikaans
- Litauisch
- Lettisch
- Estnisch
- Slowenisch
- Usbekisch
- Suaheli
- Aserbaidschanisch
- Amharisch
- Tadschikisch
- Kirgisisch
- Singhalesisch
- Haussa
- Nepalesisch
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel
KI-GENERIERTGGPoker erhält Lizenz in Alberta und hofft auf internationale Poker-Pools
Die NSUS Group sichert sich mit GGPoker die 39. Zulassung in Alberta. Nun steht der Kampf um die geteilte Liquidität im Fokus, um den Pokermarkt zu retten.
KI-GENERIERTBritisches Glücksspiel glänzt beim Jugendschutz: BGC-Mitglieder erreichen 97 Prozent
Britische Wettbüros erzielen mit einer Erfolgsquote von 97 Prozent bei Altersprüfungen neue Bestwerte und hängen Supermärkte sowie Lieferdienste deutlich ab.
KI-GENERIERTHarte Strafe für Spielhallen: 150.000 Pfund Bußgeld wegen fehlendem Spielerschutz
Die britische Glücksspielbehörde belegt Holland Park Leisure Limited mit einer Strafe von 150.000 Pfund, da der Betreiber gegen Regeln zum Selbstausschluss verstieß.










