Glücksspiel in den USA: Umfrage zeigt massiven Rückgang bei staatlichen Lotterien
KI-GENERIERTNeue Gallup-Daten belegen einen drastischen Rückgang der US-Glücksspielbeteiligung von 64 % auf 45 % innerhalb eines Jahrzehnts.
Die US-amerikanische Glücksspiel-Landschaft durchläuft einen tiefgreifenden Wandel. Eine neue Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Gallup zeigt, dass deutlich weniger Amerikaner am Glücksspiel teilnehmen als noch vor zehn Jahren. Dieser Trend betrifft nahezu alle Segmente, von der klassischen staatlichen Lotterie bis hin zum Besuch im lokalen Casino. In einer Gesellschaft, die lange Zeit als Hochburg der Wettkultur galt, scheint sich das Verhältnis zum Risiko und zur moralischen Bewertung des Spiels grundlegend zu verändern.
Besonders auffällig ist der Einbruch bei den beliebtesten Formen des Zeitvertreibs. Während das Kaufen von Lotterielosen über Jahrzehnte hinweg die häufigste Form des Glücksspiels war, nehmen heute deutlich weniger Menschen daran teil. Die Forscher führen dies unter anderem auf veränderte Lebensumstände und eine kritischere Sichtweise in der Bevölkerung zurück. Auch traditionelle Casinobesuche haben an Anziehungskraft verloren, was durch die zunehmende Digitalisierung und den Aufstieg des Online-Glücksspiels teilweise kompensiert, aber nicht vollständig aufgefangen wird.
Zahlen und Fakten
Die aktuellen Daten basieren auf kombinierten Umfragen aus Juni und Juli 2026, für die mehr als 2.200 Erwachsene in den USA telefonisch interviewt wurden. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Anteil der US-Bürger, die angeben, im vergangenen Jahr irgendeine Form von Glücksspiel betrieben zu haben, liegt bei 45 %. Vor einem Jahrzehnt lag dieser Wert noch bei 64 %. In den Jahren 2003 und 2007 wurden ähnliche Höchstwerte wie vor zehn Jahren gemessen. Der stärkste Rückgang zeigt sich bei staatlichen Lotterielosen. Gaben zwischen 1989 und 1999 noch konstante Mehrheiten an, Lotto zu spielen, sank dieser Wert in der aktuellen Umfrage auf 31 %.
Auch der Besuch in stationären Casinos ist rückläufig. Im Jahr 2003 gaben noch 30 % der Befragten an, persönlich in einem Casino gespielt zu haben. In der aktuellen Erhebung ist dieser Wert auf 14 % zusammengeschmolzen. Ein interessanter Aspekt ist die moralische Bewertung. Im Jahr 2016 hielten noch 67 % der Amerikaner Glücksspiel für moralisch akzeptabel. Dieser Wert ist auf einen neuen Tiefstand von 57 % gefallen. Interessanterweise bleibt Online-Glücksspiel mit einer Beteiligung von 4 % stabil und ist die einzige Kategorie, die über die Zeit keinen Rückgang verzeichnete.
„Dass heute weniger Amerikaner zocken, könnte mit der sinkenden öffentlichen Akzeptanz von Glücksspiel zusammenhängen oder damit, dass man in Zeiten steigender Kosten keine finanziellen Risiken eingehen will.“ - Jeffrey M. Jones, Senior Editor bei Gallup
Hintergrund
Gallup führt diese Befragungen bereits seit 1950 durch, damals begann man mit Fragen zu Bingo-Spielen um Geld. Der Höhepunkt des Casino-Booms wurde 2003 erreicht, als sich legale Casinos in den USA massiv ausbreiteten. Der jetzige Rückgang bei den Teilnehmerzahlen steht in einem gewissen Widerspruch zu den Berichten über wachsende Umsätze der Glücksspielindustrie. Experten erklären dies damit, dass eine kleinere Gruppe von Spielern häufiger spielt oder höhere Einsätze tätigt. Zudem wird der Markt durch die Verschiebung von informellen Wetten hin zu staatlich sanktionierten, leichter messbaren Aktivitäten transparenter.
Demografisch gibt es deutliche Unterschiede. Menschen mit einem Haushaltseinkommen von über 100.000 US-Dollar neigen eher zum Glücksspiel (54 %) als Geringverdiener (40 %). Männer spielen mit 49 % häufiger als Frauen (40 %). Besonders zurückhaltend sind jüngere Frauen im Alter von 18 bis 49 Jahren, von denen nur 35 % angaben, im letzten Jahr um Geld gespielt zu haben. Die Studie stellt zudem fest, dass bei Online-Befragungen die Werte leicht höher liegen (53 % Gesamtzahl), was darauf hindeuten könnte, dass es manchen Menschen am Telefon unangenehm ist, über ihr Spielverhalten zu sprechen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Die US-Daten zeigen eine interessante Parallele zur Situation in Deutschland. Seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) gibt es auch hierzulande eine strengere Überwachung und Regulierung, um den Spielerschutz zu stärken. Während in den USA die moralische Akzeptanz sinkt, setzt Deutschland auf Prävention durch Systeme wie LUGAS. Deutsche Spieler, die in Casinos mit GGL-Lizenz aktiv sind, unterliegen einem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro und einem Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass Glücksspiel ein Hobby bleibt und keine existenziellen Probleme verursacht.
Die Entwicklung in den USA, wo nur 9 % der Erwachsenen angeben, dass Glücksspiel zu familiären Problemen geführt hat, unterstreicht die Wichtigkeit von Spielerschutz-Mechanismen. In Deutschland wird durch die zentrale Sperrdatei OASIS ein zusätzlicher Schutzriegel eingezogen. Wer sich für lizenzierte deutsche Anbieter entscheidet, profitiert von Rechtssicherheit und einem kontrollierten Umfeld, das dem Trend zu weniger riskantem Spielverhalten, wie er in den USA beobachtet wird, Rechnung trägt.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) bedeutet der Trend aus den USA eine Bestätigung ihrer Strategie. Qualität und Sicherheit stehen über der reinen Masse an Spielern. Da die moralische Akzeptanz ein fragiles Gut ist, müssen GGL-lizenzierte Casinos konsequent auf Transparenz und faire Bedingungen setzen. Im Gegensatz zu Anbietern aus Malta oder Curacao, die oft außerhalb des deutschen Rechtsrahmens agieren, bieten GGL-Casinos die Gewährleistung, dass Gewinne sicher ausgezahlt werden und der Jugendschutz oberste Priorität hat. Die US-Daten suggerieren, dass die Branche langfristig nur bestehen kann, wenn sie gesellschaftlich akzeptiert bleibt.
Häufige Fragen
Wie viele Amerikaner nehmen laut der Studie noch am Glücksspiel teil?
Aktuell geben 45 % der US-Erwachsenen an, im letzten Jahr an irgendeiner Form von Glücksspiel teilgenommen zu haben. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den 64 %, die vor zehn Jahren gemessen wurden. Vor allem Lotterien und Casinobesuche verloren massiv an Zuspruch.
Welche Rolle spielt das Online-Glücksspiel in der Statistik?
Online-Glücksspiel ist die einzige Kategorie, die keinen Rückgang verzeichnete, auch wenn sie mit 4 % Beteiligung klein bleibt. Experten vermuten, dass die Verschiebung ins Internet einer der Gründe für den Rückgang der Besuche in traditionellen Casinos vor Ort ist.
Warum sinkt die Akzeptanz für Glücksspiel in der US-Bevölkerung?
Nur noch 57 % der US-Bürger halten Glücksspiel für moralisch akzeptabel, ein Rückgang von 10 Prozentpunkten seit 2016. Mögliche Gründe sind steigende Lebenshaltungskosten, die das finanzielle Risiko weniger attraktiv machen, sowie eine veränderte gesellschaftliche Wahrnehmung.
Gibt es Unterschiede zwischen Telefon- und Online-Umfragen?
Ja, bei Online-Umfragen geben 53 % der Befragten an zu spielen, während es bei Telefoninterviews nur 45 % sind. Dies deutet darauf hin, dass Teilnehmer im Internet eher bereit sind, ehrlich über ihr Spielverhalten zu berichten als gegenüber einem menschlichen Interviewer.
Sind die Trends aus den USA auf den deutschen Markt übertragbar?
Obwohl die Märkte unterschiedlich reguliert sind, zeigt sich auch in Deutschland ein Fokus auf kontrolliertes Spielen. Durch den GlüStV 2021 und die GGL-Lizenzierung wird sichergestellt, dass Spieler durch Einzahlungslimits von 1.000 Euro und zentrale Sperrsysteme geschützt sind, was der gesellschaftlichen Forderung nach Sicherheit entspricht.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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