Neuausrichtung beim GREF: Europäische Glücksspiel-Aufsicht baut Vorstand um
KI-GENERIERTDas Gambling Regulators European Forum (GREF) ordnet seine Führungsriege neu, um den Informationsaustausch zwischen nationalen Behörden wie der GGL zu stärken. Ian Angus übernimmt die Rolle des Schatzmeisters.
In der europäischen Regulierungslandschaft weht ein frischer Wind. Das Gambling Regulators European Forum, kurz GREF, hat weitreichende Änderungen in seinem Vorstandsteam verkündet. Ziel ist es, die Kooperation und den Austausch von Best Practices zwischen den nationalen Glücksspielbehörden weiter zu vertiefen. Das Forum dient als zentrale Schnittstelle für Aufsichtsbehörden aus ganz Europa und darüber hinaus, um gemeinsame Strategien gegen illegales Glücksspiel zu entwickeln und den Spielerschutz zu harmonisieren.
Die personellen Wechsel kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der regulatorische Druck auf Online-Anbieter stetig wächst. Während sich die Branche auf neue technologische Herausforderungen einstellt, formiert sich die Aufsicht neu, um den digitalen Wandel und das Konsumverhalten der Spieler besser zu verstehen. Besonders der Abgang erfahrener Köpfe markiert das Ende einer Ära und den Beginn einer Phase, in der wissenschaftliche Expertise und operative Erfahrung enger verzahnt werden sollen.
Zahlen und Fakten
Ein zentraler Wechsel betrifft die Position des Schatzmeisters. Tim Miller, bisheriger Schatzmeister und Exekutivdirektor der britischen Gambling Commission, hat seinen Posten im GREF-Vorstand geräumt. Sein Nachfolger ist Ian Angus, der seit dem Jahr 2020 eine entscheidende Rolle in der Politikentwicklung der britischen Behörde spielt. Angus war maßgeblich am White Paper zum Gambling Act beteiligt und koordinierte Empfehlungen zu finanziellen Risikobewertungen.
Ebenfalls neu im Team ist Olivia Petit, die als Vorstandssekretärin berufen wurde. Petit ist außerordentliche Professorin an der KEDGE Business School. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Konsumverhalten in digitalen Umgebungen und den Auswirkungen neuer Technologien. Dieser wissenschaftliche Fokus soll dem GREF dabei helfen, die Mechanismen hinter dem Online-Glücksspiel besser zu durchleuchten. Jean-Michel Costes verließ das Gremium nach dem Ende seiner Tätigkeit bei der französischen Behörde Autorité Nationale des Jeux (ANJ).
„Ian Angus hat seit 2020 eine zentrale Rolle bei der Politikentwicklung gespielt, einschließlich der Arbeit am White Paper zum Gambling Act und der Umsetzung von Empfehlungen zu finanziellen Risikobewertungen.“ - Auszug aus der offiziellen Mitteilung des GREF
Hintergrund
Das GREF ist weit mehr als nur ein informeller Club. Es ist das Bindeglied, das sicherstellt, dass Regulierer nicht im Silo arbeiten. Die Zusammenarbeit umfasst die Überwachung von Betreibern und den Austausch über Aufsichtsmechanismen. Dass mit Ruth Evans erst kürzlich eine neue Vorsitzende für die britische Gambling Commission ernannt wurde, verdeutlicht den breiten Umbruch in der europäischen Aufsichtsstruktur. Andrew Rhodes, der bisherige CEO der britischen Behörde, war bereits im April ausgeschieden, was eine umfassende Neusuche nach Führungskräften auslöste.
Der Abgang von Jean-Michel Costes von der ANJ fällt zudem in eine Zeit, in der Frankreich und andere europäische Staaten die Zügel bei der Glücksspielwerbung massiv angezogen haben. Das GREF unterstützt diese Bemühungen, indem es Daten und Erfahrungen teilt, wie man den Schwarzmarkt effektiv zurückdrängt, ohne den legalen Markt zu ersticken.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland sind diese Entwicklungen auf europäischer Ebene von großer Bedeutung. Zwar ist das GREF kein Gesetzgeber, doch die hier diskutierten Standards fließen oft direkt in die Arbeit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ein. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt bereits sehr hohe Hürden für den Spielerschutz, wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten.
Wenn sich die europäischen Regulierer im GREF auf strengere Kontrollen bei der Affordability, also der finanziellen Belastbarkeit der Spieler, einigen, könnte dies auch in Deutschland zu noch präziseren Prüfmechanismen führen. Die enge Vernetzung sorgt dafür, dass Anbieter, die in einem EU-Land negativ auffallen, schneller auf dem Radar der GGL landen. Für deutsche Kunden bedeutet eine starke GREF-Präsenz letztlich mehr Sicherheit, da grenzüberschreitende Betrugsmaschen effektiver bekämpft werden können.
Was das für GGL-Casinos heißt
Anbieter mit einer deutschen GGL-Lizenz müssen sich darauf einstellen, dass die Luft für Graumarkt-Konkurrenten dünner wird. Durch den verstärkten Informationsaustausch im GREF wird es für MGA- oder Curacao-lizenzierte Anbieter schwieriger, deutsche Kunden ohne entsprechende Erlaubnis anzusprechen. Die GGL kann durch die Kooperation mit Partnern wie der ANJ oder der britischen Gambling Commission effizienter gegen Zahlungsströme (Payment Blocking) und illegale Werbung vorgehen.
Für die legalen Betreiber steigt jedoch auch der administrative Aufwand. Wenn Ian Angus als neuer GREF-Schatzmeister die britischen Erfahrungen mit finanziellen Risikochecks einbringt, könnten ähnliche Anforderungen bald verstärkt zum Standardrepertoire europäischer Lizenzen gehören. GGL-Casinos sollten daher proaktiv in ihre Compliance-Systeme investieren, um den kommenden Anforderungen an Transparenz und Spielerschutz gerecht zu werden. Die Harmonisierung der Aufsichtspraktiken führt langfristig zu einem faireren Wettbewerb, in dem sich Qualität und Spielersicherheit gegen kurzfristige Profitgier durchsetzen sollen.
Häufige Fragen
Wer ist das neue Vorstandsmitglied des GREF?
Ian Angus von der britischen Gambling Commission wurde zum neuen Schatzmeister ernannt. Er folgt auf Tim Miller, der die Behörde verlässt. Zusätzlich verstärkt Olivia Petit als Sekretärin das Team.
Was ist die Hauptaufgabe des GREF?
Das Forum fördert die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen europäischen Glücksspielregulierern. Es geht primär um die Überwachung von Betreibern und den Austausch von Best Practices.
Warum hat Jean-Michel Costes das GREF verlassen?
Sein Ausscheiden steht im Zusammenhang mit dem Ende seiner Tätigkeit bei der französischen Regulierungsbehörde Autorité Nationale des Jeux (ANJ). Sein Nachfolger bringt Expertise in den Bereichen Werbekontrolle und Spielerschutz mit.
Welche Auswirkungen haben diese Wechsel auf deutsche Spieler?
Die verstärkte europäische Kooperation führt zu einem besseren Schutz vor illegalen Anbietern. Deutsche Spieler profitieren indirekt von strengeren Standards, die über die GGL auch in Deutschland Anwendung finden können.
Ist die deutsche GGL Mitglied im GREF?
Ja, die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder nimmt aktiv am Austausch teil, um den deutschen Markt sicher zu gestalten. Dies beinhaltet die Durchsetzung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 und die Nutzung der LUGAS-Datenbank.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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