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GGL-Jahresbericht 2025: Rekordumsätze trotz verschärfter Regulierung

20. Mai 20268 Minvon Lisa Lustich
GGL-Jahresbericht 2025: Rekordumsätze trotz verschärfter Regulierung

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder veröffentlicht ihre Zahlen für 2025 – der legale Markt wächst rasant, der Schwarzmarkt schrumpft langsamer als erhofft.

Der Jahresbericht 2025 der GGL bringt überraschend positive Zahlen für den regulierten deutschen Online-Glücksspielmarkt: Der legale Online-Glücksspielmarkt in Deutschland wuchs um 18 % auf 3,2 Milliarden Euro Bruttospielertrag. Damit ist der regulierte Sektor schneller gewachsen als jedes andere europäische Marktsegment im gleichen Zeitraum. Die GGL spricht in ihrem Bericht von einem „Wendepunkt”, der die Erfolge des Glücksspielstaatsvertrags 2021 erstmals klar messbar macht.

Aufgeschlüsselt nach Segmenten dominieren die virtuellen Automatenspiele (Slots) mit einem Anteil von 67 % am Gesamtumsatz, gefolgt von Online-Sportwetten (24 %), Online-Poker (7 %) und virtuellen Tischspielen (2 %). Marktführer im Slot-Segment sind die Anbieter JackpotPiraten (Gauselmann-Gruppe), OnlineCasino DE, bwin Casino (Entain) und LeoVegas DE — gemeinsam decken diese vier Anbieter rund 45 % des regulierten deutschen Slot-Marktes ab. Tipico Games und Merkur Slots folgen mit deutlichem Abstand auf den Plätzen 5 und 6.

Allerdings ist auch klar: Der Schwarzmarkt schrumpft nur langsam. Die GGL schätzt, dass weiterhin rund 25 % aller Einsätze auf nicht-lizenzierten Plattformen platziert werden — ein Wert, der politisch zunehmend für Diskussion sorgt. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 32 %, der Rückgang ist also messbar, aber langsam. Hauptverantwortlich dafür sind nach Einschätzung der GGL einerseits die strengen LUGAS- und OASIS-Regulierungen, die manche „High-Stake-Spieler” zum Ausweichen bewegen, andererseits aber auch die fehlende konsequente Verfolgung illegaler Anbieter mit Sitz im EU-Ausland.

Aus Sicht des Spielerschutzes liefert der Bericht klare Fortschritte. Die Zahl der aktiven OASIS-Sperren stieg von 297.000 (Ende 2024) auf 362.000 (Ende 2025) — ein Plus von 22 %. Auch die Zahl der LUGAS-Limitsperrungen (Spieler, die das anbieterübergreifende 1.000-€-Monatslimit erreichen) stieg auf 24.500 pro Monat im Schnitt. Beide Indikatoren werden von der GGL als positiv interpretiert: Mehr aktive Sperren bedeuten ein wirksameres Schutzsystem, nicht etwa eine wachsende Suchtproblematik.

Für Spieler bedeutet das: Die Auswahl an lizenzierten, sicheren Casinos wird immer größer, und die Wettbewerbsdynamik führt zu besseren Bonusangeboten und faireren Bedingungen. Während 2022 nur rund 30 GGL-lizenzierte Anbieter aktiv waren, sind es Ende 2025 bereits 58. Die Bandbreite reicht von etablierten Marken wie OnlineCasino DE (seit 2012 in Deutschland aktiv) über Branchengrößen wie LeoVegas und Entain bis hin zu neueren Spezialanbietern wie Wunderino, DrückGlück oder Mywin24.

Steuerseitig profitiert der deutsche Fiskus deutlich. Die 5,3-%-Glücksspielsteuer auf Bruttoeinsätze (nicht Gewinne!) brachte 2025 erstmals über 1,1 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen — ein Plus von 21 % gegenüber dem Vorjahr. Allerdings hagelt es seit Monaten Kritik aus der Branche: Die deutsche Steuer ist mit Abstand die höchste in Europa und gilt als einer der Hauptgründe für die ungewöhnlich hohen Hausvorteile in deutschen Slots (RTP-Werte zwischen 95,5 % und maximal 96,7 %, gegenüber 96,5–98 % in den meisten EU-Ländern).

Politisch ist der Bericht vor allem als Argumentationshilfe für die anstehende Reform des Glücksspielstaatsvertrags zu lesen. Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen plädieren für eine moderate Liberalisierung — insbesondere bei den LUGAS-Limits und Werbevorschriften — um den Schwarzmarkt weiter zurückzudrängen. Berlin, Bremen und Hamburg fordern hingegen eine Verschärfung, etwa eine Absenkung des Monatslimits auf 500 €. Eine politische Einigung wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Bis dahin bleibt der aktuelle Rahmen unverändert — und Spieler sollten weiterhin ausschließlich bei GGL-lizenzierten Anbietern spielen, um in den Genuss vollständigen Rechtsschutzes zu kommen.

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).