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Goldman Sachs senkt Prognosen: Rückgang bei regionalen Casinos im August

16. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Goldman Sachs senkt Prognosen: Rückgang bei regionalen Casinos im AugustKI-GENERIERT

Schwache Zahlen in den USA lassen Analysten aufhorchen. In Iowa sanken die Bruttospielerträge im August um deutliche 13 % im Vergleich zum Vorjahr.

Die glitzernde Welt der Casinos in den Vereinigten Staaten zeigt Risse, zumindest wenn man den aktuellen Analysen der Investmentbank Goldman Sachs Glauben schenkt. Nach einem durchwachsenen Sommer, der in vielen regionalen Märkten eher Ernüchterung als Jubel brachte, reagieren die Finanzexperten nun mit einer deutlichen Korrektur ihrer Erwartungen. Besonders der August 2026 hat sich für viele Betreiber als schwieriges Pflaster erwiesen, wobei die Bruttospielerträge (Gross Gaming Revenue, GGR) in mehreren Bundesstaaten hinter den Vorjahreswerten zurückblieben. Während der Mai und Juni noch moderate Zuwächse verzeichneten, scheint der Trend nun zu kippen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Analysten die Nachhaltigkeit des Wachstums im regionalen Casinosegment hinterfragen. In Staaten wie Iowa, Indiana und Kansas zeigt sich ein klares Muster der Verlangsamung. Goldman Sachs führt dies teilweise auf die spezifische Lage der Wochenenden und des Labor Day zurück, was in der Branche oft als Kalendereffekt bezeichnet wird. Doch hinter diesen statistischen Ausreißern verbirgt sich eine tiefere Sorge um das Konsumverhalten der Spieler, die angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten ihre Budgets für Unterhaltung offenbar strenger kontrollieren.

Zahlen und Fakten

Die nackten Zahlen aus dem August sprechen eine deutliche Sprache. In Iowa fielen die Bruttospielerträge im Jahresvergleich um satte 13 %. Dies folgt auf einen bereits schwachen Juli, in dem ein Rückgang von 6 % verzeichnet wurde. Besonders hart traf es einzelne Standorte: Das Ameristar II in Iowa meldete ein Minus von 20 %, während das Horseshoe Casino und das Isle Casino Hotel Waterloo jeweils 19 % an Umsatz verloren. Diese massiven Einbußen zeigen, dass selbst etablierte Marken in regionalen Märkten nicht immun gegen Schwankungen sind.

In Indiana sanken die Einnahmen insgesamt um 5 %, nachdem sie im Juli noch um 3 % gestiegen waren. Ein extremer Ausreißer war das Horseshoe Hammond, dessen Einnahmen um 30 % einbrachen. Im Gegensatz dazu konnten kleinere Zuwächse bei Harrah’s Hoosier Park (+2 %) und dem Horseshoe Indianapolis (+1 %) den Gesamttrend nicht umkehren. Auch in Kansas war die Stimmung gedrückt, hier sanken die Umsätze um 2 %, während sie im Vormonat noch um 3 % zugelegt hatten. Penn Entertainment bildete eine kleine Ausnahme und konnte über acht Bundesstaaten hinweg einen minimalen Umsatzanstieg von 1 % verbuchen, getragen durch das Hollywood Lawrenceburg in Indiana, das um 4 % wuchs.

Hintergrund

Die Herabstufung durch Goldman Sachs betrifft nicht nur die regionalen Anbieter, sondern weitet sich auch auf globale Schwergewichte aus. Wynn Resorts Ltd wurde von „Kaufen“ auf „Neutral“ herabgestuft und von der sogenannten Conviction-Buy-Liste gestrichen. Grund hierfür ist unter anderem die langsame Erholung des Geschäfts in Macau, das traditionell einen Großteil der Gewinne beisteuert. Die Bank reagiert damit auf die verzögerte Rückkehr zu den Vor-Pandemie-Niveaus in der asiatischen Glücksspielmetropole.

„Die Einnahmen in Indiana sanken im August um 5 %, nachdem sie im Juli noch um 3 % gestiegen waren, während die Umsätze in Kansas im August um 2 % zurückgingen.“ - Analystenteam, Goldman Sachs

Diese Einschätzung unterstreicht, dass die Casinoindustrie vor multidimensionalen Herausforderungen steht. Einerseits belasten lokale Faktoren wie die Kalenderstruktur den US-Markt, andererseits bremsen globale Verzögerungen das Wachstum internationaler Konzerne. Für Betreiber wie Boyd Gaming, deren Standorte in sechs von neun Bundesstaaten einen Rückgang von 3 % verzeichneten, bedeutet dies einen erhöhten Kostendruck bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Obwohl die aktuellen Nachrichten primär den US-amerikanischen und asiatischen Markt betreffen, sind die Auswirkungen für deutsche Spieler indirekt spürbar. Die wirtschaftliche Stabilität großer Konzerne wie Caesars oder Penn Entertainment beeinflusst oft die Innovationskraft und die globalen Standards, die letztlich auch den Weg in den europäischen Markt finden. In Deutschland ist die Lage jedoch durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) strenger reglementiert als in vielen US-Bundesstaaten. Hierzulande müssen Spieler sich an das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat halten, das über das LUGAS-System überwacht wird.

Deutsche Casinofans, die bei Anbietern mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) spielen, genießen einen hohen Schutz. Während in den USA regionale Schwankungen oft zu aggressiveren Marketingmaßnahmen führen können, verhindert die GGL-Whitelist in Deutschland unkontrolliertes Wachstum auf Kosten des Spielerschutzes. Das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei Online-Slots sorgt zudem für ein kontrolliertes Spielumfeld, das weitgehend unabhängig von den globalen Börsenschwankungen der großen Casinokonzerne bleibt.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz in Deutschland dient der Bericht von Goldman Sachs als Mahnung zur Vorsicht. Die Volatilität im Ausland zeigt, wie schnell sich Märkte sättigen oder durch externe Faktoren beeinflusst werden können. Deutsche Anbieter müssen sich weiterhin strikt an die Werberichtlinien und den Spielerschutz halten, um ihre Lizenz nicht zu gefährden. Der Fokus liegt hier nicht auf schnellem, instabilem Wachstum, sondern auf der langfristigen Kanalisierung des Marktes in legale Bahnen. In Zeiten globaler Unsicherheit erweist sich das deutsche Modell der strengen Überwachung durch LUGAS und OASIS als stabilisierender Anker für die Branche.

Häufige Fragen

Warum hat Goldman Sachs die Prognosen gesenkt?

Die Bank reagierte auf einen deutlichen Rückgang der Bruttospielerträge in mehreren US-Bundesstaaten im August. Hauptursachen waren schwache Umsätze in regionalen Märkten sowie ungünstige Kalendereffekte wie die Verteilung von Wochenenden.

Welche Casinobetreiber sind am stärksten betroffen?

Besonders Caesars Entertainment, Boyd Gaming und Penn Entertainment verzeichneten an vielen Standorten Umsatzrückgänge. Bei Caesars sanken die Einnahmen in sechs von elf Bundesstaaten im Schnitt um 8 %.

Wie haben sich die Zahlen in Iowa entwickelt?

Iowa verzeichnete im August einen Rückgang der Bruttospielerträge um 13 % im Vergleich zum Vorjahr. Einzelne Casinos wie das Ameristar II meldeten sogar Verluste von bis zu 20 %.

Was bedeutet die Herabstufung von Wynn Resorts?

Die Aktie wurde von „Kaufen“ auf „Halten“ gesetzt, da die Erholung in Macau langsamer verläuft als erwartet. Dies zeigt, dass auch globale Marktführer mit regionalen Schwierigkeiten kämpfen.

Gilt dieser Trend auch für Online-Casinos in Deutschland?

Nein, der Bericht bezieht sich primär auf landbasierte regionale Casinos in den USA. In Deutschland ist der Markt durch den GlüStV 2021 und die GGL-Lizenzierung streng reguliert, was für andere Marktbedingungen sorgt.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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