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Griechenland verschärft Online-Glücksspiel-Kontrollen mit neuem Partner

9. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Griechenland verschärft Online-Glücksspiel-Kontrollen mit neuem Partner

Die griechische Glücksspielkommission schreibt einen Auftrag für rechtliche und technische Unterstützung aus, um die Überwachung des Online-Glücksspielmarktes zu intensivieren. Das auf 28.500 Euro dotierte Projekt soll Spielerkonten sicherer machen.

Die Hellenic Gambling Supervision and Control Commission, die Glücksspielaufsichtsbehörde Griechenlands, hat eine Ausschreibung für einen Partner gestartet. Dieser Partner soll rechtliche und technische Beratung leisten, um die Überwachung des regulierten Online-Glücksspielmarktes im Land zu verbessern. Ziel ist es, die Identitätsprüfungen, Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche und die Cybersicherheit zu stärken. Eine solche Initiative ist nicht nur in Griechenland zu beobachten, sondern spiegelt einen breiteren Trend in der europäischen Glücksspielregulierung wider, hin zu mehr Spielerschutz und Marktintegrität.

Der ausgewählte Partner soll bis Ende 2026 oder für bis zu 190 Stunden Beratungsleistung tätig sein. Das Auftragsvolumen beträgt 28.500 Euro. In der Vertragslaufzeit muss der Partner drei Fortschrittsberichte mit Vorschlägen zur Optimierung des griechischen Systems zur Spielerüberprüfung vorlegen.

Zahlen und Fakten

Die Hellenic Gambling Supervision and Control Commission, kurz EEEP, sucht explizit nach einem „legal and technical partner“, um das Rahmenwerk zur Spielerüberwachung neu zu gestalten. Dieses Projekt konzentriert sich auf die „Electronic Player Accounts“ (EPAs), also elektronische Spielerkonten, die zur Verifizierung und Verfolgung von Spielern im regulierten Markt dienen. Die Regulierungsbehörde möchte das aktualisierte System nutzen, um die Know Your Customer (KYC)-Verfahren zu verbessern und die Identifizierung von Spielern sicherer zu gestalten. Zudem soll die neue Struktur den Betreibern helfen, Betrug, Finanzkriminalität und Minderjährigen-Glücksspiel besser zu erkennen. Das ist ein wichtiger Schritt, da der illegale Markt in Griechenland laut EEEP-Präsident Antonis Bartholomew im Jahr 2025 schätzungsweise 2 Milliarden Euro Umsatz generierte und dem Staat jährlich rund 400 Millionen Euro an Einnahmen entzog. Rund 900.000 Menschen beteiligten sich im gleichen Zeitraum am illegalen Glücksspiel.

„Die wachsende Rolle von Influencern und Streamern bei der Bewerbung unautorisierter Glücksspieldienste ist zu einer der größten Herausforderungen für die Behörde geworden.“ - Antonis Bartholomew, Präsident der EEEP

Hintergrund

Die Ausschreibung ist Teil eines umfassenderen Vorhabens, die Überwachung des Marktes zu verschärfen und den Einfluss illegaler Glücksspielanbieter zu reduzieren. Erst im Vormonat wurde ein Gesetzentwurf in Griechenland verabschiedet, der die Glücksspielvorschriften grundlegend überarbeiten und das Personal der EEEP von 80 auf 110 Mitarbeiter aufstocken soll. Diese Neueinstellungen sind für die Bereiche Durchsetzung, IT, Cybersicherheit und Marktüberwachung vorgesehen. Das Gesetz würde der EEEP auch die Befugnis geben, illegale Glücksspielseiten sofort zu blockieren. Die geplante Schwarze Liste soll Webseiten, Domains, IP-Adressen und mobile Anwendungen umfassen. Die Entwurfsregeln erweitern auch die Verantwortung auf Promoter, Vermittler und Dienstleister, die Nutzern den Zugang zu Glücksspielen ermöglichen. Dazu gehören Influencer, Affiliate-Vermarkter, Webseitenbetreiber, Internetcafés und ISPs, die den Zugang nicht blockieren. Banken wären verpflichtet, Transaktionen im Zusammenhang mit nicht lizenzierten Betreibern zu unterbinden. Kürzlich hat die EEEP bereits Strafanzeige gegen 18 Influencer und Streamer erstattet, denen vorgeworfen wird, unlizenzierte Wettplattformen beworben zu haben. Fünf dieser Influencer erreichten zusammen ein Publikum von mehr als 3 Millionen Followern.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist die Entwicklung in Griechenland ein weiteres Beispiel dafür, wie europäische Staaten ihre Glücksspielmärkte strenger regulieren. Deutschland hat mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bereits ähnliche Schritte unternommen. Wir haben hier die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL), die eine Whitelist von lizenzierten Anbietern führt und den Spielern ein sicheres Umfeld bieten soll. Auch in Deutschland gibt es strenge Vorgaben zum Know Your Customer (KYC) und zur Geldwäscheprävention. Spieler in GGL-lizenzierten Casinos sind an ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro gebunden. Dazu kommt das überregionale Sperrsystem OASIS und LUGAS zur übergeordneten Spielerkonto- und Einzahlungslimits-Kontrolle. Diese Maßnahmen dienen alle dem Spielerschutz und der Bekämpfung des illegalen Marktes. Dass andere Länder, wie nun Griechenland, ihre Kontrollmechanismen verstärken, zeigt, dass Spielerschutz und die Abwehr von Finanzkriminalität europäische Prioritäten sind. Das ist eine gute Nachricht für alle, die verantwortungsbewusst spielen möchten. Deutsche Spieler sollten sich immer an Anbieter auf der offiziellen GGL-Whitelist halten. Nur so sind sie vor betrügerischen Anbietern geschützt und können sich auf die Einhaltung der strengen deutschen Regeln verlassen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Online-Casinos mit deutscher GGL-Lizenz bedeutet dies, dass der Trend zu strengeren Vorschriften in Europa weiter anhält. Die GGL selbst hat bereits umfassende Anforderungen an ihre lizenzierten Anbieter in Bezug auf KYC, Geldwäscheprävention und Cybersicherheit gestellt. Das griechische Beispiel, mit der Überarbeitung der „Electronic Player Accounts“ und der verstärkten Bekämpfung von illegaler Werbung, könnte für die GGL als Blaupause oder als Argumentation für weitere Verschärfungen dienen. Es zeigt, dass Regulierungsbehörden weiterhin bestrebt sind, die Integrität ihrer Märkte zu gewährleisten. Für GGL-Casinos heißt das, sie müssen ihre Compliance-Systeme ständig auf dem neuesten Stand halten und proaktiv darauf achten, dass alle Werbemaßnahmen, auch über Influencer, den strengen deutschen Richtlinien entsprechen. Anbieter, die bereits jetzt diese Anforderungen erfüllen, sind für die Zukunft gut aufgestellt. Langfristig können solche Maßnahmen zu einem faireren und sichereren Wettbewerb führen, bei dem verantwortungsvolle Betreiber einen Vorteil haben.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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