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Happy Valley Casino enttäuscht: Fehlstart für neues Mini-Casino in Pennsylvania

20. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Happy Valley Casino enttäuscht: Fehlstart für neues Mini-Casino in PennsylvaniaKI-GENERIERT

Trotz Großveranstaltungen und einer höheren Anzahl an Spielautomaten enttäuscht das Happy Valley Casino im Juli mit einem Umsatz von nur 2,5 Millionen Dollar und bleibt damit hinter der Konkurrenz zurück.

Das Happy Valley Casino in Pennsylvania ist nun seit etwas mehr als drei vollen Monaten in Betrieb, doch die Euphorie der Eröffnung ist längst verflogen. Die jüngsten Finanzdaten zeigen, dass das Geschäft keineswegs so angelaufen ist, wie es sich die Betreiber und die lokalen Behörden erhofft hatten. Schon im Mai, dem ersten vollständigen Betriebsmonat, wirkten die Zahlen mit einem Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR) von 3,6 Millionen US-Dollar eher unterwältigend. Was jedoch folgte, war ein historischer Einbruch, der in der Branche für Aufsehen sorgt.

Im Juni erlebte das Casino einen massiven Rückgang der Einnahmen um 33 Prozent auf nur noch 2,4 Millionen US-Dollar. Dies markiert den stärksten jemals gemessenen Rückgang zwischen einem Mai und einem Juni bei den sogenannten Mini-Casinos im Bundesstaat Pennsylvania. Selbst der Juli, dessen Zahlen erst vor wenigen Tagen veröffentlicht wurden, brachte keine echte Wende. Mit 2,5 Millionen US-Dollar erholte sich der Umsatz nur minimal. Dieser Wert stellt das drittschlechteste Monatsergebnis dar, das jemals ein Mini-Casino in diesem Commonwealth verzeichnete, direkt hinter dem eigenen Juni-Ergebnis und dem Wert von Parx Shippensburg aus dem Juni 2023.

Zahlen und Fakten

Ein Blick auf die Details des Juli-Berichts verdeutlicht die Kluft zur Konkurrenz. Bei den Slot-Maschinen wurden 24,9 Millionen Dollar eingesetzt, wovon 22,4 Millionen Dollar an die Spieler ausgeschüttet wurden. Dies ergab einen Bruttörtrag von 2,1 Millionen Dollar. Die Tischspiele steuerten lediglich 399.000 Dollar bei. Im Vergleich dazu steht das Parx Shippensburg Casino, das trotz 105 weniger Spielautomaten und 18 weniger Tischspielen im Juli einen GGR von rund 3,6 Millionen Dollar erwirtschaftete. Das sind stolze 44 Prozent mehr als im Happy Valley Casino.

Das Management versuchte die schwachen Zahlen zunächst mit saisonalen Schwankungen zu erklären. Man setzte große Hoffnungen auf regionale Großereignisse wie das Arts Fest im Juli, zu dem laut dem Happy Valley Adventure Bureau fast 60.000 Besucher anreisten. Doch trotz verlängerter Öffnungszeiten an den Tischen stieg der Umsatz im Vergleich zum Vormonat lediglich um etwa 99.000 Dollar.

„Diese Entscheidungen wurden nicht leichtfertig getroffen und spiegeln die sich entwickelnden Anforderungen des Unternehmens wider." - Sam Gerrity, CEO von Saratoga Casino Holdings

Dieser Satz fiel im Zusammenhang mit den drastischen personellen Konsequenzen. Saratoga Casino Holdings, der Mehrheitseigentümer, hat bereits Stellen gestrichen, Mitarbeiter entlassen und Arbeitszeiten reduziert. Sogar die Preise in den gastronomischen Einrichtungen wurden angehoben, um die Kosten zu decken. Zudem verließ der langjährige CEO und General Manager Eric Pearson das Unternehmen im Juni. Sein Nachfolger wurde Peter Longi, der zuvor im Sahara Las Vegas tätig war.

Hintergrund

Die Auswirkungen betreffen nicht nur die Belegschaft, sondern auch die Gemeinde College Township. Als Sitz des Casinos erhält die Gemeinde einen Anteil von 2 Prozent an den Einnahmen aus Spielautomaten und 1 Prozent aus Tischspielen. Ursprünglich kalkulierte die Verwaltung für das laufende Kalenderjahr mit Einnahmen in Höhe von 762.000 Dollar. Sollte sich der aktuelle Trend jedoch fortsetzen, wird diese Summe auf weniger als 450.000 Dollar schrumpfen.

Gemeindemanager Adam Brumbaugh gab sich zwar vorsichtig optimistisch, betonte aber auch die konservative Finanzplanung der Gemeinde. Man habe ohnehin nur 150.000 Dollar aus den Casino-Geldern fest für den Haushalt eingeplant, sodass die Gemeinde finanziell stabil bleibe, egal wie sich die Einnahmen entwickeln. Dennoch ist die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei diesem Projekt unübersehbar.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland zeigt das Beispiel Pennsylvania, wie volatil landbasierte Casino-Märkte sein können. In Deutschland ist der Markt durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reguliert, was vor allem den Online-Bereich betrifft. Deutsche Spieler sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Lizenzen garantieren Sicherheit und Spielerschutz, die in Übersee-Märkten oft anders gehandhabt werden.

In Deutschland gelten strikte Limits: Das Einzahlungslimit liegt bei 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, was durch das LUGAS-System überwacht wird. Zudem gibt es ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Spielautomaten. Solche Maßnahmen dienen dem Schutz vor Überschuldung, während in den USA oft deutlich höhere Summen in kurzer Zeit umgesetzt werden können. Das Beispiel Happy Valley zeigt zudem, dass wirtschaftlicher Druck bei Casino-Betreibern oft zu Lasten des Personals und der Servicequalität geht.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die deutschen GGL-lizenzierten Casinos müssen sich im Gegensatz zu den US-Mini-Casinos in einem hochgradig standardisierten Umfeld beweisen. Während in Pennsylvania Mini-Casinos als lokale Wirtschaftsmotoren geplant werden und bei Misserfolg direkt die Gemeindekasse belasten, ist das deutsche System stärker auf den Schutz des Individuums fokussiert. Deutsche Anbieter müssen beweisen, dass sie trotz der harten regulatorischen Einschränkungen wie dem Werbeverbot und den Einsatzlimits profitabel arbeiten können.

Ein Fehlstart wie in Happy Valley wäre für einen deutschen Online-Anbieter aufgrund der hohen Lizenzhürden und Sicherheitsleistungen existenzbedrohend. Die Transparenz, die durch Behörden wie das Pennsylvania Gaming Control Board geschaffen wird, ist jedoch ein Vorbild für die Arbeit der GGL, die ebenfalls durch regelmäßige Berichte und eine strikte Aufsicht für Ordnung auf dem Markt sorgt. Deutsche Spieler profitieren letztlich von dieser Stabilität, da sie nicht befürchten müssen, dass ihr Casino aufgrund von Fehlkalkulationen plötzlich den Betrieb einschränkt oder die Gewinnquoten zu Ungunsten der Spieler manipuliert.

Häufige Fragen

Warum sind die Einnahmen im Happy Valley Casino so niedrig?

Die Einnahmen blieben mit 2,5 Millionen Dollar im Juli weit hinter den Erwartungen zurück, da das Casino trotz Großveranstaltungen wie dem Arts Fest kaum neue Besucher binden konnte. Zudem performt die Konkurrenz mit weniger Geräten deutlich effizienter.

Welche personellen Konsequenzen gab es bereits?

Der Mehrheitseigentümer Saratoga Casino Holdings hat bereits Stellen abgebaut, Entlassungen ausgesprochen und die Arbeitszeiten der verbliebenen Mitarbeiter verkürzt. Zudem gab es im Juni einen Wechsel in der Geschäftsführung von Eric Pearson zu Peter Longi.

Wie reagiert die Gemeinde auf die geringeren Steuereinnahmen?

College Township hatte mit 762.000 Dollar gerechnet, erwartet nun aber weniger als 450.000 Dollar. Da die Gemeinde konservativ geplant und nur 150.000 Dollar fest eingeplant hat, entstehen keine unmittelbaren Haushaltslöcher.

Sind die Zahlen des Casinos öffentlich einsehbar?

Ja, das Pennsylvania Gaming Control Board veröffentlicht monatlich detaillierte Berichte über Einsätze, Gewinnauszahlungen und Bruttörträge aller Casinos im Bundesstaat, was eine hohe Markttransparenz gewährleistet.

Was sollten deutsche Spieler bei der Anbieterwahl beachten?

Spieler in Deutschland sollten nur bei Casinos mit GGL-Lizenz spielen, um von den Schutzmaßnahmen des GlüStV 2021 zu profitieren. Dies beinhaltet das monatliche 1.000 Euro Einzahlungslimit und die Anbindung an das Sperrsystem OASIS.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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