Lustich.de arbeitet nicht gewinnorientiert. Überschüsse fließen in gemeinnützige Projekte, zum Beispiel in den Bau von Schulen und Brunnen in Benin (Westafrika). Mehr erfahren
Alle Casino News auf Deutsch
Spielerschutz

Internationale Auszeichnungen für Glücksspielforschung und Prävention 2026

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Internationale Auszeichnungen für Glücksspielforschung und Prävention 2026KI-GENERIERT

Das ICRG ehrt Professor Sally M. Gainsbury und Dr. Paulette J. O’Gilvie für ihre wegweisende Arbeit in der Harm Reduction, basierend auf über 140 Fachpublikationen.

Die Welt der Glücksspielforschung blickt im September 2026 nach Las Vegas. Das International Center for Responsible Gaming (ICRG) hat die Preisträgerinnen der diesjährigen ICRG Achievement Awards bekannt gegeben. Diese Ehrungen sind ein deutliches Signal für die Branche, dass wissenschaftliche Exzellenz und pädagogisches Engagement die Grundpfeiler für einen nachhaltigen Spielerschutz bilden. Die Auszeichnungen zielen darauf ab, außergewöhnliche Beiträge zur Forschung, Bildung und zur Förderung evidenzbasierter Ansätze zur Reduzierung glücksspielbedingter Schäden zu würdigen.

In einer Zeit, in der das Online-Glücksspiel global wächst, gewinnen fundierte Daten und Präventionskonzepte massiv an Bedeutung. Die Preisträgerinnen des Jahres 2026, Professor Sally M. Gainsbury von der University of Sydney und Dr. Paulette J. O’Gilvie vom American Baptist College, repräsentieren unterschiedliche, aber sich ergänzende Säulen der Präventionsarbeit. Während Gainsbury die wissenschaftliche Theorie und empirische Forschung vorantreibt, fokussiert sich O’Gilvie auf die praktische Ausbildung und die Einbeziehung unterrepräsentierter Gemeinschaften.

Zahlen und Fakten

Professor Sally M. Gainsbury blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Über einen Zeitraum von 15 Jahren hat sie ein internationales Forschungsprogramm aufgebaut, das Themen wie iGaming, verantwortungsbewusste Spielwerkzeuge, Selbstausschluss und digitale Interventionen umfasst. Mit mehr als 140 begutachteten Publikationen gehört sie zu den am häufigsten zitierten Expertinnen des Fachgebiets. Ihre Forschungsergebnisse flossen bereits weltweit in Regierungsvorgaben und Initiativen zum verantwortungsvollen Glücksspiel ein.

Dr. Paulette J. O’Gilvie hingegen wird für ihre Pionierarbeit in der Ausbildung geehrt. Sie entwickelte den Kurs Grundlagen des Glücksspielverhaltens, der Prävention und des verantwortungsvollen Spielens. Besonders bemerkenswert ist ihr Einsatz für soziale Gerechtigkeit. Ihre Arbeit untersucht das Ökosystem des städtischen Kasinoglücksspiels und dessen Überschneidungen mit Armut und Gesundheitsschutz. Im Jahr 2026 präsentierten ihre Studenten ihre Arbeiten bereits auf der Konferenz des National Council on Problem Gambling.

„Dr. Gainsbury und Dr. O’Gilvie verkörpern zwei der Qualitäten, die für den Fortschritt in diesem Bereich unerlässlich sind: strenge wissenschaftliche Untersuchung und das Engagement für die Entwicklung der Menschen, die diese Arbeit fortsetzen werden." - Michael Soll, Präsident des ICRG

Hintergrund

Ein besonderes Detail der diesjährigen Verleihung ist die Umbenennung einer der wichtigsten Kategorien. Der Preis für wissenschaftliche Leistungen wurde zu Ehren von Howard J. Shaffer umbenannt, dessen Arbeit das moderne Feld der Glücksspielstudien maßgeblich geprägt hat. Sally M. Gainsbury ist die erste Empfängerin des Howard J. Shaffer Scientific Achievement Award. Dies unterstreicht ihren Status als führende Kraft in der internationalen Forschungslandschaft.

Die offizielle Zeremonie ist für den 28. September geplant. Sie findet im Rahmen eines festlichen Mittagessens während der 27. jährlichen ICRG-Konferenz über Glücksspiel und Sucht statt. Veranstaltungsort ist das Venetian Expo in Las Vegas. Solche Konferenzen dienen nicht nur der Ehrung, sondern auch der Vernetzung von Wissenschaftlern und Regulierungsbehörden, um neue Standards für den Spielerschutz zu definieren.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Obwohl die Auszeichnungen in den USA verliehen werden, haben die Erkenntnisse der Preisträgerinnen direkte Auswirkungen auf die Regulierung in Deutschland. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) basiert in weiten Teilen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Suchtprävention, wie sie von Forscherinnen wie Gainsbury generiert werden. Deutsche Spieler, die bei Anbietern mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) registriert sind, profitieren von Systemen wie dem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und der LUGAS-Zentraldatei.

Die Arbeit von Gainsbury zu digitalen Interventionen und Selbstlimitierungswerkzeugen ist das theoretische Fundament für die strengen technischen Anforderungen in Deutschland, etwa das 1-Euro-Limit pro Spin bei virtuellen Automatenspielen oder die Panik-Taste. Spieler in Deutschland können sich darauf verlassen, dass die GGL-Whitelist nur Anbieter führt, die solche wissenschaftlich fundierten Schutzmechanismen implementieren. Im Gegensatz zu illegalen Angeboten aus Curacao oder von der MGA, die oft weniger strenge Hürden haben, steht in Deutschland der evidenzbasierte Schutz im Vordergrund.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit deutscher Lizenz bedeuten die Forschungsarbeiten von Gainsbury und O’Gilvie, dass sie ihre Sozialkonzepte stetig anpassen müssen. Die GGL verlangt von lizenzierten Anbietern, dass sie die Wirksamkeit ihrer Spielerschutzmaßnahmen nachweisen. Wenn neue Studien belegen, dass bestimmte Warnhinweise oder Setzlimits effektiver sind, müssen diese oft zeitnah umgesetzt werden. Die Anerkennung von O’Gilvies Mentorenarbeit zeigt zudem, dass die Branche qualifiziertes Personal benötigt, das nicht nur technisches Verständnis besitzt, sondern auch die sozialen Aspekte der Spielsucht versteht.

Deutsche Casinos müssen sicherstellen, dass ihre Algorithmen zur Früherkennung von problematischem Spielverhalten auf dem neuesten Stand der Forschung sind. Die wissenschaftliche Validierung, wie sie durch die ICRG-Preisträgerinnen vorangetrieben wird, gibt den legalen Anbietern Rechtssicherheit gegenüber der Aufsichtsbehörde. Es reicht nicht mehr aus, nur Lippenbekenntnisse zum Spielerschutz abzulegen; die GGL fordert messbare Ergebnisse, die auf den Erkenntnissen basieren, für die Gainsbury und O’Gilvie nun ausgezeichnet wurden.

Häufige Fragen

Wer hat die ICRG Achievement Awards 2026 gewonnen?

Professor Sally M. Gainsbury erhielt den Howard J. Shaffer Scientific Achievement Award für ihre umfangreiche Forschung mit über 140 Publikationen. Dr. Paulette J. O’Gilvie wurde mit dem Education and Mentorship Award für ihre Arbeit an Bildungsprogrammen und die Förderung unterrepräsentierter Gruppen ausgezeichnet.

Wann und wo findet die Preisverleihung statt?

Die Empfängerinnen werden am 28. September geehrt. Die Zeremonie findet während der 27. jährlichen ICRG-Konferenz über Glücksspiel und Sucht im Venetian Expo in Las Vegas statt.

Was ist der Howard J. Shaffer Preis?

Es handelt sich um eine Auszeichnung für wissenschaftliche Leistungen, die 2026 zu Ehren von Howard J. Shaffer umbenannt wurde. Der Preis würdigt Forscher, deren Lebenswerk einen signifikanten und nachhaltigen Beitrag zur Glücksspielwissenschaft geleistet hat.

Welchen Fokus hat die Arbeit von Dr. Paulette J. O’Gilvie?

O’Gilvie konzentriert sich auf die Ausbildung im Bereich Verhaltensgesundheit und Prävention am American Baptist College. Sie untersucht insbesondere den Zusammenhang zwischen städtischen Casinos, Armut und Gesundheitsschutz in benachteiligten Gemeinschaften.

Haben diese internationalen Auszeichnungen eine Bedeutung für Deutschland?

Ja, da die wissenschaftlichen Erkenntnisse dieser Forscherinnen die Grundlage für Regulierungen wie den deutschen Glücksspielstaatsvertrag 2021 bilden. Deutsche LUGAS-Systeme und Einsatzlimits basieren auf solchen evidenzbasierten Ansätzen, die durch das ICRG gefördert werden.

Teilen

Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

Alle Artikel von Lisa Lustich

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

Diesen Artikel in 41 Sprachen lesen

Verwandte Themen

Weiterführende Artikel