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US Open in der Kritik: Jessica Pegula prangert Doppelmoral bei Wettsponsoring an

4. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
US Open in der Kritik: Jessica Pegula prangert Doppelmoral bei Wettsponsoring anKI-GENERIERT

Tennis-Star Jessica Pegula kritisiert die neue Partnerschaft der US Open mit der Plattform Kalshi. Laut einem Bericht waren Gambler 2025 für 42 % der Online-Beleidigungen verantwortlich.

Die Tenniswelt blickt derzeit auf die prestigeträchtigen US Open, doch abseits der Plätze brodelt eine Debatte über Ethik und Integrität. Jessica Pegula, aktuell die Nummer drei der Weltrangliste, hat eine deutliche Warnung ausgesprochen. Im Zentrum der Kritik steht die Entscheidung der United States Tennis Association (USTA), den Prognosemarkt Kalshi als offiziellen Partner für das Turnier 2026 zu gewinnen. Diese Vereinbarung macht Kalshi zum ersten offiziellen Partner für Prognosemärkte in der Geschichte des Turniers, was eine neue Ära der Fan-Interaktion einläuten soll. Doch für die Athleten auf dem Platz fühlt sich diese Entwicklung wie ein Schlag ins Gesicht an.

Pegula argumentiert, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Während die großen Turniere ihre Kassen mit Einnahmen aus der Glücksspiel- und Prognosebranche füllen, sind den Spielern die Hände gebunden. Die strengen Anti-Korruptions-Regeln im Tennis untersagen es den Profis kategorisch, persönliche Vorteile aus Verbindungen zu Wettanbietern zu ziehen. Diese Regelung dient zwar der Integrität des Sports, erzeugt aber eine finanzielle Schieflage, die Pegula nun öffentlich thematisiert hat. In einer Pressekonferenz nach ihrem Sieg in der zweiten Runde machte sie ihrem Ärger Luft und wies auf die psychische Belastung hin, die mit der ständigen Präsenz von Wettwerbung einhergeht.

Zahlen und Fakten

Die Dimension des Problems wird durch erschreckende Statistiken untermauert. Ein gemeinsamer Bericht der WTA und World Tennis zeigt, dass Sportwetter eine Hauptquelle für digitalen Hass sind. In der Saison 2025 waren Glücksspieler für 42 % aller verifizierten Online-Beleidigungen gegen Profis verantwortlich. Bei besonders schweren Fällen von Missbrauch stieg dieser Anteil sogar auf 59 %. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Hass in den sozialen Medien kein Randphänomen ist, sondern ein systemisches Problem, das eng mit dem Wettmarkt verknüpft ist. Pegula betonte, dass Spieler diese Negativität ständig zu spüren bekommen, völlig ungeachtet dessen, ob sie ihr Match gewinnen oder verlieren.

Auch andere Profis wie Matteo Berrettini haben sich bereits zu Wort gemeldet. Berrettini berichtete kürzlich, dass seine Familie während der French Open (Roland Garros) sogar Morddrohungen erhielt, die in direktem Zusammenhang mit Sportwetten standen. Er forderte einen besseren Schutz für Spieler, insbesondere für jüngere Talente, die gegen solche massiven Einschüchterungsversuche oft noch nicht die nötige psychische Widerstandskraft besitzen. Die USTA hält dagegen, dass die Partnerschaft mit Kalshi unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zur Wahrung der sportlichen Integrität steht, doch für die Betroffenen bleibt ein bitterer Beigeschmack.

Hintergrund

Kalshi unterscheidet sich von klassischen Buchmachern dadurch, dass es als Prognosemarkt fungiert. Nutzer schließen hier Verträge auf Ja- oder Nein-Ereignisse ab, was rechtlich in den USA oft anders bewertet wird als klassisches Glücksspiel. Dennoch ist das Prinzip für den Endverbraucher ähnlich: Man setzt Geld auf den Ausgang eines sportlichen Ereignisses. Die USTA sieht darin eine Möglichkeit, das Engagement der Fans über digitale Plattformen und Bandenwerbung auf den Plätzen zu steigern. Dass dies ausgerechnet in einer Zeit geschieht, in der die Diskussion über Spielerschutz und Wettmanipulation weltweit an Fahrt gewinnt, sorgt für Zündstoff.

„Die Spieler können nichts mit einem Sponsoring aus dem Wettbereich anfangen. Aber die Turniere profitieren von einer Menge dieser Dinge. Wir bekommen viel Hass in den sozialen Medien ab, daher ist es hart, sie als Sponsoren zu sehen.“ - Jessica Pegula, Tennisprofi bei der WTA

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Tennis-Fans und Gelegenheitswetter hat diese internationale Debatte eine direkte Relevanz für das heimische Angebot. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) das Maß aller Dinge. Wer hierzulande auf Tennis wetten möchte, sollte dies ausschließlich bei Anbietern tun, die auf der sogenannten Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese lizenzierten Anbieter müssen strenge Regeln befolgen, wie etwa das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das System LUGAS überwacht wird. Zudem gilt ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots, was den Fokus auf den Spielerschutz unterstreicht.

Die Kritik von Pegula erinnert deutsche Spieler daran, wie wichtig ein reguliertes Umfeld ist. Während internationale Märkte oft aggressiv werben, setzt die GGL in Deutschland auf Prävention. Illegale Anbieter aus Curacao oder Malta bieten zwar oft höhere Limits, verfügen aber über keinen vergleichbaren Spielerschutz und zahlen im Streitfall oft keine Gewinne aus. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt nur Plattformen mit deutscher Lizenz, da hier auch der Anschluss an die Sperrdatei OASIS gewährleistet ist. Dies schützt nicht nur den Geldbeutel, sondern indirekt auch die Integrität des Sports, da lizenzierte Buchmacher eng mit Behörden zur Vermeidung von Wettmanipulation zusammenarbeiten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für die in Deutschland lizenzierten Betreiber von Online-Spielhallen und Sportwetten bedeutet diese Entwicklung eine verstärkte Sensibilisierung für das Thema Sponsoring und soziale Verantwortung. Die GGL überwacht streng, wie Werbung platziert wird, um besonders gefährdete Gruppen wie Jugendliche oder Menschen mit Spielsuchtgefährdung zu schützen. Die Debatte um die US Open zeigt, dass die Branche weltweit unter Beobachtung steht. Deutsche Anbieter, die sich an die Regeln des GlüStV 2021 halten, können sich hier als seriöse Alternative positionieren. Durch transparente Kommunikation und konsequenten Spielerschutz können sie das Vertrauen zurückgewinnen, das durch aggressive Praktiken auf dem grauen Markt verloren gegangen ist.

Häufige Fragen

Warum kritisiert Jessica Pegula die Partnerschaft der US Open mit Kalshi?

Pegula bemängelt eine Doppelmoral, da Turniere hohe Einnahmen aus Wettsponsoring generieren, während es den Spielern untersagt ist, eigene Werbeverträge in diesem Bereich abzuschließen. Zudem leiden viele Profis unter massiven Anfeindungen durch Sportwetter in sozialen Netzwerken.

Welche Auswirkungen haben Sportwetten laut Studien auf Tennisprofis?

Ein Bericht der WTA zeigt, dass Sportwetter im Jahr 2025 für rund 42 % der Online-Beleidigungen und sogar 59 % der schwerwiegenden Missbrauchsfälle gegen Spieler verantwortlich waren. Dies belastet die psychische Gesundheit der Athleten erheblich.

Was ist Kalshi und wie unterscheidet es sich von normalen Wettanbietern?

Kalshi ist eine Plattform für Prognosemärkte, auf der Nutzer Handelsverträge auf reale Ereignisse abschließen können. Obwohl es technisch kein klassischer Buchmacher ist, ermöglicht es finanzielle Einsätze auf sportliche Ausgänge, was die Kritik der Spieler hervorruft.

Dürfen Tennisspieler in Deutschland für Wettanbieter werben?

Nein, die Regeln des internationalen Tennisverbands und die strengen Richtlinien zur Wahrung der Integrität verbieten Spielern weltweit persönliche Sponsoring-Deals mit Glücksspielunternehmen. In Deutschland regelt zudem der GlüStV 2021 sehr strikt, wie und durch wen Glücksspielwerbung betrieben werden darf, wobei der Schutz der sportlichen Integrität oberste Priorität hat.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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