Steuerschock in Großbritannien: John Healey erhöht Abgaben für Spielautomaten
KI-GENERIERTIm britischen Haushalt 2026 steigt die Machine Games Duty für Spielautomaten von 20 auf 25 Prozent. Diese Maßnahme soll Steuererleichterungen für den Einzelhandel finanzieren.
Großbritannien steht vor einem massiven Umbruch in der Besteuerung von Glücksspielangeboten vor Ort. Schatzkanzler John Healey hat im Rahmen des Haushaltsplans 2026 bestätigt, dass die Steuern für die am häufigsten genutzten Spielautomaten um fünf Prozentpunkte angehoben werden. Diese Entscheidung ist Teil einer umfassenderen Strategie der Regierung unter Premierminister Andy Burnham, die darauf abzielt, die britischen Innenstädte durch ein Budget der Stabilität und wirtschaftlichen Vernunft zu stärken. Während kleine Einzelhändler entlastet werden sollen, muss die Automatenbranche tiefer in die Tasche greifen.
Die Erhöhung der sogenannten Machine Games Duty (MGD) trifft vor allem die Betreiber von Wettbüros und spezialisierten Spielhallen für Erwachsene, die sogenannten Adult Gaming Centres (AGCs). Healey machte deutlich, dass die Glücksspielbranche einen Beitrag leisten müsse, um die Unterstützung für den stationären Einzelhandel zu finanzieren. Dabei wird jedoch differenziert: Während moderne Terminals mit höheren Einsätzen stärker besteuert werden, sollen die traditionsreichen Spielautomaten in Pubs und an den Strandpromenaden der Küstenstädte geschützt werden, um deren wirtschaftliches Überleben nicht zu gefährden.
Zahlen und Fakten
Im Detail sieht das Budget 2026 vor, dass der Steuersatz für MGD von derzeit 20 Prozent auf 25 Prozent steigt. Dies betrifft insbesondere die Kategorie B Spielautomaten. In Großbritannien gibt es verschiedene Unterarten dieser Geräte. Die Typen B4, B3A, B3 und B2, die ein Einsatzlimit von 2 Pfund haben, unterliegen nun dem neuen Regelsatz von 25 Prozent. Auch die B1 Maschinen, die in großen Casinos mit Einsätzen von bis zu 5 Pfund betrieben werden dürfen, bleiben bei einem Steuersatz von 25 Prozent. Im Gegensatz dazu bleiben die Kategorien C und D, die oft als Penny Slots bekannt sind und ein Einsatzlimit von 1 Pfund haben, bei dem niedrigeren Steuersatz von 15 Prozent.
Zusätzlich zur Steuererhöhung müssen Unternehmen mit steigenden Personalkosten kalkulieren. Der nationale Mindestlohn (National Living Wage) für Über-21-Jährige steigt um 3,9 Prozent von 12,71 Pfund auf 13,20 Pfund pro Stunde. Auch für 18- bis 20-Jährige erhöht sich der Satz um den gleichen Prozentsatz auf nun 10,72 Pfund. Für große Ketten wie Paddy Power, Betfred oder William Hill, die tausende Mitarbeiter in ihren Wettshops beschäftigen, bedeutet dies eine doppelte Belastung durch Steuern und Lohnnebenkosten.
Hintergrund
Die politische Stoßrichtung der Regierung Burnham ist klar: Die Wiederbelebung der High Streets steht an oberster Stelle. John Healey betonte in seiner Rede vor dem Unterhaus, dass er ein Kanzler sein wolle, der kleine britische Firmen unterstützt, die den Charakter der Gemeinden prägen. Um dies zu ermöglichen, wird die Schwelle für Gewerbesteuererleichterungen im Einzelhandel, Gastgewerbe und Freizeitsektor von 12.000 Pfund auf 18.000 Pfund angehoben. Schätzungsweise 70.000 Unternehmen fallen dadurch komplett aus der Steuerpflicht.
Allerdings gibt es einen Haken für die Glücksspielbranche. Healey erklärte explizit, dass Spielhallen für Erwachsene und E-Zigaretten-Shops von diesen Erleichterungen ausgenommen werden. Dies sorgt für Unmut, da gerade diese Betriebe oft zentrale Anlaufpunkte in den Einkaufsstraßen sind. Die Branche reagiert besorgt auf die Häufung von Belastungen. Bereits im April 2026 stieg die Remote Gaming Duty (RGD) für Online-Anbieter von 21 auf 40 Prozent, und eine Erhöhung der General Betting Duty (GBD) auf 25 Prozent ist für das kommende Jahr bereits geplant.
„Um diese Unterstützung für unsere Innenstädte zu bezahlen, erhöhe ich die Steuern auf Glücksspiel, indem ich die Machine Games Duty für Automaten mit höheren Einsätzen von 20 % auf 25 % anhebe, während Pubs und Küsten-Spielhallen geschützt werden.“ - John Healey, Schatzkanzler des Vereinigten Königreichs
Experten wie Caroline Butler von der Beratungsfirma TalentThrive warnen vor den Folgen für den Arbeitsmarkt. Sie erwartet, dass Betreiber bei Neueinstellungen deutlich selektiver vorgehen werden. Der Fokus werde sich auf geschäftskritische Bereiche wie Compliance, Risiko und Technologie verschieben, während in der Fläche eher mit einem Personalabbau zu rechnen sei, um die gestiegenen operativen Kosten aufzufangen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler hat die britische Steuererhöhung keine direkten Auswirkungen auf ihre Einsätze, verdeutlicht aber einen globalen Trend zur strengeren Regulierung und höheren Besteuerung. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt extrem strikt. Während die Briten über Steuersätze von 25 Prozent diskutieren, kämpfen deutsche Anbieter bereits mit einer hohen Spieleinsatzsteuer von 5,3 Prozent auf jeden einzelnen Spin, was faktisch oft einer deutlich höheren Belastung des Bruttospielertrags entspricht. Zudem gelten in Deutschland harte Limits wie die 1.000 Euro Einzahlungsgrenze pro Monat über das LUGAS-System und das 1 Euro Einsatzlimit pro Spielrunde an virtuellen Automaten. Deutsche Kunden sollten darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, um rechtliche Sicherheit und Spielerschutz nach deutschem Standard zu genießen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Casinos mit GGL-Lizenz dient das britische Beispiel als Warnung vor einer instabilen Steuerpolitik. Deutsche Anbieter müssen sich bereits in einem der am stärksten regulierten Märkte weltweit behaupten. Die strikte Trennung von legalem Markt und Schwarzmarkt ist hierzulande das zentrale Thema. Steuererhöhungen, wie sie nun in Großbritannien für den stationären Sektor vollzogen werden, könnten in Deutschland den legalen Markt schwächen, wenn Spieler zu unregulierten MGA- oder Curacao-Anbietern abwandern, die keine Steuern abführen und keine Limits einhalten. Die GGL überwacht streng, dass lizenzierte Anbieter die gesetzlichen Vorgaben umsetzen, doch jede zusätzliche finanzielle Last für die Betreiber erschwert den Wettbewerb gegen illegale Offshore-Konkurrenten, die ohne Steuerlast operieren.
Häufige Fragen
Wie hoch steigt die Steuer auf Spielautomaten in Großbritannien?
Die Machine Games Duty (MGD) für Automaten der Kategorie B wird im Rahmen des Budgets 2026 von 20 Prozent auf 25 Prozent angehoben. Dies betrifft vor allem Geräte in Wettbüros und Spielhallen.
Welche Automaten sind von der Steuererhöhung ausgenommen?
Spielautomaten in Pubs und an Küstenstandorten, die zur Kategorie C und D gehören (sogenannte Penny Slots), bleiben beim niedrigeren Steuersatz von 15 Prozent. Die Regierung möchte damit den Tourismus und die Kneipenkultur schützen.
Warum erhöht die britische Regierung die Glücksspielsteuern?
Schatzkanzler John Healey nutzt die Mehreinnahmen, um Entlastungen bei der Gewerbesteuer für den klassischen Einzelhandel und das Gastgewerbe zu finanzieren. Ziel ist die Wiederbelebung der britischen Innenstädte.
Steigt in Großbritannien auch der Mindestlohn?
Ja, der National Living Wage steigt für Personen über 21 Jahren um 3,9 Prozent auf 13,20 Pfund pro Stunde. Dies stellt eine zusätzliche finanzielle Belastung für Betreiber von Wettshops dar.
Haben diese Änderungen Auswirkungen auf deutsche Spieler?
Nein, die britischen Steuerregeln gelten nur lokal. Deutsche Spieler unterliegen den Regeln des GlüStV 2021, der unter anderem ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro und strikte Einsatzlimits vorsieht.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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