Macau: Regulierungsbehörde DICJ weist Kritik an Junket-Regeln zurück
KI-GENERIERTDie DICJ verteidigt die strikte Trennung von Casinos und Junkets. Derzeit sind nur 29 Vermittler zugelassen, was deutlich unter der gesetzlichen Obergrenze von 50 Lizenzen liegt.
In der Sonderverwaltungszone Macau sorgt die Beziehung zwischen den großen Casino-Konzessionären und den sogenannten Junkets, also den gewerblichen Spielervermittlern, für politische Spannungen. Die Glücksspielaufsichtsbehörde DICJ hat Vorwürfe zurückgewiesen, nach denen die von Casinos selbst betriebenen VIP-Bereiche in direkter Konkurrenz zu den externen Vermittlern stünden. In einer offiziellen Stellungnahme vom 12. August reagierte der amtierende DICJ-Direktor Lio Chi Chong auf parlamentarische Anfragen und stellte klar, dass beide Akteure unterschiedliche Pflichten wahrnehmen und in einem kooperativen Rahmen arbeiten. Der Gesetzgeber sieht vor, dass Junkets lediglich als Unterstützer fungieren, um Spieler anzuwerben, während der eigentliche Spielbetrieb exklusiv den Lizenzinhabern vorbehalten bleibt.
Die Diskussion wurde durch den Abgeordneten Chan Hao Weng befeuert, der eine umfassende Überprüfung der Junket-Regulierung forderte. Er argumentiert, dass die Ausweitung der direkt verwalteten VIP-Services durch die Casinos die Kanäle für Junkets zur Kundengewinnung massiv eingeschränkt habe. Dies führe zu einem ungleichen Wettbewerbsumfeld. Laut Daten der DICJ gab es im Juli 29 lizenzierte Junkets in Macau. Dies entspricht nur etwa 58 Prozent der für das Jahr 2027 festgelegten Obergrenze von 50 Lizenzen. Chan forderte die Regierung auf, die Beschränkung zu lockern, wonach jeder Junket nur mit einem einzigen Konzessionär zusammenarbeiten darf, und die fünfprozentige Steuer auf Provisionen zu senken.
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Junkets haben sich seit Januar 2023 drastisch verschärft. Die Provisionen sind gesetzlich auf maximal 1,25 Prozent des gesamten Nettoumsatzes mit Rolling-Chips begrenzt. In diese Obergrenze fallen sämtliche direkten oder indirekten Vorteile, die ein Casino dem Vermittler gewährt. Zusätzlich müssen Junkets eine Steuer von fünf Prozent auf ihre Provisionseinnahmen abführen, wobei es keinerlei Ausnahmen gibt. Die DICJ betonte, dass diese Struktur dazu dient, die Aktivitäten der Vermittler klar vom Casinobetrieb zu trennen und eine Umsatzbeteiligung, wie sie früher üblich war, zu verhindern.
„Die Regeln sollen die Entwicklung der Branche in eine gesunde und vernünftige Richtung unterstützen und eine weitere Periode exzessiver und ungeordneter Expansion verhindern.“ - Lio Chi Chong, Stellvertretender Direktor der DICJ
Trotz der strengen Vorgaben gibt es Anzeichen für eine leichte Stabilisierung des Sektors. Für das Jahr 2026 wurden 29 Junkets genehmigt, was eine Steigerung gegenüber den 24 Betreibern zu Beginn des Jahres 2025 darstellt. Dennoch ist die Branche weit von ihren Glanzzeiten entfernt. Im Jahr 2014 beherrschten noch 235 Junkets den Markt und trugen bis zu 70 Prozent zum Bruttospielertrag (GGR) bei. Die Regierung erwartet für das laufende Jahr Steuereinnahmen in Höhe von 150 Millionen MOP (ca. 18,6 Millionen USD) aus den Provisionen, was eine deutliche Steigerung gegenüber den erwarteten 100 Millionen MOP im Fiskaljahr 2025 wäre.
Hintergrund
Der Niedergang des alten Junket-Modells ist eng mit der Anti-Korruptionskampagne der chinesischen Regierung unter Präsident Xi Jinping verknüpft. Spektakuläre Kriminalfälle wie die Verurteilung von Alvin Chau, dem Gründer von Suncity, erschütterten die Branche. Chau wurde 2023 zu 18 Jahren Haft verurteilt, da er Casinos um 823,7 Milliarden HKD an nicht deklarierten Wetten betrogen und dem Staat Steuereinnahmen in Milliardenhöhe entzogen hatte. Auch Levo Chan, Chef des Junkets Tak Chun, erhielt eine 14-jährige Haftstrafe wegen organisierter Kriminalität und Geldwäsche. Diese Skandale führten dazu, dass das Vertrauen in das System der privaten VIP-Räume nachhaltig zerstört wurde.
Heute ist es Junkets in Macau untersagt, eigene Kreditlinien an Spieler zu vergeben oder VIP-Räume eigenständig zu verwalten. Dies war früher der Dreh- und Angelpunkt für illegale Kapitalabflüsse aus Festlandchina. Während der VIP-Anteil am Gesamtumsatz im Jahr 2019 noch bei über 46 Prozent lag, macht er heute nur noch etwa 27,5 Prozent aus. Analysten von JP Morgan erwarten, dass der Massenmarkt und das Automatenspiel 2026 weiter wachsen werden, während das VIP-Segment voraussichtlich um etwa 5 Prozent schrumpfen wird.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler haben die Entwicklungen in Macau keine direkten Auswirkungen auf ihren Alltag, unterstreichen aber den globalen Trend zu mehr Transparenz und staatlicher Kontrolle. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) das maßgebliche Regelwerk. Im Gegensatz zu den früher oft undurchsichtigen VIP-Strukturen in Asien setzt Deutschland auf strikte Spielerschutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Spielautomaten. Die Überwachung erfolgt zentral über Systeme wie LUGAS, was illegale Absprachen oder Geldwäsche, wie sie in Macau ein Problem waren, verhindern soll.
Spieler in Deutschland sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Casinos garantieren die Einhaltung deutscher Sicherheitsstandards. Während in Macau Junkets als Vermittler fungieren, ist in Deutschland jede Form der gewerblichen Spielvermittlung für Online-Casinos streng reglementiert und oft untersagt, um den Kanalisierungsauftrag nicht zu gefährden. Wer in Deutschland legal spielt, genießt den Schutz durch die Sperrdatei OASIS, was ein entscheidender Vorteil gegenüber weniger regulierten Märkten wie in Asien oder auch MGA-lizenzierten Anbietern ist.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz dienen die Nachrichten aus Macau als Mahnung, wie wichtig die Einhaltung von Compliance-Regeln ist. Die strikte Trennung von Marketing-Partnern (Affiliates) und dem eigentlichen Spielbetrieb ist in Deutschland ebenfalls ein zentrales Thema. GGL-lizenzierte Casinos müssen sicherstellen, dass ihre Partner keine Umsatzbeteiligungen erhalten, die zu aggressivem Werbeverhalten führen könnten. Das Beispiel Macau zeigt, dass Behörden weltweit hart durchgreifen, wenn das Gleichgewicht zwischen Marktteilnehmern gestört ist oder illegale Finanzströme vermutet werden. Die deutsche Regulierung ist hier bereits einen Schritt weiter und verhindert durch LUGAS und die Whitelist-Pflicht eine unkontrollierte Expansion von Graumarkt-Strukturen.
Häufige Fragen
Wie viele Junkets sind derzeit in Macau lizenziert?
Im Juli gab es 29 lizenzierte Junket-Betreiber in Macau. Diese Zahl liegt deutlich unter der von der Regierung festgelegten Obergrenze von 50 Lizenzen für das Jahr 2027.
Warum kritisieren Abgeordnete die aktuelle Regelung?
Der Abgeordnete Chan Hao Weng sieht eine unfaire Konkurrenz, da Casinos eigene VIP-Services ausbauen und Junkets auf nur einen Partner-Konzessionär beschränkt sind. Er fordert zudem eine Senkung der fünfprozentigen Steuer auf Provisionen.
Wie hoch ist die Provisionsgrenze für Spielervermittler in Macau?
Seit Januar 2023 ist die Provision für Junkets auf 1,25 Prozent des Nettoumsatzes mit Rolling-Chips gedeckelt. Diese Grenze umfasst alle finanziellen Vorteile, die Vermittler von den Casinos erhalten.
Dürfen Junkets in Macau weiterhin VIP-Räume verwalten?
Nein, nach dem neuen Glücksspielgesetz von 2023 dürfen Junkets keine VIP-Räume mehr eigenständig führen oder Kredite an Spieler vergeben. Diese Aufgaben liegen nun ausschließlich bei den Casino-Konzessionären.
Welche Bedeutung hat das monatliche Limit für Spieler in Deutschland?
In Deutschland gilt gemäß GlüStV 2021 ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat. Dies dient dem Spielerschutz und wird über das zentrale System LUGAS kontrolliert, um Überschuldung zu vermeiden.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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