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Spielerschutz

Hass im Visier: Massachusetts führt Sperren für Sportwetten-Hooligans ein

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Hass im Visier: Massachusetts führt Sperren für Sportwetten-Hooligans einKI-GENERIERT

Die Massachusetts Gaming Commission (MGC) startet das Programm 'Bet on Respect'. Wer Profisportler belästigt, riskiert unter anderem den Ausschluss von Casinos gemäß Verordnung 205 CMR 152.

Die Massachusetts Gaming Commission (MGC) greift hart durch. In einer Zeit, in der Sportwetten immer präsenter werden, häufen sich die Schattenseiten für die Akteure auf dem Feld. Die Regulierungsbehörde hat am 1. September 2026 den Startschuss für eine neue Initiative namens Bet on Respect gegeben. Das Ziel ist klar definiert: Sportler, Trainer und Offizielle sollen vor Belästigungen geschützt werden, die im direkten Zusammenhang mit Wortergebnissen oder verlorenen Wetten stehen. Dass dies kein Kavaliersdelikt ist, unterstreicht die Behörde durch die Androhung massiver Sanktionen für fehlgeleitete Fans.

Seit der Legalisierung von Sportwetten im Bundesstaat ist die Zahl der Übergriffe auf Athleten messbar gestiegen. Oft entlädt sich der Frust über verlorene Wettscheine in sozialen Medien oder direkt am Spielfeldrand. Die MGC nutzt nun den rechtlichen Rahmen der Verordnung 205 CMR 152, um Personen, die Sportler einschüchtern oder belästigen, den Zugang zu Casinos und Wettplattformen im Commonwealth dauerhaft zu untersagen. Es geht dabei nicht um das übliche Anfeuern oder harmlose Frotzeleien, sondern um gezielte psychische Gewalt.

Zahlen und Fakten

Im Zentrum der neuen Initiative steht ein digitales Meldeportal. Hier können Vertreter von Ligen, Spielervereinigungen, College-Sportprogrammen oder die Athleten selbst Verdachtsfälle melden. Die Kommission hat angekündigt, jede Meldung gründlich zu prüfen. Sollte sich der Vorwurf der Belästigung bestätigen, folgt die Aufnahme in die Liste der unfreiwillig ausgeschlossenen Personen. Um die Reichweite der Kampagne zu erhöhen, hat die MGC ein Video veröffentlicht, in dem Stars der Boston Bruins, Boston Celtics, Boston Red Sox und der New England Revolution auftreten. Diese Kooperation zeigt, wie ernst die großen Profi-Ligen das Problem mittlerweile nehmen.

Jordan Maynard, der Vorsitzende der Massachusetts Gaming Commission, stellte während der Bekanntgabe unmissverständlich klar, wo die Grenze verläuft. Sein Appell richtet sich an die Vernunft der erwachsenen Teilnehmer am Glücksspielmarkt.

„Gut gemeintes Anfeuern und Buhrufe sind bei Sportveranstaltungen akzeptabel und werden sogar erwartet, aber Sportwetten sind eine Aktivität für Erwachsene, und Erwachsene sollten es besser wissen, als die Grenze zur Belästigung zu überschreiten. Athleten, Offizielle und andere, die mit den Spielen, auf die gewettet wird, in Verbindung stehen, verdienen es, während und im Umfeld des Wettbewerbs frei von Einschüchterung zu sein.“ - Jordan Maynard, Vorsitzender der Massachusetts Gaming Commission

Hintergrund

Der Bundesstaat Massachusetts gilt in den USA als Vorreiter bei strengen Regulierungen. Erst kürzlich gab es Spannungen mit den Anbietern, als die MGC für den 11. September ein Treffen anberaumte, um über Einsatzlimits für erfolgreiche Spieler zu sprechen. Ein früheres Treffen wurde von den Betreibern boykottiert, da sie Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes hatten. Dass die Behörde nun mit Bet on Respect eine weitere Schutzmaßnahme einführt, zeigt den anhaltenden Druck auf die Branche, Verantwortung für die sozialen Folgen des Glücksspiels zu übernehmen. Währenddessen prognostiziert die American Gaming Association (AGA) für die NFL-Saison 2024 und 2025 Wetteinsätze von mindestens 35 Milliarden US-Dollar, was die wirtschaftliche Dimension und das potenzielle Konfliktpotenzial verdeutlicht.

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland ist das Thema Spielerschutz durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bereits sehr engmaschig reguliert, auch wenn ein spezifisches Portal gegen Sportler-Belästigung in dieser Form noch nicht existiert. Deutsche Kunden, die bei Anbietern mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) wetten, unterliegen strengen Kontrollen. Das anbieterübergreifende Sperrsystem OASIS würde es theoretisch ermöglichen, Personen bei schwerwiegenden Verstößen gegen die Integrität des Sports oder bei kriminellem Verhalten vom Spielbetrieb auszuschließen. Wer sich im Internet zu Hassrede gegen Sportler hinreißen lässt, muss auch hierzulande mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, die über das Glücksspielrecht hinausgehen. Das deutsche 1.000-Euro-Einzahlungslimit und das LUGAS-System dienen primär dem Selbstschutz des Spielers, doch die Debatte um die Sicherheit von Athleten gewinnt auch in Europa an Bedeutung.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber von Online-Casinos und Wettportalen mit GGL-Lizenz bedeutet die Entwicklung in den USA eine Mahnung, die sozialen Medien und das Verhalten ihrer Kunden besser zu überwachen. Die GGL-Whitelist stellt sicher, dass nur seriöse Anbieter am Markt sind, die Mechanismen zur Früherkennung von problematischem Spielverhalten nutzen. Ein Verhalten, wie es in Massachusetts nun sanktioniert wird, widerspricht den Grundsätzen des verantwortungsbewussten Spielens (Responsible Gaming). Deutsche Anbieter müssen sicherstellen, dass ihre Plattformen nicht als Katalysator für Hass dienen. Die Kooperation zwischen Behörden und Sportvereinen, wie sie Massachusetts mit den Boston Celtics vorlebt, könnte ein Zukunftsmodell für deutsche Verbände sein, um die Integrität des Sports zu wahren.

Häufige Fragen

Was ist das Ziel der Initiative Bet on Respect?

Die Initiative der Massachusetts Gaming Commission soll Sportler und Offizielle vor Belästigung und Einschüchterung schützen, die durch Sportwetten ausgelöst werden. Hierfür wurde ein spezielles Portal eingerichtet, über das Missbrauchsfälle gemeldet werden können.

Welche Strafen drohen bei der Belästigung von Sportlern in Massachusetts?

Personen, denen Belästigung nachgewiesen wird, können gemäß der Verordnung 205 CMR 152 unfreiwillig von allen Casinos und Sportwettenangeboten ausgeschlossen werden. Dies bedeutet ein dauerhaftes Hausverbot für legale Glücksspieleinrichtungen im Bundesstaat.

Wie viel Geld wird laut AGA in der NFL-Saison 2024 und 2025 gewettet?

Die American Gaming Association (AGA) prognostiziert, dass in der laufenden Saison mindestens 35 Milliarden US-Dollar auf Spiele der NFL gesetzt werden. Dies unterstreicht die enorme Bedeutung des Marktes und das damit verbundene Risiko für Reibungen zwischen Fans und Sportlern.

Können Sportler Belästigungen direkt an die Behörde melden?

Ja, das neue Portal ist explizit für Spieler, Spielervereinigungen, Vertreter von Colleges und Sportstätten konzipiert. Die Kommission leitet nach einer Meldung eine Untersuchung ein, um den Sachverhalt zu klären.

Gibt es solche Sperren auch für Spieler in Deutschland?

In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 den Ausschluss über das OASIS-System. Während dort vor allem Selbstschutz im Fokus steht, können auch Fremdsperren bei Fehlverhalten erfolgen, sofern der Anbieter eine GGL-Lizenz besitzt.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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