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Merkur AG erobert Frankreich: Übernahme der Société Française de Casinos fix

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Merkur AG erobert Frankreich: Übernahme der Société Française de Casinos fixKI-GENERIERT

Die Merkur AG expandiert nach Frankreich und übernimmt für einen Aufschlag von 196 Prozent sieben Spielbanken der Société Française de Casinos.

Die Merkur AG setzt ihren Expansionskurs in Europa mit einem Paukenschlag fort. Der deutsche Glücksspielgigant, der unter dem Dach der Gauselmann Familien Stiftung operiert, hat sich mit der Société Française de Casinos (SFC) auf eine vollständige Übernahme geeinigt. Damit sichert sich das Unternehmen aus Espelkamp den Zugang zu sieben landbasierten Casinos in Frankreich. Dieser Schritt ist nicht nur eine einfache Erweiterung des Portfolios, sondern ein klares Signal an die Konkurrenz in einem Markt, der sich derzeit massiv im Umbruch befindet. Frankreich gilt traditionell als komplexes Pflaster für Glücksspielanbieter, doch die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass die großen Player der Branche das Land als strategisches Kernziel für das laufende Jahrzehnt auserkoren haben.

Die Akquisition kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche in Frankreich einen regelrechten Goldrausch erlebt. Erst im Januar 2025 sicherte sich der österreichische Rivale Novomatic die elf Betriebe der Vikings Casinos. Im Juli folgte dann die Banijay Group, Muttergesellschaft von Betclic, die sich mit der JOA Groupe und deren 33 Resorts verstärkte. Dass nun auch Merkur nachzieht, unterstreicht die Attraktivität der französischen Casino-Landschaft. Für Merkur bedeutet dieser Deal den direkten Einstieg in ein Umfeld, das durch das spezifische Modell der Wartungs- und Liefergesellschaften (Sociétés de Fourniture et de Maintenance, kurz SFM) geprägt ist. Da Merkur eigene Geräte herstellt, entfallen künftig Zwischenhändlergebühren für die eigenen Standorte, was die Margen deutlich verbessern dürfte.

Zahlen und Fakten

Der finanzielle Aufwand, den Merkur für diesen Markteintritt betreibt, ist beachtlich. Das Unternehmen bietet 6,20 Euro pro SFC-Aktie. Da das Papier derzeit bei etwa 2,40 Euro gehandelt wird, entspricht dies einer Prämie von satten 196 Prozent. Die Société Française de Casinos erwartet für das laufende Jahr einen Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue) von 22,5 Millionen Euro. Der Nettospielertrag soll sich auf 13,3 Millionen Euro belaufen, während ein EBITDA von rund 3,5 Millionen Euro prognostiziert wird. Die Tatsache, dass Merkur bereit ist, fast das Dreifache des aktuellen Marktwertes zu zahlen, zeigt, dass es hier um weit mehr als nur den aktuellen Cashflow der sieben Spielbanken geht. Es ist eine Wette auf die Zukunft und möglicherweise auf eine umfassende Regulierung des digitalen Marktes.

Hintergrund

Branchenbeobachter sehen in der Häufung dieser Übernahmen ein Vorzeichen für die Legalisierung von Online-Casinos in Frankreich. Bisher sind dort vor allem Sportwetten, Poker und Pferdewetten im Internet erlaubt. Ein regulierter Markt für virtuelle Spielautomaten und Tischspiele könnte jedoch bald Realität werden, angelehnt an das sogenannte JADE-Projekt des Branchenverbandes Casinos de France. Dieses Modell sieht vor, dass landbasierte Betreiber bei der Vergabe von Online-Lizenzen bevorzugt werden oder diese direkt erhalten.

„Aus regulatorischer Sicht ist kaum zu übersehen, dass dieser Deal Banijay in eine einzigartige Position bringt: als Speerspitze für Online-Betreiber und als einer der drei größten landbasierten Betreiber, der eine Reihe wichtiger regulatorischer und kommerzieller Gespräche beeinflussen kann.“ - Jake Pollard, Europa-Korrespondent

Diese Einschätzung lässt sich nahtlos auf Merkur übertragen. Durch den Besitz physischer Standorte sichert sich die Gauselmann-Gruppe einen Platz am Verhandlungstisch, falls die französische Regierung den Online-Sektor öffnet. Die Kombination aus lokaler Präsenz und der bereits vorhandenen technologischen Infrastruktur für Online-Gaming macht Merkur zu einem Schwergewicht im potenziellen französischen Online-Markt.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland ändert sich durch diesen Zukauf unmittelbar nichts an den strengen Regeln des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Dennoch zeigt die Expansion von Merkur, dass deutsche Unternehmen international zu den treibenden Kräften gehören. In Deutschland bleibt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) die entscheidende Instanz. Wer hierzulande bei Merkur oder anderen legalen Anbietern spielt, muss sich weiterhin an das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat halten, das über das LUGAS-System überwacht wird. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten bleibt bestehen. Der Zukauf in Frankreich stärkt jedoch die wirtschaftliche Basis von Merkur, was langfristig auch die Stabilität und Innovationskraft der Angebote auf dem deutschen Markt sichern könnte.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die GGL-lizenzierten Anbieter stehen unter einem enormen Wettbewerbsdruck durch den unregulierten Schwarzmarkt aus Curacao oder Malta, wo Spielerschutz oft kleingeschrieben wird. Dass sich ein deutsches Urgestein wie Merkur nun so massiv in Frankreich einkauft, signalisiert, dass regulierte Anbieter auf Wachstum setzen, anstatt sich defensiv zu verhalten. Für andere deutsche Lizenznehmer könnte dies ein Ansporn sein, ebenfalls in Märkte zu investieren, die kurz vor einer Liberalisierung stehen. Es verdeutlicht zudem, dass eine starke landbasierte Basis oft der Schlüssel zum Erfolg im digitalen Sektor ist. Während MGA-Casinos oft nur eine Briefkastenadresse vorweisen, punktet Merkur mit echter Substanz und Arbeitsplätzen vor Ort, was die Glaubwürdigkeit gegenüber Regulierungsbehörden wie der GGL massiv erhöht.

Häufige Fragen

Warum kauft Merkur die Société Française de Casinos?

Merkur möchte in den französischen Markt einsteigen und übernimmt dafür sieben landbasierte Casinos. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer möglichen Legalisierung von Online-Casinos in Frankreich, bei der lokale Casinobetreiber eine zentrale Rolle spielen dürften.

Wie viel zahlt Merkur für die Übernahme?

Merkur bietet 6,20 Euro pro Aktie, was einem Aufschlag von 196 Prozent auf den aktuellen Börsenwert von 2,40 Euro entspricht. Die SFC erwartet für dieses Jahr einen Bruttospielertrag von 22,5 Millionen Euro.

Wann wird der Deal abgeschlossen?

Die Übernahme soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 vollständig abgeschlossen sein. Damit folgt Merkur anderen großen Anbietern wie Novomatic und Banijay, die ebenfalls kürzlich in Frankreich investiert haben.

Hat dieser Deal Auswirkungen auf Spieler in Deutschland?

Unmittelbar gibt es keine Änderungen für deutsche Kunden, da in Deutschland weiterhin der Glücksspielstaatsvertrag 2021 mit seinen strengen Limits gilt. Die GGL überwacht weiterhin alle legalen Angebote und sorgt für die Einhaltung des 1.000-Euro-Einzahlungslimits sowie der LUGAS-Registrierung.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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