Alle Casino News auf Deutsch
Markt

Morgan Stanley senkt DraftKings-Kursziel: Milliardenumsatz bei sinkender Profitabilität

23. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Morgan Stanley senkt DraftKings-Kursziel: Milliardenumsatz bei sinkender Profitabilität

Die Investmentbank Morgan Stanley passt ihre Prognosen für DraftKings nach unten an. Das Kursziel sinkt von 39 auf 36 US-Dollar, während die Marketingkosten massiv steigen.

Die Welt der Sportwetten und Online-Casinos ist ein hartes Pflaster, auf dem selbst Giganten wie DraftKings kräftig investieren müssen, um oben zu bleiben. Aktuelle Analysen der Investmentbank Morgan Stanley zeigen nun ein Bild, das Anleger aufhorchen lässt. Trotz eines rasanten Wachstums in neuen Marktsegmenten, wie den sogenannten Prediction Markets, drücken die hohen Ausgaben für die Kundenakquise massiv auf die kurzfristige Profitabilität. Wer dachte, dass der Weg nach oben nur aus grünen Zahlen besteht, sieht sich eines Besseren belehrt. DraftKings kämpft an vielen Fronten gleichzeitig und muss dabei tief in die Tasche greifen.

Besonders auffällig ist der Kontrast zwischen den steigenden Umsatzerwartungen und dem tatsächlichen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Während die Erlöse langfristig durch die Decke gehen sollen, schmilzt der Puffer für das laufende Jahr dahin. Die Analysten haben ihr Kursziel für die Aktie von ehemals 39 auf nun 36 US-Dollar korrigiert. Das wirkt auf den ersten Blick wie eine kleine Anpassung, doch dahinter stecken Millionenbeträge, die nun anders bewertet werden. Die Euphorie des letzten Jahres, als Morgan Stanley noch positivere Prognosen abgab, ist einer realistischen Einschätzung gewichen, die den harten Wettbewerb im Glücksspielsektor widerspiegelt.

Zahlen und Fakten

Die konkreten Daten aus dem Bericht offenbaren die finanzielle Belastung. Morgan Stanley prognostiziert für das zweite Quartal nun ein EBITDA von etwa 150 Millionen Dollar. Das liegt deutlich unter der Konsumschätzung der Analysten, die bisher von rund 175 Millionen Dollar ausgingen. Ein wesentlicher Grund für diese Diskrepanz sind die geplanten Marketinginvestitionen in Prognosemärkte. Hier rechnet die Bank mit Ausgaben in Höhe von 100 Millionen Dollar im zweiten Quartal und weiteren 125 Millionen Dollar im dritten Quartal. Diese massiven Summen dienen dazu, neue Kunden zu gewinnen, belasten aber die Bilanz erheblich.

Auch für die kommenden Jahre wurden die Erwartungen angepasst. DraftKings wird voraussichtlich EBITDA-Verluste von etwa 290 Millionen Dollar im Jahr 2026 und 40 Millionen Dollar im Jahr 2027 verzeichnen. Erst für das Jahr 2028 rechnen die Experten mit einer Rückkehr in die Gewinnzone und einem geschätzten EBITDA-Gewinn von 125 Millionen Dollar. Trotz dieser Verluste in der nahen Zukunft hebt Morgan Stanley die Umsatzprognosen an. Für das Jahr 2026 werden Einnahmen von 6,94 Milliarden Dollar erwartet, die im Jahr 2027 auf stolze 8,03 Milliarden Dollar ansteigen sollen. Die Bank korrigierte zudem die Prognose für das bereinigte EBITDA im Jahr 2026 von 791 Millionen Dollar nach unten auf 767 Millionen Dollar.

Hintergrund

Der Grund für die Anpassungen liegt nicht nur an den Ausgaben, sondern auch an einer detaillierteren Modellierung der Marktchancen. Die Analysten berücksichtigen nun auch Kombinationswetten (Parlays) und Börsengebühren in ihren Berechnungen. Ein weiterer Faktor war die FIFA-Weltmeisterschaft, die zwar für viel Aktivität sorgte, am Ende aber zu einem etwas schwächeren Brutto-Hold (dem Prozentsatz der Einsätze, den der Buchmacher behält) führte, als ursprünglich erhofft. DraftKings versucht zudem, seine Position durch interne Umstrukturierungen zu stärken, etwa durch die Zusammenlegung des Poker-Geschäfts in den US-Bundesstaaten Michigan, Pennsylvania und New Jersey.

„Die leichte Senkung spiegelt die höheren erwarteten Ausgaben für Prognosemärkte wider, was wahrscheinlich die kurzfristige Rentabilität unter Druck setzen wird.“ - Unbenannter Analyst, Morgan Stanley

Dieser Druck ist typisch für die Branche, in der Marktanteile oft teuer erkauft werden müssen. Wer nicht investiert, verliert den Anschluss an die Konkurrenz, die in den USA ebenfalls mit Milliardenbudgets hantiert.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für uns in Deutschland ist diese Entwicklung bei US-Riesen wie DraftKings eine wichtige Erinnerung daran, wie stabil und reguliert unser eigener Markt im Vergleich dazu ist. Während in den USA oft mit gigantischen Verlusten um Marktanteile gekämpft wird, setzt der deutsche Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) klare Grenzen, die sowohl die Anbieter als auch die Spieler schützen. Ein DraftKings-Modell der extremen Expansion wäre unter den Augen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) kaum denkbar. Deutsche Spieler profitieren hierzulande von der LUGAS-Datenbank, die ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle Anbieter hinweg sicherstellt. Das verhindert, dass Spieler in einen Sog aus übermäßigen Werbeversprechen und riskantem Setzverhalten geraten.

Außerdem sorgt das Einsatzlimit von einem Euro pro Spielrunde bei virtuellen Automatenspielen dafür, dass der Spielspaß im Vordergrund steht und nicht das Verbrennen von Vermögen. Wer bei einem in Deutschland lizenzierten Anbieter spielt, kann sich darauf verlassen, dass dieser auf der offiziellen Whitelist der GGL steht. Diese Anbieter müssen hohe Sicherheitsleistungen hinterlegen und strenge Spielerschutzkonzepte vorlegen. In den USA hingegen sehen wir oft, dass der Fokus der Unternehmen fast ausschließlich auf dem Gross Gaming Revenue (GGR) und dem schnellen Wachstum liegt, was manchmal zulasten der langfristigen Stabilität geht.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die deutschen Casinos mit GGL-Lizenz agieren in einem Umfeld, das Planungssicherheit bietet. Im Gegensatz zu Anbietern aus Übersee oder illegalen Casinos mit Lizenzen aus Curacao oder von der MGA, die oft aggressiv und ohne Rücksicht auf Verluste werben, müssen deutsche Betreiber nachhaltig wirtschaften. Ein GGL-Casino wird niemals 200 Millionen Euro Verlust pro Jahr allein für Marketing in einem kleinen Segment einplanen, weil die regulatorischen Hürden eine solche aggressive Akquise erschweren. Das ist aber ein Vorteil für den Verbraucher. Man weiß, dass der Anbieter liquide ist und Gewinne garantiert ausgezahlt werden. Ein Blick auf die Finanzdaten von US-Unternehmen zeigt, wie volatil das Geschäft sein kann, wenn keine strengen Regeln wie das Verbot von bestimmten Bonusformen oder die strikte Trennung von Sportwetten und Slots herrschen.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

Verwandte Themen