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Spielerschutz

New Jersey gegen VIP-Werbung: Ausnutzung von Spielsüchtigen im Visier

14. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
New Jersey gegen VIP-Werbung: Ausnutzung von Spielsüchtigen im VisierKI-GENERIERT

New Jersey verschärft die Werberegeln für Glücksspiele: Nach einem Skandal um einen Spieler, der 1,5 Millionen Dollar verlor und dennoch personalisierte Promi-Videos erhielt, soll Werbung für Süchtige nun verboten werden.

In New Jersey bahnt sich eine Zäsur im Umgang mit VIP-Programmen und Sportwetten-Marketing an. Die Gesetzgeber des Bundesstaates reagieren mit drastischen Forderungen auf Berichte über räuberische Marketingmethoden, die gezielt Personen mit Spielsuchtproblemen ins Visier nehmen. Im Zentrum der Debatte steht die Resolution AR 150, die vom Ausschuss für Tourismus, Glücksspiel und Kunst einstimmig verabschiedet wurde. Diese Maßnahme ist ein deutliches Signal an die Industrie, dass das bisherige Modell der maximalen Kundenbindung um jeden Preis politisch nicht mehr tragbar ist.

Der aktuelle Vorstoß ist kein theoretisches Konstrukt, sondern die direkte Antwort auf einen schockierenden Fall, der die Schattenseiten des VIP-Marketings beleuchtet. Ein betroffener Spieler namens Terry Thompson hatte laut Berichten über 1,5 Millionen Dollar bei dem Anbieter FanDül verloren. Trotz dieser offensichtlichen Anzeichen einer schweren Sucht und massiver finanzieller Notlage erhielt er weiterhin hochgradig personalisierte Werbebotschaften. Diese Methoden zielen darauf ab, den sogenannten Customer Lifetime Value zu maximieren, selbst wenn dies den Ruin des Einzelnen bedeutet.

Zahlen und Fakten

Die Details des Falls Thompson sind erschütternd. Der Spieler gab an, Anteile seines Unternehmens verkauft und mehrere Hypotheken auf sein Haus aufgenommen zu haben, um seine Sucht zu finanzieren. In dieser Phase erhielt er ein Video des Philadelphia Phillies Stars Bryce Harper, der ihn namentlich ansprach und sogar seinen Sohn erwähnte. Harper selbst distanzierte sich später von der Aktion und gab an, das Video über die Plattform Cameo für einen vermeintlich privaten Gruß aufgenommen zu haben, ohne von der Nutzung durch FanDül zu wissen.

„Es wurde explizit klargestellt, dass dieses Video erstellt wurde, um das Glücksspiel dieser Person weiter zu fördern.“ - William Mön, Vorsitzender des Ausschusses und Autor von AR 150

Die Resolution AR 150 fordert nun ein striktes Verbot solcher Praktiken. Parallel dazu wurde die Maßnahme A5210 verabschiedet. Diese sieht vor, dass Personen auf Selbstausschlusslisten verpflichtend Schulungs- und Beratungsvideos ansehen müssen, bevor sie einen Antrag auf Aufhebung ihrer Sperre stellen können. Zudem soll es Dritten ermöglicht werden, unter bestimmten finanziellen Nachweisen den Ausschluss eines gefährdeten Angehörigen zu beantragen.

Hintergrund

Das VIP-Marketing in den USA ist bisher deutlich weniger reguliert als in Deutschland. Anbieter nutzen VIP-Manager, um High-Roller mit Boni, Geschenken und persönlicher Betreuung bei Laune zu halten. Im Fall Thompson wurde das Video laut den Dokumenten von einer VIP-Managerin namens Bryttanni in Auftrag gegeben. Die Sports Betting Alliance, ein Branchenverband, lehnte den Gesetzentwurf zwar ab, verzichtete jedoch auf eine offizielle Aussage während der Ausschusssitzung am Montag. Die New Jersey Racing Commission und die Division of Gaming Enforcement werden nun voraussichtlich Vorschriften erarbeiten müssen, um diese Resolution in verbindliches Recht zu gießen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler klingen diese Zustände wie aus einer anderen Zeit, da der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bereits sehr strenge Riegel vorgeschoben hat. In Deutschland ist die Überwachung durch das LUGAS-System und die Sperrdatei OASIS zentral geregelt. Ein Fall wie der von Terry Thompson wäre bei einem Anbieter mit GGL-Lizenz (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) technisch kaum möglich. Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten verhindern solche Millionenverluste in kurzer Zeit.

Dennoch zeigt die Entwicklung in New Jersey, wie wichtig ein robuster Spielerschutz ist. Deutsche Kunden sollten sich bewusst sein, dass nur lizenzierte Anbieter auf der Whitelist der GGL diese Schutzmechanismen garantieren. Wer bei Anbietern aus Malta (MGA) oder Curacao spielt, setzt sich einem deutlich höheren Risiko aus, Opfer von aggressivem Marketing zu werden, da dort die strengen deutschen Regeln zu Einzahlungslimits und Werbeverboten nicht greifen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die deutschen Betreiber können die Entwicklungen in den USA als Bestätigung ihres strengen Regulierungsrahmens sehen. Während in New Jersey nun über Verbote von personalisierter VIP-Werbung debattiert wird, gehört die Einhaltung von Sozialkonzepten und Früherkennungssystemen in Deutschland längst zum Standard für eine Lizenzierung. Die GGL achtet penibel darauf, dass Marketingmaßnahmen nicht irreführend sind und keine gefährdeten Gruppen ansprechen. Die Resolution AR 150 könnte langfristig dazu führen, dass internationale Konzerne ihre globalen Marketingstrategien anpassen, was letztlich auch die Qualität des Spielerschutzes in Europa weiter harmonisieren könnte.

Häufige Fragen

Was ist der Kern der Resolution AR 150 in New Jersey?

Die Resolution fordert ein Verbot von gezielter Glücksspielwerbung für Personen, die Anzeichen von Spielsucht zeigen oder bereits hohe Verluste erlitten haben. Dies geschah als Reaktion auf einen Fall, bei dem ein süchtiger Spieler personalisierte VIP-Marketingvideos erhielt.

Wer ist Terry Thompson und welche Rolle spielt er in diesem Fall?

Terry Thompson ist ein Spieler, der laut Berichten über 1,5 Millionen Dollar bei FanDül verlor. Sein Schicksal wurde öffentlich, weil er trotz seiner Sucht und finanziellen Notlage mit einem Video des Baseball-Stars Bryce Harper zur Fortsetzung des Spiels animiert wurde.

Welche neuen Regeln gelten für die Selbstsperre in New Jersey?

Zusätzlich zum Werbeverbot müssen gesperrte Spieler künftig Schulungsvideos ansehen, bevor sie von der Liste gestrichen werden können. Zudem können Familienmitglieder unter bestimmten Bedingungen den Ausschluss eines Angehörigen beantragen, wenn finanzielle Abhängigkeiten bestehen.

Warum ist Bryce Harper in den Skandal verwickelt?

Der Baseball-Profi nahm ein Video auf der Plattform Cameo auf, das von einer FanDül-Mitarbeiterin unter falschem Vorwand bestellt wurde. Harper wusste nicht, dass sein Gruß für die aggressive Bewerbung eines VIP-Kunden mit massiven Verlusten missbraucht wurde.

Wie unterscheidet sich die Lage in New Jersey von Deutschland?

In Deutschland verhindert der GlüStV 2021 durch das LUGAS-System und das 1.000 Euro Einzahlungslimit solche massiven Verluste weitgehend. Während New Jersey jetzt erst über VIP-Einschränkungen debattiert, sind diese in Deutschland durch die GGL-Aufsicht bereits strikt reguliert.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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