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Steuerstreit in New York: Droht dem 7,5 Milliarden Dollar Casino das Aus?

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Steuerstreit in New York: Droht dem 7,5 Milliarden Dollar Casino das Aus?KI-GENERIERT

In New York City bahnt sich ein Finanzdebakel an: Eine geplante Steuerlast von 72 Prozent bedroht das Megaprojekt von Resorts World und sorgt für politischen Zündstoff.

Die glitzernde Zukunft der New Yorker Casino-Welt bekommt tiefe Risse, noch bevor der erste Spatenstich für die Erweiterung vollständig abgeschlossen ist. In Queens bahnt sich ein beispielloser Streit zwischen dem malaysischen Glücksspielriesen Genting, der Resorts World betreibt, und den staatlichen Regulierungsbehörden an. Im Zentrum steht eine Steuerforderung, die selbst für den Hochsteuerstaat New York astronomisch wirkt. Mit einer kombinierten Rate von 72 Prozent auf Slot-Einnahmen steht die Wirtschaftlichkeit eines der ambitioniertesten Bauprojekte der USA auf dem Spiel. Während Resorts World NYC bereits als einer der größten Steuerzahler der Region gilt, könnte diese neue Auslegung der Gesetze das gesamte Vorhaben zum Einsturz bringen.

Der Konflikt entzündet sich an der Frage, wie die Abgaben für die lokale Pferderennindustrie verrechnet werden. Genting ging bei der Bewerbung um eine der drei begehrten Full-Scale-Lizenzen von einem Steuersatz von 56 Prozent aus, in dem die Fördergelder für den Rennsport bereits enthalten sein sollten. Die New York State Gaming Commission sieht das jedoch anders und deklariert die 16 Prozent für den Pferdesport als zusätzliche Last. Dies hat eine Welle des Protests ausgelöst, die bis in die höchsten politischen Kreise von Albany reicht. Senatoren und Abgeordnete fordern nun ein Eingreifen der Gouverneurin, um einen massiven wirtschaftlichen Schaden für den Stadtbezirk Queens abzuwenden.

Zahlen und Fakten

Die Dimensionen des Streits sind gewaltig. Resorts World plant eine Investition von 7,5 Milliarden US-Dollar, um den Standort am Aqueduct Racetrack in ein integriertes Resort der Superlative zu verwandeln. Auf einer Fläche von 73 Hektar sollen bis zum Jahr 2030 rund 2.000 Hotelzimmer, ein riesiger Casinobereich, Restaurants und ein Park entstehen. Durch das Projekt sollen 10.000 dauerhafte Arbeitsplätze und Baujobs geschaffen werden. Im Vergleich zu anderen US-Bundesstaaten wirken die geforderten 72 Prozent surreal. In New Jersey liegt der Steuersatz für landbasierte Casinos bei lediglich 9,25 Prozent, in Michigan bei 19 Prozent und in Ohio bei 33 Prozent. Selbst innerhalb New Yorks sorgt die Unsicherheit für Unmut, da auch die Mitbewerber Bally's im Bronx-Distrikt und Hard Rock (Metropolitan Park) von der regulatorischen Stabilität abhängen.

„Diese Unsicherheit bedroht nun nicht nur ein einzelnes Unternehmen, sondern private Investitionen in Milliardenhöhe, Tausende von Arbeitsplätzen, lokale Geschäfte und die Gemeinschaften, die wir vertreten.“ - Gregory Meeks, Vorsitzender der Queens Democratic Party

Hintergrund

Resorts World operierte bisher als reiner Automaten-Salon (Slots Parlour), bevor es am 15. Dezember des vergangenen Jahres den Zuschlag für eine der drei neuen Volllizenzen erhielt. Damit darf das Casino nun auch klassische Tischspiele wie Blackjack, Baccarat und Craps anbieten. Doch die Freude über den Erfolg währte nur kurz. Die Gaming Commission, die der Aufsicht von Gouverneurin Kathy Hochul untersteht, beharrt auf der strikten Trennung der Abgabentöpfe. Laut Quellen aus dem Umfeld des Unternehmens geht es um Zahlungen von mindestens 150 Millionen US-Dollar jährlich, die zusätzlich zur regulären Casinosteuer fällig würden. Über einen Zeitraum von vier Jahren könnten sich diese Kosten auf über 500 Millionen US-Dollar summieren, da Resorts World die Last derzeit allein tragen muss, solange die Konkurrenzprojekte in der Bronx und am Metropolitan Park noch nicht eröffnet sind. Letztere werden voraussichtlich erst Mitte 2030 ihren Betrieb aufnehmen.

Der demokratische Staatssenator Joe Addabbo, Vorsitzender des Ausschusses für Rennsport, Glücksspiel und Wetten, bezeichnete die Rate als exzessiv hoch. Er drängt darauf, dass die Gaming Commission ihre Position überdenkt. Ein Sprecher der Gouverneurin betonte jedoch gegenüber der Presse, dass das Gesetz die Rennsport-Unterstützungszahlungen seit jeher separat von den Steuersätzen betrachtet habe. Dennoch scheint hinter den Kulissen Bewegung in die Sache zu kommen. Ein Gesetzentwurf wird diskutiert, der es der Kommission erlauben würde, die Zahlungen direkt aus dem Commercial Gaming Revenue Fund zu leisten, der eigentlich für Bildung und den öffentlichen Nahverkehr reserviert ist.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Casinofans mag ein Steuerstreit in New York weit weg klingen, doch er verdeutlicht ein globales Phänomen: Die zunehmende steuerliche Belastung regulierter Märkte. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt extrem streng. Während in New York über 72 Prozent auf Bruttospielerträge gestritten wird, kämpfen deutsche Anbieter mit einer Einsatzsteuer von 5,3 Prozent auf jeden Spin bei Online-Slots. Dies führt dazu, dass die Auszahlungsquoten (RTP) in legalen deutschen Casinos oft niedriger sind als auf dem Schwarzmarkt. Spieler in Deutschland sollten dennoch ausschließlich auf Anbieter der GGL-Whitelist setzen. Nur dort greifen Schutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von einem Euro pro Spielrunde.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen unter ähnlichem wirtschaftlichen Druck wie die Betreiber in New York. Hohe Abgaben und strenge regulatorische Auflagen erschweren den Wettbewerb mit illegalen MGA- oder Curacao-Anbietern. Der Fall Resorts World zeigt, dass selbst in etablierten Märkten wie den USA plötzliche regulatorische Änderungen die Kalkulationen sprengen können. Für deutsche Lizenznehmer bedeutet dies, dass Transparenz und eine enge Kommunikation mit der Behörde essenziell sind, um langfristige Planungssicherheit zu gewährleisten. Die GGL überwacht strikt, dass Steuern abgeführt werden und der Spielerschutz durch IT-Systeme wie OASIS gewährleistet bleibt.

Häufige Fragen

Warum soll Resorts World New York 72 Prozent Steuern zahlen?

Zusätzlich zum vereinbarten Steuersatz von 56 Prozent verlangt die New York State Gaming Commission eine Abgabe von 16 Prozent für den Pferderennsport. Da diese laut Behörde nicht in der Casinosteuer enthalten ist, summiert sich die Belastung auf insgesamt 72 Prozent der Einnahmen.

Welche Auswirkungen hat der Steuerstreit auf die Arbeitsplätze?

Das Unternehmen warnt davor, dass bei einer derart hohen Steuerlast die Wirtschaftlichkeit des 7,5 Milliarden US-Dollar teuren Projekts gefährdet ist. Dies könnte den Wegfall von rund 10.000 geplanten Arbeitsplätzen in den Bereichen Bau und Casinobetrieb zur Folge haben.

Wann soll das neue Casino-Resort in New York fertiggestellt sein?

Die Fertigstellung des massiven integrierten Resorts, das unter anderem 2.000 Hotelzimmer und einen Unterhaltungsbereich umfasst, ist für das Jahr 2030 geplant. Bis dahin muss Resorts World die Pferdesport-Abgaben laut aktueller Gesetzeslage allein tragen.

Sind solche hohen Steuersätze auch in Deutschland üblich?

In Deutschland gibt es eine spezifische Einsatzsteuer von 5,3 Prozent auf Online-Slots und Poker, was rein rechnerisch oft eine ähnlich hohe Belastung des Bruttospielertrags bedeutet. Spieler sollten deshalb nur bei GGL-lizenzierten Anbietern spielen, um trotz hoher Steuern von legalem Spielerschutz und Sicherheit zu profitieren.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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