Novig verklagt New York wegen Prognosemärkten und startet US-weite Plattform
KI-GENERIERTNovig zieht gegen die Behörden in New York vor Gericht und fordert die Anerkennung als regulierter Terminmarkt, während der Staat 36 Milliarden Dollar Schadensersatz von Kalshi fordert.
In der Welt der Sportwetten und Prognosemärkte braut sich ein juristischer Sturm zusammen. Novig, ein aufstrebender Akteur im Bereich des Sport-Tradings, hat eine Klage gegen die Behörden des Bundesstaates New York eingereicht. Dieser Schritt erfolgt unmittelbar nach dem landesweiten Start der Novig-Plattform in den USA. Das Unternehmen möchte proaktiv verhindern, dass New York ähnliche repressive Maßnahmen ergreift wie gegen den Konkurrenten Kalshi. Im Kern geht es um die Frage, ob Prognosemärkte als Glücksspiel unter Landesrecht oder als Warenterminhandel unter Bundesrecht fallen. Novig argumentiert, dass die Gesetze von New York durch den Commodity Exchange Act (CEA) verdrängt werden, welcher die Aufsicht über solche Märkte der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) überträgt.
Die Dringlichkeit dieser Klage wird durch die jüngsten Eskalationen in New York unterstrichen. Erst letzte Woche reichten Gouverneurin Kathy Hochul und Generalstaatsanwältin Letitia James eine Klage gegen Kalshi ein, in der sie eine astronomische Summe von 36 Milliarden Dollar an Schadensersatz fordern. New York wirft Kalshi vor, Nutzer im Alter von 18 bis 20 Jahren auf der Plattform zuzulassen, was nach Ansicht der staatlichen Behörden gegen lokales Glücksspielrecht verstößt. Novig versucht nun, dieses Risiko zu umschiffen, indem es sein Mindestalter strikt auf 21 Jahre festlegt und sich als verantwortungsbewusster Marktführer positioniert.
Zahlen und Fakten
Novig ist kein kleiner Fisch im Teich der Wettanbieter. Das Unternehmen konnte im Februar eine Finanzierungsrunde über 75 Millionen Dollar abschließen. Damit wurde der Grundstein für den Ausbau der Plattform gelegt, die sich selbst als führenden Sportprognosemarkt bezeichnet. Ein zentraler Punkt in der Strategie von Novig ist die Kooperation mit großen Sportorganisationen. So wurde ein Deal mit den New York Mets unterzeichnet. Novig ist damit der erste offizielle Partner eines MLB-Franchise aus dem Bereich der Prognosemärkte. Die Partnerschaft sieht eine prominente Markenpräsenz im Citi Field Stadion vor und nutzt offizielle Ligadaten der Major League Baseball.
Ein interessanter Aspekt ist die Gewinnwahrscheinlichkeit für die Nutzer. Jacob Fortinsky, Mitbegründer und CEO von Novig, betont den Vorteil seines Modells gegenüber klassischen Buchmachern. Der Unterschied liegt in der Struktur der Märkte, die eher wie eine Börse funktionieren. Nutzer handeln Kontrakte auf Sportereignisse, anstatt gegen das Haus zu wetten. Das sorgt laut Fortinsky für bessere Quoten und faire Bedingungen für die Teilnehmer.
„Novig-Nutzer gewinnen auf lange Sicht mit einer bis zu zehnmal höheren Wahrscheinlichkeit als bei traditionellen Sportwettenanbietern.“ - Jacob Fortinsky, Mitbegründer und CEO von Novig
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen zu diesen Behauptungen. Analysten wie Jordan Bender von Citizens Equity Research wiesen darauf hin, dass der mittlere Return on Investment (ROI) für Nutzer von Prognosemärkten bei etwa -8 % liegen könnte. Im Vergleich dazu liegt der ROI bei klassischen Sportwetten oft bei -5 %. Dies zeigt, dass das Modell zwar innovativ ist, aber nicht automatisch Gewinne für jeden Teilnehmer garantiert.
Hintergrund
Der Konflikt in den USA spiegelt eine globale Debatte wider. In Bundesstaaten wie Michigan und Kentucky toben ähnliche Kämpfe. In Michigan lehnte ein Bundesrichter kürzlich Anträge auf einstweilige Verfügungen von Polymarket und Robinhood ab, da er bezweifelte, dass Sport-Kontrakte unter den Schutz des Commodity Exchange Act fallen. In Kentucky wiederum wurde eine Steuer von 14,25 % auf Einnahmen aus Prognosemärkten eingeführt, während der Generalstaatsanwalt Russell Coleman gleichzeitig Klagen gegen Kalshi und Polymarket wegen illegalen Glücksspiels einreichte.
Novig startete ursprünglich als Sportwettenanbieter in Colorado, stellte dann aber auf ein Sweepstakes-Modell um, um ein größeres Publikum zu erreichen. Der finale Schwenk zum Modell der Prognosemärkte erfolgte im letzten Jahr, zeitgleich mit dem Antrag auf eine Lizenz als Designated Contract Market (DCM) bei der CFTC. Diese regulatorische Anerkennung auf Bundesebene ist der Dreh- und Angelpunkt der aktuellen Klage. Novig will gerichtlich feststellen lassen, dass staatliche Behörden keine Handhabe gegen eine bundesweit regulierte Börse haben.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler bleibt die Situation eindeutig, aber auch einschränkend. Prognosemärkte wie Novig oder Kalshi besitzen derzeit keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). In Deutschland unterliegt das Online-Glücksspiel strengen Regeln des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021). Wer in Deutschland legal wetten oder spielen möchte, muss sich an Anbieter halten, die auf der sogenannten Whitelist der GGL stehen. Diese lizenzierten Betreiber müssen strikte Spielerschutzmaßnahmen einhalten, darunter das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, das durch das zentrale LUGAS-System überwacht wird.
Zudem gilt in Deutschland ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Sportwetten sind ebenfalls streng reguliert, und Wettmärkte, die als manipulationsanfällig gelten, sind oft untersagt. Da Novig in den USA als Derivatebörse auftritt, würde eine Zulassung in Deutschland vermutlich eher über die Finanzaufsicht BaFin als über die GGL laufen, sofern das Modell als Finanzprodukt eingestuft wird. Bis dahin ist das Angebot für deutsche Nutzer nicht legal zugänglich. Wer dennoch auf unregulierten MGA- oder Curacao-Plattformen spielt, setzt sich hohen Risiken aus, da dort keine deutsche Rechtsgarantie für Auszahlungen besteht.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber von Online-Casinos mit GGL-Lizenz bedeutet die Entwicklung in den USA eine Beobachtungsaufgabe. Innovative Modelle wie das Sport-Trading könnten langfristig auch den europäischen Markt erreichen. Aktuell profitieren deutsche Casinos jedoch von der Rechtssicherheit durch die GGL. Während in den USA ein Flickenteppich aus Bundes- und Staatsrecht herrscht, bietet der GlüStV 2021 klare Leitplanken. Die strengen Kontrollen bei Altersprüfung und Geldwäscheprävention, die in New York gerade zum Streitfall werden, sind in Deutschland bereits Standard und Voraussetzung für den Betrieb. GGL-lizenzierte Anbieter können sich durch diese hohen Standards als sichere Alternative zu grauen Märkten positionieren, auch wenn innovative Finanz-Wett-Produkte noch auf eine klare Einordnung warten.
Häufige Fragen
Warum verklagt Novig den Bundesstaat New York?
Das Unternehmen möchte gerichtlich feststellen lassen, dass seine Plattform als bundesweit regulierter Terminmarkt unter den Commodity Exchange Act fällt. Damit will Novig verhindern, dass die Behörden von New York das Angebot als illegales Glücksspiel einstufen und wie beim Konkurrenten Kalshi Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe stellen.
Welche Rolle spielen die New York Mets in diesem Fall?
Novig hat eine offizielle Partnerschaft mit dem MLB-Team New York Mets geschlossen und ist damit der erste Prognosemarkt, der mit einem Major League Baseball Franchise kooperiert. Dieser Deal soll die Markenbekanntheit steigern und unterstreicht die Bedeutung des Standorts New York für das Unternehmen, trotz der aktuellen rechtlichen Spannungen.
Wie hoch ist das Mindestalter für die Nutzung von Novig?
Novig hat das Mindestalter für seine Nutzer auf 21 Jahre festgelegt, um den regulatorischen Anforderungen und dem Spielerschutz gerecht zu werden. Dies steht im Gegensatz zu anderen Anbietern wie Kalshi, denen von den New Yorker Behörden vorgeworfen wird, auch Nutzer im Alter von 18 bis 20 Jahren zugelassen zu haben.
Dürfen deutsche Spieler die Plattform Novig nutzen?
Nein, Novig verfügt über keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) für den deutschen Markt. In Deutschland dürfen Spieler nur Angebote nutzen, die auf der offiziellen Whitelist stehen und die strengen Anforderungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 erfüllen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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