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Regulierung

Keine Steuern für Prognosemärkte: Pennsylvania geht eigenen Weg bei Regulierung

23. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung: 23. Juli 2026
Keine Steuern für Prognosemärkte: Pennsylvania geht eigenen Weg bei RegulierungKI-GENERIERT

Mit dem Gesetzentwurf House Bill 2711 plant Pennsylvania einen steuerfreien Rahmen für Prognosemärkte, während andere US-Bundesstaaten bis zu 14,25 Prozent Steuern erheben.

TL;DR · Das Wichtigste auf einen Blick

Mit dem Gesetzentwurf House Bill 2711 plant Pennsylvania einen steuerfreien Rahmen für Prognosemärkte, während andere US-Bundesstaaten bis zu 14,25 Prozent Steuern erheben.

In Pennsylvania bahnt sich eine kleine Revolution auf dem Sektor der Prognosemärkte an. Während andere US-Bundesstaaten wie Kentucky oder Illinois versuchen, diese neue Branche durch hohe Steuersätze oder Verbote in die Schranken zu weisen, wählt der Keystone State einen deutlich liberaleren Ansatz. Die Abgeordneten haben eine Gesetzgebung auf den Weg gebracht, die den Betrieb von Prognosemärkten zwar streng reguliert, aber bewusst auf eine Besteuerung der Erträge verzichtet. Damit positioniert sich der Bundesstaat als potenzieller Zufluchtsort für Anbieter, die dem heftigen Gegenwind der nationalen Regulierungsbehörden entkommen wollen.

Das Kernstück der neuen Initiative ist der am 22. Juli von Repräsentant Tarik Khan und mehr als zwei Dutzend Mitunterzeichnern eingebrachte Gesetzentwurf House Bill 2711. Es geht hierbei nicht um klassisches Glücksspiel im Sinne von Roulette oder Slots, sondern um Märkte, auf denen Teilnehmer auf den Ausgang von realen Ereignissen wetten können. Das reicht von politischen Wahlen bis hin zu wirtschaftlichen Kennzahlen. Der Gesetzentwurf sieht vor, ein völlig neues Kapitel im Recht von Pennsylvania zu schaffen, das sich exklusiv diesen Prognosemärkten widmet. Dabei liegt der Fokus auf der Integrität der Märkte und dem Schutz der Verbraucher, anstatt auf dem Füllen der Staatskassen.

Zahlen und Fakten

Der Entwurf HB 2711 setzt klare Grenzen für den Betrieb. Das Mindestalter für die Teilnahme wird auf 21 Jahre festgelegt. Besonders auffällig ist der Verzicht auf eine Steuer, was in krassem Gegensatz zu Kentucky steht, wo eine Steuer von 14,25 Prozent auf Einnahmen aus Online-Prognosemärkten fällig wird. Auch North Carolina greift mit einer Steuer von 6 Prozent auf Handelsgewinne deutlich stärker zu.

Ein wichtiger Teil der Regulierung betrifft die Sicherheit. Anbieter müssen wirtschaftlich vernünftige und technisch machbare Maßnahmen ergreifen, um Betrug und Marktmanipulation zu verhindern. Wer gegen die Regeln verstößt, dem drohen harte Konsequenzen. Die Durchsetzung obliegt nicht der klassischen Glücksspielbehörde, dem Pennsylvania Gaming Control Board, sondern direkt dem Generalstaatsanwalt. Bei Verstößen gegen gerichtliche Unterlassungsverfügungen sieht das Gesetz drakonische Geldstrafen vor.

„Anbieter, die den Betrieb nach einer gerichtlichen Verfügung fortsetzen, müssen mit Geldstrafen von bis zu 1 Million US-Dollar pro Tag rechnen.“ - Tarik Khan, Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Pennsylvania

Darüber hinaus verbietet das Gesetz sogenannte Todesmärkte. Das bedeutet, dass keine Kontrakte angeboten werden dürfen, die sich auf den Tod, die Ermordung oder Massenunfälle von Personen beziehen. Auch Wetten auf den Gesundheitszustand von Individün oder auf Sportveranstaltungen an High Schools sind strikt untersagt. Hier zeigt sich, dass die Gesetzgeber trotz der Steuerfreiheit keine Wildwest-Zustände dulden wollen.

Hintergrund

Die Situation in den USA ist derzeit extrem unübersichtlich. Wir sehen einen Flickenteppich an Regelungen, der Anbieter wie Kalshi oder Polymarket vor große Herausforderungen stellt. Minnesota hat beispielsweise den restriktivsten Kurs eingeschlagen und den Betrieb sowie die Werbung für Prognosemärkte in fast allen Bereichen komplett verboten. Das hat bereits zu juristischen Auseinandersetzungen mit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) geführt. Pennsylvania versucht nun, diese Unklarheiten zu beseitigen, indem es Prognosemärkte klar definiert und von traditionellen Glücksspielangeboten trennt.

Ein spannender Punkt in HB 2711 ist die geforderte Trennung zwischen Prognosemärkten und Glücksspielunternehmen. Anbieter dürfen keine Märkte in Pennsylvania bereitstellen, wenn ein Liquiditätsgeber oder Market Maker im normalen Geschäftsverlauf wissentlich an Glücksspielaktivitäten beteiligt ist. Wie genau das auf Branchenriesen wie DraftKings oder FanDül angewendet wird, die oft beide Sparten abdecken wollen, bleibt im aktuellen Entwurf noch offen. Fakt ist, dass die Abgeordneten hier eine Brandmauer zwischen der Finanzwelt der Prognosen und dem klassischen Betting ziehen möchten.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist die Entwicklung in den USA ein interessantes Vorzeichen, auch wenn der US-Markt rechtlich weit entfernt ist. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sehr genau, was erlaubt ist und was nicht. Prognosemärkte, wie sie in Pennsylvania nun reguliert werden, bewegen sich hierzulande oft in einer Grauzone zwischen Finanzprodukt und Wette.

Aktuell ist der deutsche Markt durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und deren Whitelist streng limitiert. Deutsche Spieler müssen sich an das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle Anbieter hinweg halten, welches durch das Überwachungssystem LUGAS kontrolliert wird. Zudem gilt an virtuellen Automaten das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde. Prognosemärkte für politische Ereignisse oder gesellschaftliche Trends, wie sie in den USA boomen, sind in den lizenzierten deutschen Online-Casinos oder bei Sportwettanbietern kaum zu finden. Wer in Deutschland sicher spielen will, sollte ausschließlich Plattformen nutzen, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen, da nur dort die strengen deutschen Spielerschutzstandards garantiert sind.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die deutschen Anbieter mit GGL-Lizenz beobachten solche internationalen Trends genau. In Deutschland herrscht durch das Bonusrecht und die strikten Werbevorgaben ein enger Rahmen. Während Pennsylvania auf Steuerfreiheit setzt, müssen deutsche Betreiber hohe Abgaben leisten und komplexe Anforderungen an den Spielerschutz erfüllen. Eine Aufweichung der Grenzen zwischen Finanzwetten und Glücksspiel, wie sie in den USA diskutiert wird, ist unter der aktuellen deutschen Gesetzgebung kaum vorstellbar.

Für GGL-Casinos bedeuten solche Nachrichten vor allem eines: Der globale Wettbewerb um innovative Spielformen geht weiter. Sollten Prognosemärkte in den USA erfolgreich und sicher reguliert werden, könnten ähnliche Modelle langfristig auch ein Thema für europäische Regulierer werden, um den Schwarzmarkt (MGA oder Curacao) auszutrocknen. Bis dahin bleibt der Fokus in Deutschland jedoch auf dem Schutz vor Spielsucht und der Einhaltung der technischen Richtlinien von LUGAS und Safe.

Kurz & Knapp

  • Pennsylvania plant mit House Bill 2711 steuerfreie Prognosemärkte.
  • Kentucky erhebt 14,25 Prozent Steuern auf Online-Prognosemärkte.
  • Mindestalter für Teilnahme ist 21 Jahre.
  • Geldstrafen bis zu 1 Million US-Dollar pro Tag bei Verstößen.
  • Todesmärkte und Wetten auf Gesundheitszustand sind verboten.

Häufige Fragen

Welche neue Gesetzgebung wird in Pennsylvania für Prognosemärkte vorbereitet?

In Pennsylvania wird der Gesetzentwurf House Bill 2711 vorbereitet. Dieser sieht eine strenge Regulierung von Prognosemärkten vor, verzichtet jedoch bewusst auf eine Besteuerung der Erträge. Ziel ist es, den Bundesstaat als attraktiven Standort für Anbieter zu etablieren, die regulatorischen Druck in anderen Regionen meiden wollen.

Was unterscheidet die geplante Regelung in Pennsylvania von anderen US-Bundesstaaten?

Pennsylvania plant, auf Steuern für Prognosemärkte zu verzichten. Dies steht im Gegensatz zu Staaten wie Kentucky, das 14,25 Prozent Steuern auf Online-Prognosemärkte erhebt, oder North Carolina, das 6 Prozent auf Handelsgewinne verlangt. Der Fokus liegt auf Marktintegrität und Verbraucherschutz statt auf Staatseinnahmen.

Welche Einschränkungen gibt es für Prognosemärkte nach dem Entwurf HB 2711?

Das Mindestalter für die Teilnahme beträgt 21 Jahre. Verboten sind sogenannte Todesmärkte, Wetten auf den Gesundheitszustand von Personen sowie auf Sportveranstaltungen an High Schools. Anbieter müssen zudem Maßnahmen zur Verhinderung von Betrug und Marktmanipulation ergreifen.

Wer ist für die Durchsetzung der Regeln für Prognosemärkte in Pennsylvania zuständig?

Die Durchsetzung der Regeln obliegt nicht der klassischen Glücksspielbehörde, sondern direkt dem Generalstaatsanwalt von Pennsylvania. Bei Verstößen gegen gerichtliche Unterlassungsverfügungen drohen hohe Geldstrafen, die bis zu 1 Million US-Dollar pro Tag betragen können.

Welche Auswirkungen hat die US-Regulierung von Prognosemärkten auf deutsche Spieler und GGL-Casinos?

Für deutsche Spieler sind die Entwicklungen in den USA ein interessantes Zeichen, da Prognosemärkte in Deutschland oft in einer Grauzone liegen und auf der GGL-Whitelist kaum zu finden sind. GGL-Casinos beobachten diese internationalen Trends genau, da eine erfolgreiche Regulierung in den USA langfristig auch europäische Regulierer beeinflussen könnte.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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