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Spielerschutz

Arizona meldet Rekord bei Spielersperren und bietet kostenlose Schuldenhilfe an

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Arizona meldet Rekord bei Spielersperren und bietet kostenlose Schuldenhilfe anKI-GENERIERT

Rekordwert in Arizona: 651 Einwohner haben sich freiwillig vom Glücksspiel gesperrt. Der Bundesstaat reagiert darauf erstmals mit einer kostenlosen, spezialisierten Finanzberatung für Betroffene.

In Arizona zeichnet sich ein deutlicher Wandel im Umgang mit Spielsucht und deren finanziellen Folgen ab. Das Arizona Department of Gaming (ADG) hat bekannt gegeben, dass die Ressourcen für Menschen mit spielbedingten Schulden massiv erweitert werden. Hintergrund ist ein Rekordanstieg bei den freiwilligen Selbstsperren im gesamten Bundesstaat. Die zuständige Division of Problem Gambling führt ein neues Programm ein, das kostenlose Finanzberatung speziell für Personen anbietet, die sich bereits von Casinos und Sportwettenanbietern in Arizona ausgeschlossen haben.

Bisher war der Zugang zu dieser professionellen Finanzhilfe stark eingeschränkt. Nur wer bereits aktiv an staatlichen Behandlungs- und Assistenzprogrammen teilnahm, konnte die Beratung in Anspruch nehmen. Mit der aktuellen Erweiterung wird diese Hürde eingerissen. Jeder, der den ersten mutigen Schritt der Selbstsperre getan hat, erhält nun Zugriff auf Experten, die beim Wiederaufbau der wirtschaftlichen Existenz helfen. Dies ist ein entscheidender Schritt, da die reine Abstinenz vom Spiel die bereits entstandenen Schuldenberge nicht von allein abträgt.

Zahlen und Fakten

Die aktuellen Statistiken der Behörden belegen die Dringlichkeit des neuen Programms. Insgesamt 651 Einwohner von Arizona haben sich in jüngster Zeit freiwillig vom Glücksspiel sperren lassen. Dabei können die Betroffenen zwischen verschiedenen Zeiträumen wählen: Die Sperren sind für ein Jahr, fünf Jahre oder sogar zehn Jahre möglich. Besonders wichtig ist hierbei die rechtliche Komponente: Eine einmal ausgesprochene Selbstsperre ist unwiderruflich und kann während des gewählten Zeitraums unter keinen Umständen aufgehoben oder geändert werden.

Die Beratung erfolgt durch den staatlich beauftragten Anbieter GamFin. In vertraulichen Sitzungen erarbeiten die Berater zusammen mit den Betroffenen individuelle Pläne. Dabei geht es nicht nur um das bloße Abbezahlen von Krediten, sondern auch um die Erstellung von Haushaltsplänen und die Verbesserung der Kreditwürdigkeit. Elise Mikkelsen, die Direktorin der Division of Problem Gambling, betont die Wichtigkeit dieses Ansatzes:

„Finanzielle Beratung hilft dabei, unmittelbare finanzielle Probleme anzugehen, auf die Menschen aufgrund ihres Glücksspiels stoßen könnten. Es hilft ihnen, die Kontrolle zu übernehmen, ihre Schulden zu verwalten, einen Ausgabenplan zu erstellen und sozusagen Schutzplanken zu errichten.“ - Elise Mikkelsen, Direktorin der Division of Problem Gambling

Hintergrund

Die Ausweitung der Hilfe ist Teil der landesweiten Kampagne „Take Back the Game“. Die Verantwortlichen in Arizona reagieren damit auf eine globale Entwicklung. Durch die ständige Verfügbarkeit von Glücksspielen auf dem Smartphone und die Eröffnung immer neuer Casinos steigen die Gelegenheiten zum Wetten weltweit an. Alex De Marco, Gründer von GamFin, erklärt, dass das Beenden des Spielens die finanzielle Zerstörung nicht einfach auslöscht. Der Wiederaufbau des finanziellen Lebens sei ein integraler Bestandteil der Genesung und dürfe nicht auf später verschoben werden.

Das System in Arizona unterscheidet strikt zwischen zwei Arten von Sperren. Zum einen gibt es den Ausschluss von den Tribal Gaming Facilities, also den physischen Casinos der Ureinwohner. Zum anderen existiert eine Sperre für Event Wagering & Fantasy Sports (EWFS), was den Online-Bereich und Sportwetten abdeckt. Bürger können sich für eines der beiden oder für beide Systeme gleichzeitig entscheiden. Wer auf der Liste steht, darf keine Gewinne mehr einfordern und verliert zudem den Zugang zu begleitenden Dienstleistungen wie Hotels oder Restaurants in den Casino-Resorts.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist die Situation in Arizona ein interessantes Vergleichsbeispiel zur hiesigen Rechtslage unter dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). In Deutschland gibt es mit dem System OASIS bereits eine bundesweite, spielformübergreifende Sperrdatei. Wer sich in Deutschland sperren lässt, ist sofort bei allen legalen, von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) lizenzierten Anbietern blockiert. Ein großer Unterschied ist jedoch die begleitende Hilfe: Während Arizona nun gezielte Finanzberatung für alle Gesperrten anbietet, liegt der Fokus in Deutschland primär auf der Sperrung und der Suchtberatung. Finanzielle Konsolidierungsprogramme sind hierzulande oft eher allgemein bei Schuldnerberatungsstellen angesiedelt und weniger spezifisch auf die Glücksspielthematik zugeschnitten.

Zudem bietet der deutsche Markt durch LUGAS und strenge Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin sowie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro bereits präventive Schutzwälle, die es in dieser Form in den USA oft nicht gibt. Dennoch zeigt das Beispiel Arizona, dass die soziale Verantwortung der Aufsichtsbehörden über die reine Überwachung hinausgehen kann.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz müssen das Thema Spielerschutz als Kern ihres Geschäftsmodells begreifen. Die Entwicklungen in Arizona verdeutlichen, dass Transparenz und Hilfsangebote das Vertrauen in den regulierten Markt stärken. Anbieter in Deutschland sind verpflichtet, auffälliges Spielverhalten zu melden und Spieler gegebenenfalls zur Selbstsperre zu motivieren. Ein erweitertes Angebot an finanzieller Aufklärung, wie es Arizona nun vormacht, könnte auch für deutsche Lizenznehmer ein Weg sein, ihre Corporate Social Responsibility (CSR) zu stärken und sich klar von illegalen MGA- oder Curacao-Anbietern abzugrenzen, die solche Schutzmechanismen oft vermissen lassen.

Häufige Fragen

Wie viele Personen haben sich in Arizona vom Glücksspiel sperren lassen?

Insgesamt 651 Bürger in Arizona haben sich freiwillig für Zeiträume von einem, fünf oder zehn Jahren vom Glücksspiel ausschließen lassen, was einen neuen Rekordwert darstellt.

Wer bietet die kostenlose Finanzberatung für Spieler in Arizona an?

Die Beratung wird vom spezialisierten Anbieter GamFin durchgeführt, der im Auftrag der staatlichen Division of Problem Gambling arbeitet, um Betroffenen beim Schuldenmanagement zu helfen.

Ist eine Selbstsperre in Arizona wieder rückgängig zu machen?

Nein, eine freiwillige Selbstsperre in Arizona ist unwiderruflich und kann während der gewählten Laufzeit von einem, fünf oder zehn Jahren unter keinen Umständen aufgehoben werden.

Welche Bereiche deckt die Sperre in Arizona ab?

Es gibt zwei separate Sperren: Eine für physische Tribal Casinos und eine für Online-Sportwetten sowie Fantasy Sports. Spieler können wählen, ob sie sich für einen Bereich oder für beide gleichzeitig sperren lassen.

Wie unterscheidet sich die Hilfe in Arizona von der Situation in Deutschland?

In Deutschland regelt der GlüStV 2021 den Spielerschutz über das OASIS-System und Einsatzlimits. Während Arizona nun spezifische Finanzberatung für alle Gesperrten anbietet, konzentriert sich Deutschland primär auf die technische Sperre und allgemeine Suchtberatung durch die GGL-regulierten Rahmenbedingungen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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