Intralot-Deal in Montana: Abgeordnete untersuchen blockierte E-Mails und Intransparenz
KI-GENERIERTNach einem Streit um einen 50 Millionen Dollar schweren Vertrag prüft Montana die Vergabe an Intralot. Ein Wettbewerbsverfahren spart dem Staat nun 17,6 Millionen Dollar.
Die politische Landschaft in Montana wird derzeit von einer Debatte über Transparenz und die Vergabe öffentlicher Glücksspielverträge erschüttert. Im Zentrum der Untersuchung steht Bob Brown, der Direktor der staatlichen Lotterie, dem vorgeworfen wird, den Zugang zu kritischen Kommunikationsdaten blockiert zu haben. Während einer Anhörung des Gesetzgebenden Prüfungsausschusses am 18. September wurde deutlich, dass Brown Wirtschaftsprüfern den Einblick in bestimmte E-Mails verweigerte. Diese Nachrichten stehen im Zusammenhang mit den Verhandlungen über einen millionenschweren Vertrag mit dem griechischen Technologieunternehmen Intralot, das bereits seit längerer Zeit die Sportwetten und Lotterieprodukte im US-Bundesstaat betreibt.
Die Angelegenheit ist besonders brisant, da der Prozess der Vertragsverlängerung von Unregelmäßigkeiten geprägt war. Ursprünglich hatte die Lotteriekommission von Montana bereits im September 2024 einstimmig beschlossen, den Auftrag öffentlich auszuschreiben. Doch Direktor Brown stoppte diesen Prozess eigenmächtig, um ein unaufgefordertes Angebot von Intralot zu prüfen. Dies löste bei den Mitgliedern der Bürgerkommission Alarm aus, die befürchteten, dass hier ein sogenannter Sweetheart Deal zugunsten des etablierten Anbieters eingefädelt werden sollte. Erst nachdem Parlamentarier damit drohten, die Finanzierung der Lotteriebehörde komplett einzustellen, wurde der Wettbewerb tatsächlich durchgeführt.
Zahlen und Fakten
Der wirtschaftliche Aspekt dieser Auseinandersetzung ist massiv. Unter dem alten Abkommen erhielt Intralot stolze 8 Prozent der Glücksspielumsätze der von ihnen betriebenen Produkte. Das unaufgeforderte Angebot, das Brown zur Umgehung der Ausschreibung nutzen wollte, sah keinerlei Senkung dieser Rate vor. Durch den erzwungenen Wettbewerb musste Intralot sein Angebot jedoch drastisch nachbessern. Am Ende gewann das Unternehmen den neuen Siebenjahresvertrag mit einer Rate von nur noch 5,05 Prozent. Staatliche Prüfer schätzen, dass dieser Wettbewerb dem Steuerzahler in Montana über die gesamte Laufzeit etwa 17,6 Millionen Dollar einsparen wird. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, da Intralot bei der Ausschreibung 8 Cent auf den Dollar günstiger war als der nächste Konkurrent.
Senator Tom McGillvray aus Billings fand bei der Anhörung deutliche Worte für das Verhalten der Lotteriebehörde. Er beschuldigte die Verantwortlichen der Behinderung der Prüfer. Brown hingegen verteidigte sein Handeln damit, dass er lediglich das beste Interesse des Staates im Blick gehabt habe. Die Weigerung, E-Mails herauszugeben, begründete er mit rechtlichen Vorgaben seiner Anwälte, die bestimmte Dokumente als vertraulich oder privilegiert eingestuft hätten. Auch das Büro von Gouverneur Greg Gianforte wurde in dem Prüfbericht erwähnt, da dort ebenfalls der Zugriff auf bestimmte Informationen für die Auditoren eingeschränkt worden sei.
Hintergrund
Intralot ist kein unbeschriebenes Blatt auf dem US-Markt. Das Unternehmen betreibt in Montana Produkte wie Montana Millionaire und Montana Sports Bet. International und in anderen US-Bundesstaaten gab es jedoch bereits Probleme. So wurde die Firma in Washington, D.C. zu einer Strafe von 6,5 Millionen Dollar verurteilt. In Ohio wurden Wett-Kioske nach technischen Fehlern abgeschaltet, und ein Deal in Maryland scheiterte kürzlich komplett. Diese Vorgeschichte verstärkte das Misstrauen der Abgeordneten in Montana, als die Behördenleitung versuchte, den Vertrag ohne Konkurrenzangebote zu verlängern. Besonders kritisch wird eine Gesetzeslücke aus dem Jahr 2023 gesehen, die es der Lotterie theoretisch erlaubte, Verträge mit einer Person ohne Ausschreibung abzuschließen, wobei Konzerne juristisch als Personen gelten können.
„Wir wollten einfach nur, dass das Bieterverfahren transparent ist. Und wenn sie gewinnen, dann gewinnen sie." - Matt Regier, Senatspräsident von Montana
Die Untersuchung hat bisher keine direkte Korruption nachgewiesen, aber sie legt offen, wie anfällig staatliche Monopole für intransparente Entscheidungsprozesse sein können. Dass Lotteriebeamte sich nicht daran erinnern konnten, wie das unaufgeforderte Angebot von Intralot überhaupt die Behörde erreichte, wirft ein schlechtes Licht auf die Protokollführung.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist dieser Fall ein wichtiges Mahnmal. In Deutschland wird der Markt durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reguliert, um genau solche Intransparenzen zu verhindern. Während in den USA oft einzelne Bundesstaaten über Lizenzen entscheiden, gibt es in Deutschland mit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) eine zentrale Aufsicht. Deutsche Spieler sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern auf der GGL-Whitelist zu spielen. Dort sind Regeln wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, der maximale Einsatz von 1 Euro pro Spin bei Slots und die Anbindung an das Überwachungssystem LUGAS Pflicht. Solche klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen minimieren das Risiko für Klüngel oder intransparente Vertragsabschlüsse, wie sie jetzt in Montana untersucht werden.
Was das für GGL-Casinos heißt
Legale Anbieter in Deutschland müssen sich einem aufwendigen Zertifizierungsprozess unterziehen. Im Gegensatz zum Fall Intralot in Montana, wo eine Gesetzeslücke fast den Wettbewerb ausgeschaltet hätte, sorgt die deutsche Regulierung für eine Gleichbehandlung aller Bewerber. Das stärkt das Vertrauen der Nutzer. Wenn ein Anbieter gegen Transparenzregeln verstößt oder versucht, den regulatorischen Prozess zu umgehen, droht in Deutschland der Entzug der Lizenz. Für lizenzierte Casinos bedeutet die aktuelle Nachricht aus den USA, dass Transparenz nicht nur eine moralische Pflicht, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil ist. Spieler wandern zunehmend dorthin ab, wo sie sicher sein können, dass keine Hinterzimmer-Deals den Betrieb beeinflussen.
Häufige Fragen
Warum wird gegen den Lotterie-Direktor in Montana ermittelt?
Direktor Bob Brown wird kritisiert, weil er Wirtschaftsprüfern den Zugang zu internen E-Mails verweigerte. Diese Kommunikation betrifft die Verhandlungen mit dem Technik-Dienstleister Intralot über einen neuen Millionenvertrag.
Wie viel Geld spart Montana durch die neue Ausschreibung?
Durch das erzwungene Wettbewerbsverfahren sank die Gewinnbeteiligung für Intralot von 8 Prozent auf 5,05 Prozent. Dies spart dem Bundesstaat über die Vertragslaufzeit von sieben Jahren geschätzte 17,6 Millionen Dollar ein.
Welche Probleme gab es mit dem Anbieter Intralot in anderen Staaten?
Das Unternehmen stand in der Kritik wegen technischer Probleme in Ohio und musste in Washington, D.C. eine Strafe von 6,5 Millionen Dollar zahlen. In Montana wurde kritisiert, dass der Anbieter versuchte, Konkurrenz durch ein unaufgefordertes Angebot auszuschalten.
Was ist ein Sweetheart Deal im Glücksspielkontext?
Dieser Begriff beschreibt eine Vereinbarung, bei der ein Anbieter ohne fairen Wettbewerb bevorzugt behandelt wird, oft zu ungünstigen Konditionen für den Steuerzahler. In Montana verhinderten Gesetzgeber einen solchen Deal durch die Androhung von Mittelkürzungen.
Sind solche intransparenten Verträge auch in Deutschland möglich?
In Deutschland verhindert der Glücksspielstaatsvertrag 2021 durch die zentrale Aufsicht der GGL solche Einzelfall-Deals weitgehend. Lizenzen werden nach strengen, einheitlichen Kriterien vergeben, die auf der offiziellen Whitelist für jeden Spieler einsehbar sind.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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