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Regulierung

US-Ureinwohner fordern schärfere Gesetze gegen Prognosemärkte im Glücksspiel

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
US-Ureinwohner fordern schärfere Gesetze gegen Prognosemärkte im GlücksspielKI-GENERIERT

Stammesführer in den USA fordern Gesetzesänderungen am Clarity Act, um Prognosemärkte wie Kalshi zu regulieren, während Kalshi 2024 bereits 535 Millionen Dollar Umsatz mit US-Wahlwetten erzielte.

In den USA braut sich ein gewaltiger Konflikt zwischen den Betreibern traditioneller Stammes-Casinos und neuen digitalen Prognosemärkten zusammen. Die Anführer der indigenen Stämme drängen gemeinsam mit einer Gruppe von Senatoren darauf, den US Clarity Act zu ergänzen. Ihr Ziel ist es, sogenannte Ereignisverträge, die Wetten auf politische Ausgänge oder Sportereignisse ähneln, strenger zu regulieren oder gänzlich als Glücksspiel zu definieren. Diese Märkte bewegen sich derzeit in einer rechtlichen Grauzone, da sie unter der Aufsicht der Handelsbehörde CFTC stehen und nicht den strengen Regeln der staatlichen Glücksspielaufsichten unterliegen.

Besonders die jüngste Entwicklung bei Plattformen wie Kalshi sorgt für Unruhe. Im Jahr 2024 verzeichneten Nutzer bei Kalshi ein Handelsvolumen von satten 535 Millionen Dollar allein für Verträge auf die US-Präsidentschaftswahl. Während die Betreiber dieser Plattformen argumentieren, dass sie wertvolle Daten und Prognosen liefern, sehen die Stammesvertreter darin eine Umgehung ihrer exklusiven Glücksspielrechte. Sie befürchten, dass durch diese Hintertür das mühsam aufgebaute Regulierungsmodell für Casinos und Sportwetten ausgehöhlt wird. Der Senator Adam Schiff aus Kalifornien hat dazu bereits den Prediction Markets Are Gambling Act auf den Weg gebracht, um die Commodity Futures Trading Commission daran zu hindern, Verträge zuzulassen, die einem Casino-Spiel oder einer Sportwette gleichen.

Zahlen und Fakten

Die wirtschaftliche Dimension ist enorm. DraftKings und Flutter erlebten an der Börse heftige Turbulenzen, nachdem die Gesetzesvorhaben bekannt wurden. Die DraftKings-Aktie sank am Freitag unter die Marke von 21 Dollar und erreichte mit 20,53 Dollar einen neuen Tiefstand für die letzten zwölf Monate. Insgesamt verlor das Papier in dieser Woche 12 Prozent an Wert. Flutter, das Mutterunternehmen von FanDül, rutschte um 4 Prozent ab und notierte erstmals seit dem Jahr 2022 wieder bei einem Preis von 100 Dollar pro Aktie. Beide Unternehmen haben im letzten Jahr über 40 Prozent ihres Börsenwerts eingebüßt.

Im Kontrast dazu stehen die Aussagen von Tarek Mansour, dem CEO von Kalshi. Er sieht in den Vorstößen lediglich den Versuch der Casino-Lobby, ihre Monopole zu schützen. Mansour warnt, dass ein Verbot die Nutzer lediglich in den unregulierten Offshore-Markt treiben würde. Dennoch bleibt der Druck der Politik hoch. Senator Todd Young aus Indiana und Elissa Slotkin aus Michigan brachten zusätzlich den Public Integrity in Financial Prediction Markets Act of 2026 ein. Dieses Gesetz soll Regierungsmitarbeitern verbieten, Insiderwissen für Wetten auf diesen Märkten zu nutzen. Verstöße könnten mit Bußgeldern von mindestens 500 Dollar oder dem Doppelten des erzielten Gewinns bestraft werden.

„Anstatt das Gesetz durchzusetzen, gibt die CFTC grünes Licht für diese Märkte und fördert sogar deren Wachstum. Es ist an der Zeit, dass der Kongress eingreift und dieses Hintertürchen schließt, das den staatlichen Verbraucherschutz verletzt, die Souveränität der Stämme stört und keine öffentlichen Einnahmen bietet.“ - Adam Schiff, US-Senator (Kalifornien)

Hintergrund

Der Streit dreht sich im Kern um die Definitionshoheit. Prognosemärkte behaupten, sie seien Finanzinstrumente zur Risikoabsicherung, ähnlich wie Aktienoptionen. Für die Regulierer der Stämme und Kritiker wie David Rebuck, den ehemaligen Direktor der Glücksspielbehörde von New Jersey, handelt es sich schlichtweg um Wetten auf Ereignisse mit ungewissem Ausgang. Ein besonderer Dorn im Auge ist den Klägern die fehlende Besteuerung. Während lizenzierte Sportwettenanbieter in Staaten wie Illinois hohe Steuersätze zahlen, die teils als existenzbedrohend wahrgenommen werden, agieren die CFTC-regulierten Plattformen unter gänzlich anderen finanziellen Bedingungen. Derek Stevens, CEO von Circa Sports, warnte bereits auf dem World Series of Politics Podcast, dass zu hohe Steuern legale Anbieter schwächen und illegale Buchmacher fördern.

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland ist die Situation deutlich klarer geregelt als in den USA, was Spielern eine höhere Sicherheit bietet. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt engmaschige Grenzen für alle Formen von Online-Glücksspiel. Prognosemärkte, wie sie in den USA gerade debattiert werden, hätten es hierzulande schwer, eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) zu erhalten. Für deutsche Kunden bedeutet das: Wer auf politische Ereignisse oder Sport wetten möchte, sollte dies ausschließlich bei Anbietern tun, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen. Nur dort sind die strengen Schutzmaßnahmen garantiert.

Spieler in Deutschland unterliegen einem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das System LUGAS überwacht wird. Zudem gilt bei virtuellen Automatenspielen das Einsatzlimit von maximal 1 Euro pro Spielrunde. Diese Regeln dienen der Spielsuchtprävention und verhindern eine unkontrollierte Verschuldung. Im Gegensatz zur aktuellen US-Debatte gibt es in Deutschland keine rechtliche Grauzone für Ereignisverträge auf Bundesebene, da jede Form von öffentlichem Glücksspiel einer expliziten Erlaubnis bedarf. Wer bei unlizenzierten Anbietern aus Übersee spielt, riskiert nicht nur den Verlust seines Kapitals ohne Rechtsschutz, sondern macht sich unter Umständen sogar strafbar.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit deutscher GGL-Lizenz bedeutet die internationale Debatte vor allem eines: Rechtssicherheit ist ein Wettbewerbsvorteil. Während US-Unternehmen wie DraftKings massiv an Börsenwert verlieren, wenn regulatorische Unsicherheiten auftreten, arbeiten deutsche Lizenznehmer in einem stabilen, wenn auch strengen Rahmen. Die GGL überwacht den Markt konsequent, um illegale Angebote zurückzudrängen. Deutsche Casinos müssen sicherstellen, dass sie keine Wetten auf gesellschaftliche Ereignisse anbieten, die nicht explizit im Wettkatalog erlaubt sind. Dies schützt sie vor den rechtlichen Angriffen, denen sich die US-Plattformen derzeit ausgesetzt sehen.

Häufige Fragen

Was sind Prognosemärkte eigentlich?

Auf diesen Plattformen können Nutzer Anteile an Ereignissen kaufen, wie etwa dem Ausgang einer Wahl. Wenn das Ereignis eintritt, wird der Anteil ausgezahlt, was wirtschaftlich einer Wette entspricht, rechtlich in den USA bisher aber oft als Finanzderivat behandelt wurde.

Warum wehren sich die US-Ureinwohner gegen diese Anbieter?

Die Stämme besitzen in vielen US-Bundesstaaten Exklusivrechte für Glücksspielangebote. Sie sehen in den Prognosemärkten eine illegale Konkurrenz, die ohne die üblichen Steuern und Sozialabgaben agiert und ihre finanzielle Basis gefährdet.

Welche Strafen drohen bei Insiderhandel auf diesen Märkten?

Der vorgeschlagene Public Integrity Act sieht für Regierungsmitarbeiter Bußgelder vor. Diese betragen mindestens 500 Dollar oder das Doppelte des durch Insiderwissen erzielten Gewinns, je nachdem, welcher Betrag höher ausfällt.

Sind solche Wetten auf Politik in Deutschland erlaubt?

Nein, der deutsche Glücksspielstaatsvertrag erlaubt Sportwetten primär auf sportliche Ereignisse. Wetten auf politische Wahlen oder gesellschaftliche Ereignisse sind bei legalen deutschen Anbietern mit GGL-Lizenz derzeit nicht vorgesehen.

Wie erkenne ich ein sicheres Casino in Deutschland?

Ein sicheres und legales Online-Casino muss auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Zudem müssen die Limits von 1 Euro pro Spin und das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro technisch umgesetzt sein.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:KalshiDraftKingsFlutter

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