Donald Trump Jr. und das Weiße Haus greifen in Streit um Prognosemärkte ein
KI-GENERIERTPolitik trifft Wetten: Donald Trump Jr. erhielt 300.000 USD in Aktien von Kalshi und setzt sich nun massiv gegen staatliche Glücksspielmonopole in den USA ein.
Die regulatorische Landschaft für Prognosemärkte in den Vereinigten Staaten erlebt derzeit eine beispiellose Politisierung. Das Weiße Haus und Donald Trump Jr. haben sich aktiv in die Auseinandersetzungen auf Bundesstaatsebene eingeschaltet, um die Position von Plattformen wie Kalshi und Polymarket zu stärken. Während Donald Trump diese Märkte bereits im Mai als eine neue Form des Finanzmarktes bezeichnete, zeigen neue Details, wie tiefgreifend die Unterstützung hinter den Kulissen wirklich ist. Es geht dabei nicht mehr nur um theoretische Debatten, sondern um handfeste wirtschaftliche Interessen und den Kampf gegen etablierte Glücksspielmonopole.
Donald Trump Jr. trat Anfang März bei einem dreitägigen Treffen republikanischer Generalstaatsanwälte in New Orleans auf. An der Seite von Austin Knudsen, dem Generalstaatsanwalt von Montana, warb er für eine wohlwollende Regulierung von Prognosemärkten. Die Brisanz liegt in der Personalie: Trump Jr. trat im Januar 2025 als strategischer Berater bei Kalshi ein und erhielt dafür Firmenanteile im Wert von 300.000 USD. Zudem berät er Polymarket und hält über seine Investmentfirma 1789 Capital Anteile an dem Unternehmen. In New Orleans argumentierte er, dass staatliche Beamte von Partikularinteressen beeinflusst würden. Er warf traditionellen Glücksspielunternehmen vor, ihre Monopole schützen zu wollen, indem sie Prognosemärkte bekämpfen.
Zahlen und Fakten
Ein zentraler Schauplatz dieser Auseinandersetzung ist North Carolina. Dort versuchten Gesetzgeber ursprünglich, Prognosemärkte unter das staatliche Glücksspielstatut zu fassen, was deren Betrieb faktisch verboten hätte. Doch das Weiße Haus übermittelte den Abgeordneten Informationen zur Position der Bundesregierung, was den Kurs änderte. Das Ergebnis war eine Steuer von lediglich 6 Prozent auf Einnahmen aus Prognosemärkten. Im Vergleich dazu werden Sportwetten in North Carolina mit 23 Prozent besteuert, was eine deutliche Privilegierung der neuen Plattformen darstellt. Kalshi rechtfertigte dies damit, dass Prognosemärkte und Sportwetten grundlegend unterschiedliche Ertragsstrukturen hätten.
„Election markets are here to stay. Prediction markets have been banned, censored, limited and pushed out for decades. This win solidifies their right to exist and thrive.“ - Tarek Mansour, CEO von Kalshi
Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat unterdessen ihren Widerstand gegen bestimmte Wahlwetten aufgegeben. Dies folgte auf eine Serie von juristischen Niederlagen gegen Kalshi, bei denen Gerichte feststellten, dass die Behörde keinen öffentlichen Schaden durch diese Kontrakte nachweisen konnte. Dennoch bleibt die Lage komplex: Die CFTC hat Klagen gegen neun Bundesstaaten eingereicht, die versuchen, Prognosemärkte eigenständig zu regulieren. Interessanterweise werden alle neun betroffenen Staaten von demokratischen Gouverneuren geführt. Die CFTC bestreitet jedoch politische Motive und erklärt, man habe lediglich auf die aggressivsten regulatorischen Vorstöße reagiert.
Hintergrund
Die Debatte dreht sich im Kern um die Einordnung dieser Produkte. Sind es Wetten auf Ereignisse oder sind es Finanzderivate zur Absicherung wirtschaftlicher Risiken? Donald Trump Jr. charakterisierte sie als anspruchsvolle Finanzprodukte, die bereits der Bundesaufsicht unterliegen und somit nicht von den einzelnen Bundesstaaten reguliert werden dürften. Diese Argumentation zielt darauf ab, den Flickenteppich aus 50 verschiedenen staatlichen Glücksspielgesetzen zu umgehen. Dass Kalshi prominente Unterstützung durch Jim Harrell, einen ehemaligen Gesetzgeber aus North Carolina, erhielt, zeigt die Professionalität der Lobbyarbeit. Harrell half dabei, die Steuerlast für Kalshi massiv zu senken, während er den Gesetzgebern erklärte, dass CFTC-registrierte Plattformen keine staatliche Lizenz benötigen sollten.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland ist die Situation in den USA ein interessantes Anschauungsbeispiel für die Trennung zwischen Finanzmarkt und Glücksspiel. In Deutschland ist die Rechtslage durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sehr strikt. Während in den USA über 6 Prozent Steuer gestritten wird, gilt in Deutschland für Sportwetten eine Einsatzsteuer von 5,3 Prozent. Prognosemärkte, wie sie Kalshi anbietet, sind in Deutschland kaum in dieser Form legal zugänglich, da sie oft als Wetten auf gesellschaftliche Ereignisse eingestuft würden. Der GlüStV 2021 erlaubt Wetten primär auf Sportereignisse und deren Ausgang. Ereigniswetten außerhalb des Sports sind im lizenzierten deutschen Markt extrem eingeschränkt.
Deutsche Nutzer müssen sich zudem an strenge Limits halten, wie das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das LUGAS-System überwacht wird. Während in den USA die CFTC als Bundesbehörde versucht, die exklusive Kontrolle zu behalten, ist in Deutschland die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) das zentrale Kontrollorgan. Deutsche Spieler sollten darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen. US-Plattformen ohne deutsche Lizenz bieten keinen Schutz durch das deutsche Rechtssystem und die Spielerschutzmechanismen wie OASIS.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz bedeutet die Entwicklung in den USA einen potenziellen Wettbewerbsdruck durch neue Produktkategorien. Sollten sich Prognosemärkte international als reine Finanzprodukte etablieren, könnten sie versuchen, die strengen Glücksspielregulierungen zu umgehen. Deutsche Casinos müssen sich weiterhin an das 1 Euro Einsatzlimit pro Spin bei virtuellen Automatenspielen und die strikten Werbeverbote halten. Der US-Markt zeigt jedoch, dass durch gezielte Lobbyarbeit und die Einordnung als Finanzprodukt steuerliche Vorteile erzielt werden können, die in der starren deutschen Regulierung derzeit undenkbar sind. Die GGL wird solche Entwicklungen genau beobachten, um sicherzustellen, dass keine Graumärkte unter dem Deckmantel von Finanzprodukten entstehen.
Häufige Fragen
Was sind Prognosemärkte genau?
Prognosemärkte sind Plattformen, auf denen Nutzer Kontrakte auf den Ausgang von Ereignissen handeln, wie zum Beispiel Wahlergebnisse. In den USA werden sie zunehmend als Finanzinstrumente und nicht als klassisches Glücksspiel betrachtet.
Warum ist Donald Trump Jr. in diese Branche involviert?
Donald Trump Jr. ist seit Januar 2025 strategischer Berater bei Kalshi und hält Anteile im Wert von 300.000 USD. Er unterstützt die Branche politisch, um Bundesstaaten an einer strengen Glücksspiel-Regulierung zu hindern.
Wie werden diese Märkte in den USA besteuert?
In North Carolina wurde eine Steuer von 6 Prozent auf Prognosemärkte eingeführt, während Sportwetten mit bis zu 23 Prozent besteuert werden. Dies zeigt die politische Bevorzugung gegenüber klassischem Glücksspiel.
Dürfen deutsche Spieler auf US-Prognosemärkten wetten?
Offiziell benötigen Anbieter in Deutschland eine Lizenz der GGL, um legal Wetten anzubieten. Die meisten US-Prognosemärkte besitzen diese nicht, weshalb die Nutzung für deutsche Kunden rechtlich riskant ist und keinen Spielerschutz bietet.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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