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Underdog beendet Fantasy-Angebot in sieben US-Staaten für Prognose-Markt

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Underdog beendet Fantasy-Angebot in sieben US-Staaten für Prognose-MarktKI-GENERIERT

Underdog zieht sich aus dem Fantasy-Sport in sieben US-Bundesstaaten zurück, um auf Prognosemärkte zu setzen. CEO Jeremy Levine verkündete das Aus von Drafts zum 10. September.

Das US-amerikanische Sportunternehmen Underdog bereitet eine drastische Kurskorrektur in seinem operativen Geschäft vor. In insgesamt sieben US-Bundesstaaten wird die Firma ihre Lizenzen für Fantasy-Sport freiwillig zurückgeben. Betroffen sind die Märkte Maryland, Massachusetts, Michigan, Mississippi, New Jersey, Ohio und Pennsylvania. Dieser Schritt folgt auf die Feststellung der dortigen Behörden, dass der Betrieb einer Prognoseplattform nicht mit dem klassischen Fantasy-Sport vereinbar ist. Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt für das Unternehmen, das sich zunehmend als Akteur auf den sogenannten Prediction Markets positionieren möchte.

Der Gründer und CEO von Underdog, Jeremy Levine, wandte sich persönlich an seine Nutzerschaft, um die Nachricht zu verbreiten. Er stellte klar, dass das beliebte Drafts-Produkt ab dem 10. September nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Levine betonte, dass er die rechtliche Auffassung der betroffenen Staaten zwar nicht teile, das Unternehmen jedoch zu einer Wahl gezwungen gewesen sei. Entweder behalte man die Fantasy-Lizenzen oder man setze voll auf die CFTC-lizenzierten Prognoseprodukte. Underdog entschied sich für Letzteres, um das nach eigener Aussage volle Erlebnis der neuen Plattform bieten zu können.

Zahlen und Fakten

Im Zentrum dieser strategischen Entscheidung steht ein massiver wirtschaftlicher Deal. Die britische IG Group, ein im FTSE 100 gelistetes Fintech-Unternehmen, hat einer Übernahme von Underdog für einen Betrag von 1,1 Milliarden US-Dollar zugestimmt. Die Motivation hinter diesem Kauf ist klar: Underdog verfügt über eine junge Nutzerbasis, bei der über 60 Prozent der monatlich aktiven User unter 30 Jahre alt sind. Im Gegensatz dazu liegt das Durchschnittsalter der Kunden bei der IG Group bei 42 Jahren. Durch die Übernahme erhofft sich der Londoner Konzern einen direkten Zugang zu einer völlig neuen demografischen Gruppe in den USA.

Obwohl der Rückzug aus sieben Staaten schmerzhaft ist, bleibt Underdog im Fantasy-Bereich weiterhin präsent. In 33 anderen US-Bundesstaaten sowie in weiten Teilen Kanadas, mit Ausnahme von Ontario, sind die Draft-Wettbewerbe weiterhin verfügbar. Dennoch zeigen die Worte von Jeremy Levine eine deutliche Priorisierung. Er beschrieb den Prognosemarkt, der im September 2025 über eine Partnerschaft mit Crypto.com gestartet wurde, als eine der spannendsten Entwicklungen seit langer Zeit. Die Nutzerzahlen bei den neuen Angeboten übertreffen die des alten Drafts-Produkts bereits deutlich.

Hintergrund

Der Konflikt um die Prognosemärkte schwelt schon länger. Diese Plattformen erlauben es Nutzern, auf den Ausgang von Ereignissen zu wetten, was regulatorisch oft an der Grenze zwischen Finanzprodukt und Glücksspiel angesiedelt ist. Die NFL hat kürzlich gefordert, dass Prognosemärkte wie Kalshi oder Polymarket keine Wetten mehr anbieten dürfen, die durch eine einzelne Person beeinflusst werden können. In Großbritannien gibt es bisher keine Prognoseplattform, die eine Lizenz der UK Gambling Commission (UKGC) erhalten hat, da die Behörde eine Einstufung als traditioneller Glücksspielanbieter verlangt.

„Drafts-Community, ich habe ein paar unschöne Neuigkeiten. Direkt nach dem Anpfiff am Mittwoch werden wir Drafts in sieben Staaten abschalten: MA, MD, MI, MS, NJ, PA und OH. Das ist schrecklich, aber ich möchte erklären, warum. Diese Staaten haben eine Rechtsauffassung vertreten, der wir widersprechen: Wenn wir unsere CFTC-lizenzierten Produkte anbieten, dürfen wir in diesen Staaten keinen Fantasy-Sport betreiben. Also mussten wir wählen.“ - Jeremy Levine, Gründer und CEO von Underdog

Jason Trost, CEO der britischen Wettbörse Smarkets, sieht zwischen Wettbörsen und Prognoseplattformen kaum einen Unterschied. Dennoch zögern viele Anbieter, sich als Buchmacher lizenzieren zu lassen. Für die IG Group ist jedoch gerade das Lizenzpaket von Underdog attraktiv, da es eine differenzierte Positionierung in den USA ermöglicht. Die Financial Conduct Authority (FCA) in Großbritannien prüft derzeit ebenfalls, ob der Zugang zu solchen Anlageprodukten für Privatkunden wieder gelockert werden sollte.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler bleibt die Situation klar geregelt. Prognosemärkte, wie sie Underdog in den USA forciert, haben derzeit keine rechtliche Grundlage im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021). Wer in Deutschland sicher spielen möchte, muss sich an Anbieter halten, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Plattformen garantieren strengen Spielerschutz, wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von einem Euro pro Spielrunde bei virtuellen Automaten.

Produkte, die an Finanzderivate erinnern oder auf CFTC-Regeln basieren, sind im deutschen regulierten Markt nicht vorgesehen. Deutsche Nutzer sollten besonders vorsichtig sein, wenn sie auf Plattformen mit Lizenzen aus Curacao oder von der MGA stoßen, die solche hybriden Produkte anbieten. Diese verfügen oft nicht über die notwendigen Sicherheitsmechanismen des deutschen Rechts. Die GGL überwacht den Markt streng, um sicherzustellen, dass nur lizenzierte Wetten und Slots angeboten werden, die den deutschen Standards für Suchtprävention entsprechen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche lizenzierte Casinos und Wettanbieter beobachten den Trend zur Konvergenz von Finanzmärkten und Sportwetten genau. Während in den USA Milliardenbeträge in diese neuen Segmente fließen, bleibt der deutsche Markt durch das Verbot von Ereigniswetten, die leicht manipulierbar sind, geschützt. Die GGL-Lizenznehmer müssen sich weiterhin auf klassische Sportwetten und Casinospiele konzentrieren. Ein hybrides Modell, wie es Underdog anstrebt, ist unter der aktuellen deutschen Gesetzgebung kaum vorstellbar, was den legalen Markt hierzulande stabilisiert und vor unregulierten Finanzwetten schützt.

Häufige Fragen

Warum stellt Underdog den Fantasy-Sport in sieben US-Staaten ein?

Die Regulierungsbehörden in diesen Bundesstaaten sehen das Angebot von Prognosemärkten und Fantasy-Sport als rechtlich nicht vereinbar an. Underdog musste sich entscheiden und priorisiert nun seine Prognoseprodukte, um das volle Markterlebnis bieten zu können.

Welche Rolle spielt die IG Group bei diesem Deal?

Die IG Group hat Underdog für 1,1 Milliarden US-Dollar übernommen, um vor allem die junge Nutzerbasis des Unternehmens zu erreichen. Über 60 Prozent der aktiven Underdog-Nutzer sind unter 30 Jahre alt, was für das Finanzunternehmen strategisch wertvoll ist.

Wann tritt die Änderung für die Nutzer in Kraft?

Der CEO Jeremy Levine bestätigte, dass das Produkt Drafts in den betroffenen Staaten ab dem 10. September 2026 nicht mehr verfügbar sein wird. Bereits gestartete Drafts werden jedoch noch wie gewohnt zu Ende geführt.

Sind Prognosemärkte in Deutschland legal?

Nein, solche hybriden Produkte aus Finanzwette und Sportvorhersage sind im deutschen Glücksspielstaatsvertrag nicht vorgesehen. Spieler in Deutschland sollten ausschließlich auf Anbieter mit einer GGL-Lizenz setzen, um rechtlich abgesichert zu sein.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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