US Senatoren fordern Verbot von Wetten auf Waldbrände und Naturkatastrophen
KI-GENERIERTEine Gruppe von US-Senatoren will Vorhersagemärkte wie Polymarket stoppen, auf denen über 1,2 Millionen Dollar auf das Schicksal brennender Gemeinden in Kalifornien gewettet wurden.
Die politische Debatte um Vorhersagemärkte in den Vereinigten Staaten erreicht eine neue Eskalationsstufe. Eine Gruppe demokratischer Senatoren hat sich offiziell an die Commodity Futures Trading Commission, kurz CFTC, gewandt. Ihr Ziel ist es, den Handel mit sogenannten Ereigniskontrakten zu unterbinden, die auf dem Eintreten von Naturkatastrophen basieren. Besonders im Fokus stehen dabei Waldbrände, die in den USA regelmäßig ganze Landstriche verwüsten. Die Politiker sehen darin eine moralische Grenze überschritten, da hier Gewinne auf Kosten von Menschenleben und zerstörtem Eigentum erzielt werden.
In einem Brief an den CFTC-Vorsitzenden Michael Selig fordern die Senatoren klare Leitplanken, um diesen Wildwuchs zu stoppen. Sie argumentieren, dass solche Wettmärkte nicht nur geschmacklos sind, sondern eine reale Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen. Wenn Menschen darauf setzen können, dass ein Feuer eine bestimmte Größe erreicht oder eine Stadt zerstört, könnten Kriminelle oder verzweifelte Wettende versucht sein, nachzuhelfen. Die Sorge vor Brandstiftung als Mittel zur Gewinnmaximierung steht dabei ganz oben auf der Liste der Bedenken der Volksvertreter.
Zahlen und Fakten
Die Dimensionen dieser Wetten sind beachtlich und keine rein theoretische Spielerei. In ihrem Schreiben führen die Senatoren Adam Schiff, Alex Padilla und sechs weitere Kollegen konkrete Beispiele an. So wurden auf der Plattform Polymarket mehr als 1,2 Millionen US-Dollar auf den Ausgang der Palisades- und Eaton-Feuer im Januar 2025 gewettet. Diese Katastrophen hatten verheerende Folgen für den Großraum Los Angeles. 31 Menschen verloren ihr Leben, und mehr als 16.000 Gebäude wurden dem Erdboden gleichgemacht. Während Familien alles verloren, spekulierten anonyme Händler auf der Blockchain-basierten Plattform über das Ausmaß der Verwüstung.
Ein weiterer Bericht, den die Senatoren zitieren, beleuchtet eine neue Plattform, die sich speziell auf Waldbrände in Kalifornien konzentriert. Deren Slogan lautet provokant: Man kann Feuer nicht vorhersagen, aber man kann damit handeln. Bisher werden dort zwar nur simulierte Wetten angeboten, doch die Politik befürchtet eine schnelle Ausweitung auf reale Geldeinsätze. Besonders kritisch wird gesehen, dass Polymarket zwar offiziell als Offshore-Seite agiert, US-basierte lizenzierte Märkte, sogenannte Designated Contract Markets (DCMs), aber bald nachziehen könnten, wenn die CFTC nicht einschreitet.
Hintergrund
Der Vorstoß gegen Katastrophenwetten ist eingebettet in eine Reihe von Gesetzesinitiativen des Senators Adam Schiff. Bereits im März brachte er den DEATH BETS Act ein. Dieses Gesetz soll es CFTC-registrierten Unternehmen untersagen, Kontrakte auf Terrorismus, Attentate, Kriege oder den Tod von Einzelpersonen anzubieten. Schiff geht es dabei um die Integrität der Finanzmärkte und den Schutz der öffentlichen Moral. Er leitet zudem den Public Integrity in Financial Markets Act von 2026, der verhindern soll, dass Regierungsmitarbeiter Insiderinformationen für Wetten auf Vorhersagemärkten nutzen.
„Das Anbieten von Wetten auf zerstörerische Waldbrände droht das Leid der Gemeinschaften herabzusetzen, nur damit die Reichen und Mächtigen davon profitieren können. Es besteht auch das erhöhte Risiko, dass Einzelpersonen versucht sein könnten, Brandstiftung zu begehen, um sicherzustellen, dass ihre Wetten erfolgreich sind.“ - Adam Schiff, Senator der Vereinigten Staaten
Was heißt das für deutsche Spieler?
In Deutschland ist die Rechtslage durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sehr eindeutig geregelt. Solche makabren Ereigniswetten auf Katastrophen oder gar Todesfälle haben im regulierten deutschen Markt keine Chance auf eine Genehmigung. Wer bei einem Anbieter spielt, der auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) steht, ist vor solchen Auswüchsen geschützt. Die GGL überwacht streng, welche Wettmärkte zulässig sind. Sportwetten sind erlaubt, aber selbst hier gibt es enge Grenzen bei Live-Wetten und Ereignissen, die leicht manipulierbar sind.
Für deutsche Spieler bedeutet das Sicherheit. Das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei virtuellen Automaten dienen dem Spielerschutz. Das System LUGAS stellt sicher, dass diese Limits eingehalten werden. Wer auf unregulierten Offshore-Seiten wie Polymarket agiert, begibt sich in eine rechtliche Grauzone und verzichtet auf jeglichen Spielerschutz, der in Deutschland Standard ist. Die aktuelle Debatte in den USA zeigt deutlich, warum eine strenge staatliche Aufsicht, wie sie die GGL ausübt, notwendig ist, um gesellschaftlich schädliche Wettformen zu verhindern.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Online-Casinos und Wettanbieter mit GGL-Lizenz müssen sich keine Sorgen machen, dass solche Produkte in ihren Katalog aufgenommen werden müssen oder dürfen. Im Gegenteil, die strikte Ablehnung solcher Wetten durch die US-Politik bestätigt den deutschen Weg der restriktiven Regulierung. Seriöse Anbieter in Deutschland profilieren sich durch Verantwortung und Transparenz, nicht durch Spekulation auf menschliches Leid. Die aktuellen Entwicklungen in Übersee könnten sogar dazu führen, dass internationale Regulierungsbehörden ihre Zusammenarbeit verstärken, um illegale Offshore-Plattformen, die solche Wetten anbieten, global stärker zu isolieren.
Häufige Fragen
Warum wollen US-Senatoren Wetten auf Waldbrände verbieten?
Die Senatoren befürchten, dass solche Wetten Brandstiftung fördern könnten, damit Spieler ihre Wetten gewinnen. Zudem wird es als moralisch verwerflich angesehen, wenn Menschen Profit aus dem Tod und der Zerstörung durch Naturkatastrophen schlagen.
Welche Plattform steht besonders in der Kritik?
Die Offshore-Plattform Polymarket wird im Brief der Senatoren explizit genannt. Dort wurden im Januar 2025 über 1,2 Millionen US-Dollar auf Brände gesetzt, bei denen 31 Menschen starben und 16.000 Gebäude zerstört wurden.
Was ist der DEATH BETS Act?
Dies ist eine von Senator Adam Schiff vorgeschlagene Gesetzgebung. Sie soll es verbieten, dass bei der CFTC registrierte Unternehmen Wetten auf Terrorismus, Krieg, Attentate oder den Tod von Personen anbieten.
Sind solche Wetten in Deutschland erlaubt?
Nein, der Glücksspielstaatsvertrag 2021 lässt solche Ereigniswetten nicht zu. In Deutschland sind nur Wetten erlaubt, die von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) geprüft und genehmigt wurden, wobei strenger Spielerschutz gilt.
Teilen
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel
KI-GENERIERTIndiens Oberster Gerichtshof entscheidet über Verbot von Online-Glücksspiel
Der Supreme Court in Indien bereitet das finale Urteil zum Online Gaming Act 2025 vor. Damit steht eine Industrie mit einem Wert von 230 Milliarden Rupien vor dem Aus.
KI-GENERIERTKlage gegen mobiles Glücksspiel in Wisconsin: Verfassungsstreit um Sportwetten-Gesetz
Das Wisconsin Institute for Law & Liberty klagt gegen Gesetz 247. Laut einer Marquette-Umfrage lehnen zudem 64 Prozent der Einwohner Online-Sportwetten ab.
KI-GENERIERTSri Lanka zieht den Stecker: Bet365 und Unibet auf der neuen schwarzen Liste
Die neue Glücksspielbehörde von Sri Lanka greift hart durch und sperrt 24 internationale Anbieter wie Bet365 und Unibet. Das Ziel: Jährliche Einnahmen von 250 Millionen Dollar sichern.










