Klage gegen Wall Street Journal: Binance kämpft vor Gericht gegen Iran-Berichte
KI-GENERIERTDow Jones fordert die Abweisung der Verleumdungsklage von Binance für März 2026. Im Kern geht es um Berichte über Transaktionen in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar mit sanktionierten iranischen Stellen.
Die juristischen Auseinandersetzungen in der Welt der Kryptowährungen erreichen eine neue Stufe der Intensität. Am Mittwochnachmittag forderte das Wall Street Journal einen Bundesrichter dazu auf, eine Verleumdungsklage abzuweisen, die von der Kryptobörse Binance eingereicht wurde. Im Kern geht es um Medienberichte, die behaupten, die Plattform habe interne Untersuchungen vertuscht. Diese Untersuchungen sollen gezeigt haben, dass Gelder über die Börse an sanktionierte Organisationen flossen, die mit vom Iran unterstützten Terrorgruppen in Verbindung stehen.
Die Rechtsvertreter von Dow Jones, dem Mutterkonzern des Wall Street Journals, argumentieren leidenschaftlich gegen die Vorwürfe. Sie betonen, dass die im März 2026 eingereichte Klage von Binance keine rechtliche Grundlage habe. Der Vorwurf der Verleumdung setze voraus, dass die Publikation mit böswilliger Absicht gehandelt oder wissentlich falsche Fakten verbreitet habe. Beides treffe hier nicht zu, da die Berichterstattung auf gründlicher Recherche basiere und lediglich die Unzufriedenheit von Binance mit der Wahrheit widerspiegele.
Zahlen und Fakten
Ein zentraler Punkt des Streits ist die Behauptung, Binance habe Mitarbeiter entlassen, die verdächtige Transaktionen meldeten. In einer der Schlagzeilen war die Rede davon, dass Binance Personal feuerte, nachdem dieses den Transfer von 1 Milliarde US-Dollar an sanktionierte iranische Unternehmen gemeldet hatte. Christopher Norman Lavigne, der Rechtsbeistand von Binance bei Withers Bergman, kritisierte diese Darstellung scharf. Er argumentierte vor Gericht, dass interne Prüfmechanismen niemals faktisch demontiert worden seien und die Schlagzeilen eine irreführende Implikation erzeugten.
Katherine Bolger von der Kanzlei Davis Wright Tremaine, die das Wall Street Journal vertritt, konterte dies mit dem Hinweis auf andere Medienhäuser. Sie merkte an, dass auch die New York Times und Fortune über ähnliche Sachverhalte berichtet hatten. Dies untergrabe die Behauptung von Binance, das Wall Street Journal habe mit besonderer Bösartigkeit gehandelt. Wenn mehrere renommierte Quellen unabhängig voneinander zum gleichen Schluss kommen, ist der Vorwurf der gezielten Verleumdung juristisch schwer haltbar.
„Die Klage rührt eher von der Unzufriedenheit von Binance mit einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung her als von tatsächlich falschen Fakten.“ - Katherine Bolger, Rechtsanwältin bei Davis Wright Tremaine
Hintergrund
Der aktuelle Rechtsstreit findet vor einem brisanten historischen Hintergrund statt. Der ehemalige CEO von Binance, Changpeng „CZ“ Zhao, bekannte sich bereits im Jahr 2023 schuldig, Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche unterlassen zu haben. Er verbüßte daraufhin eine viermonatige Haftstrafe. Erst kürzlich sorgte eine Begnadigung durch US-Präsident Donald Trump für Schlagzeilen, die die Situation rund um die größte Kryptobörse der Welt weiter politisierte. Bundesrichter Paul Engelmayer, der den aktuellen Antrag auf Abweisung prüft, hat die Argumente beider Seiten angehört, jedoch noch keine sofortige Entscheidung getroffen.
Engelmayer forderte die Anwälte von Binance auf, präzise darzulegen, welche der insgesamt 22 beanstandeten Aussagen faktisch unrichtig seien. Er stellte zudem die Frage, warum Binance ausgerechnet das Wall Street Journal verklage, während andere Medien ähnliche Ergebnisse ihrer Recherchen veröffentlicht hatten. Der Richter nahm den Antrag auf Abweisung zur Prüfung an, was bedeutet, dass eine schriftliche Entscheidung in den kommenden Wochen zu erwarten ist.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Nutzer von Online-Plattformen, die Kryptowährungen für Glücksspielzwecke nutzen möchten, ist dieser Fall eine wichtige Mahnung. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) die maßgebliche gesetzliche Grundlage. Dieser sieht strenge Regeln für den Spielerschutz vor, darunter das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und die Überwachung durch das LUGAS-System. Kryptowährungen sind in lizenzierten deutschen Online-Casinos derzeit nicht als direktes Zahlungsmittel zugelassen, da die Anonymität und die schwierige Rückverfolgbarkeit den Anforderungen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) widersprechen.
Wer auf Plattformen ohne GGL-Lizenz spielt, die oft Kryptowährungen akzeptieren, begibt sich in eine rechtliche Grauzone und verzichtet auf den Schutz durch deutsche Behörden. Die Vorwürfe gegen Binance bezüglich Sanktionen und Geldwäsche unterstreichen, warum die GGL so großen Wert auf Transparenz und die Identität der Zahlungsdienstleister legt. Spieler sollten daher ausschließlich Anbieter nutzen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen, um sicherzustellen, dass ihre Gelder geschützt sind und die gesetzlichen Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin eingehalten werden.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit einer deutschen Lizenz der GGL bestätigt der Fall Binance die Notwendigkeit robuster Compliance-Abteilungen. Die strenge Überwachung der Geldströme ist nicht nur eine lästige Pflicht, sondern dient dem Schutz vor internationalem Druck und juristischen Auseinandersetzungen. Seriöse deutsche Anbieter müssen sicherstellen, dass sie keine Gelder aus zweifelhaften Quellen annehmen, um ihre Lizenz nicht zu gefährden. Der Fall zeigt zudem, dass Transparenz gegenüber der Presse und den Regulierungsbehörden langfristig stabiler ist als der Versuch, kritische Berichterstattung durch langwierige Gerichtsprozesse zu unterbinden.
Häufige Fragen
Warum verklagt Binance das Wall Street Journal?
Binance wirft der Zeitung Verleumdung vor, da Berichte über angebliche Sanktionsverstöße gegenüber dem Iran und die Entlassung von internen Ermittlern veröffentlicht wurden. Die Börse behauptet, die Schlagzeilen seien irreführend und schädigten ihren Ruf.
Was ist der Vorwurf des Wall Street Journals gegen Binance?
Das Medium behauptet, Binance habe interne Untersuchungen blockiert, die belegten, dass Gelder an sanktionierte iranische Organisationen flossen. Das Journal fordert nun die Abweisung der Klage, da die Berichte der Wahrheit entsprächen und kein Nachweis für böswillige Absicht vorliege.
Welche Rolle spielt der ehemalige CEO Changpeng Zhao?
Zhao bekannte sich 2023 der Geldwäsche-Versäumnisse schuldig und saß eine Haftstrafe ab, bevor er von Donald Trump begnadigt wurde. Diese Vorgeschichte schwächt die Position von Binance in Verleumdungsprozessen, da die Plattform bereits offiziell regulatorische Mängel eingeräumt hat.
Wie reagiert der zuständige Richter auf die Klage?
Richter Paul Engelmayer hinterfragte kritisch, warum Binance nur das Wall Street Journal verklagt, obwohl auch andere Medien wie Fortune ähnlich berichteten. Er hat den Antrag auf Abweisung der Klage zur Prüfung angenommen, ohne sofort zu entscheiden.
Sind Krypto-Casinos in Deutschland legal?
Nein, Anbieter mit einer GGL-Lizenz dürfen in Deutschland keine Kryptowährungen als direktes Zahlungsmittel akzeptieren. Deutsche Spieler sind nur bei Anbietern auf der offiziellen Whitelist geschützt, die sich an die Regeln des GlüStV 2021 halten.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
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