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Antisemitismus-Vorwürfe gegen Wicked Games wegen Slot Hamsterdam

25. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Antisemitismus-Vorwürfe gegen Wicked Games wegen Slot HamsterdamKI-GENERIERT

Der Spieleentwickler Wicked Games steht massiv in der Kritik. Der neue Slot Hamsterdam soll laut Branchenexperten wie Guy Hasson gefährliche antisemitische Stereotype verbreiten.

Die Welt der Online-Casinos wird derzeit von einer heftigen Debatte über ethische Grenzen in der Spieleentwicklung erschüttert. Im Zentrum der Kritik steht das Studio Wicked Games, das mit seiner neuesten Veröffentlichung namens Hamsterdam für Entsetzen bei Branchenexperten und jüdischen Organisationen gesorgt hat. Dem Entwickler wird vorgeworfen, in dem Slot gezielt auf antisemitische Tropen und Stereotype zurückzugreifen, die an die Propaganda der 1930er-Jahre erinnern. Besonders pikant ist die Tatsache, dass sich das Studio selbst gerne als kantig und provokant inszeniert, hier jedoch nach Meinung vieler Beobachter eine rote Linie überschritten hat.

Die Kritik entzündete sich primär an der grafischen Darstellung der Charaktere, die laut Kritikern Merkmale aufweisen, die historisch zur Dehumanisierung jüdischer Menschen genutzt wurden. In einer Zeit, in der die weltweiten Spannungen zunehmen und antisemitische Vorfälle in Städten wie Amsterdam oder in den USA drastisch ansteigen, wirkt eine solche Veröffentlichung wie ein Brandbeschleuniger. Die Branche reagiert ungewohnt geschlossen und fordert Konsequenzen für das Studio, das bisher Kooperationen mit namhaften Betreibern wie Novibet, Entain und Betsson vorweisen konnte.

Zahlen und Fakten

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass Wicked Games in Werbematerialien für den Slot die Zahl 88 direkt neben der Hauptfigur platziert hat. In rechtsextremen Kreisen gilt die 88 als codierter Gruß für Heil Hitler, da das H der achte Buchstabe im Alphabet ist. Guy Hasson, Gründer und Studioleiter von Yay Arcade, äußerte sich zutiefst angewidert über diese Designentscheidungen. Er betonte, dass der Charakter im Spiel jüdische Stereotype aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg reaktiviert. Auch Douglas Kalberg, Senior Illustrator bei den renommierten Elk Studios, bestätigte auf LinkedIn, dass er und seine Kollegen bei der ersten Ansicht des Charakters sofortige Abneigung verspürten.

Itai Pazner, der ehemalige CEO von 888 Holdings, sparte ebenfalls nicht mit deutlichen Worten und bezeichnete die Figur als ekelhaft und antisemitisch. Die Schwere der Vorwürfe wird durch das aktuelle gesellschaftliche Klima verstärkt. Erst kürzlich kam es in Amsterdam zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen israelische Fußballfans des Clubs Maccabi Tel Aviv, bei denen mindestens 62 Personen festgenommen und fünf Personen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Solche realen Gewalttaten machen die Diskussion um mediale Stereotype im Glücksspielsektor zu einer hochpolitischen Angelegenheit.

„Es gibt heute eine Welle von Antisemitismus auf der ganzen Welt. Juden werden in vielen Ländern wieder angegriffen, weil sie Juden sind: in den USA, Kanada, Australien, Europa. Alles, was einen Kreislauf des Hasses nährt, ist schlecht, und wir wissen, wohin das führt." - Guy Hasson, Gründer von Yay Arcade

Hintergrund

Wicked Games ist im Vergleich zu Riesen wie NetEnt oder Play'n GO ein kleiner Akteur auf dem Markt. Guy Hasson vermutet hinter der bewussten Provokation eine verzweifelte Strategie, um Aufmerksamkeit zu generieren. Er prognostiziert jedoch, dass dieser Schuss nach hinten losgehen wird, da Slots extrem populär sein müssen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, und seriöse Betreiber sich keine Verbindung zu offen rassistischen Inhalten leisten können. Die Marketingabteilung von Wicked Games nutzte zudem Zitate wie „Die Nüsse wurden mir versprochen“, was in Kombination mit der visuellen Darstellung als Anspielung auf Gier-Motive interpretiert wird.

Die Reaktion der Branche zeigt, dass die Selbstregulierung in Bezug auf Diskriminierung greift. Führende Köpfe fordern, das Studio nicht als großen Bösewicht zu stilisieren, sondern das Licht auf die inakzeptablen Praktiken zu werfen, um Nachahmer abzuschrecken. Es bleibt abzuwarten, wie Partner wie Betsson oder Entain auf diese schweren Vorwürfe reagieren, da deren Compliance-Richtlinien normalerweise strikt gegen jede Form von Diskriminierung ausgelegt sind.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland hat dieser Skandal eine besondere Bedeutung, da der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sehr strenge Anforderungen an die soziale Verantwortung der Anbieter stellt. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt eine sogenannte Whitelist. Nur Anbieter, die auf dieser Liste stehen, dürfen ihre Dienste legal in Deutschland anbieten. Spiele, die gegen ethische Standards verstoßen oder Diskriminierung fördern, haben in diesem regulierten Umfeld keine Chance auf eine Zulassung. Deutsche Spieler sollten daher darauf achten, nur in Casinos mit GGL-Lizenz zu spielen.

In Deutschland lizenzierte Casinos müssen zudem strenge Limits einhalten, wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Slots. Diese Maßnahmen dienen dem Spielerschutz, aber der Schutz vor diskriminierenden Inhalten gehört indirekt ebenfalls zum Auftrag der Behörden. Ein Slot wie Hamsterdam, der mit verfassungsfeindlicher Symbolik wie der Zahl 88 in Verbindung gebracht wird, würde in Deutschland sofortige Ermittlungen der GGL nach sich ziehen und vermutlich zur Sperrung des Anbieters führen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Betreiber mit einer deutschen Lizenz müssen ihre Spielekataloge peinlich genau prüfen. Die Verantwortung liegt beim Casino, sicherzustellen, dass keine Inhalte angeboten werden, die den gesellschaftlichen Frieden stören oder rassistische Ressentiments bedienen. Da Wicked Games bereits Partnerschaften mit großen Konzernen wie Entain (zu denen Marken wie bwin gehören) angekündigt hatte, müssen diese nun ihre Portfolios bereinigen, um ihre deutsche Lizenz nicht zu gefährden. Der Fall zeigt, dass die sorgfältige Auswahl der Software-Partner für die langfristige Stabilität eines legalen Casino-Anbieters in Deutschland unerlässlich ist.

Häufige Fragen

Warum wird der Slot Hamsterdam kritisiert?

Dem Spiel wird vorgeworfen, antisemitische Stereotype und Grafiken zu verwenden, die an Propaganda aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg erinnern. Zudem wurde in der Werbung die Zahl 88 genutzt, die ein bekannter rechtsextremer Code ist.

Welche Personen haben sich gegen das Spiel ausgesprochen?

Branchengrößen wie Guy Hasson von Yay Arcade, der ehemalige 888-CEO Itai Pazner und Douglas Kalberg von Elk Studios haben das Design öffentlich als antisemitisch und ekelhaft verurteilt.

Hat Wicked Games bereits auf die Vorwürfe reagiert?

Bisher hat das Studio, das sich selbst als edgy bezeichnet, keine offizielle Entschuldigung veröffentlicht, obwohl Anfragen von Fachmedien vorliegen. Das Unternehmen ist für provokante PR bekannt, scheint hier aber eine Grenze überschritten zu haben.

Darf man diesen Slot in deutschen Online-Casinos spielen?

In legalen deutschen Casinos mit einer Lizenz der GGL ist dieser Slot nicht zu finden. Die strengen Prüfverfahren der deutschen Behörden verhindern die Zulassung von Spielen mit diskriminierenden oder verfassungsfeindlichen Inhalten.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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