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Regulierung

Lizenz-Comeback für 1xBet: Liberia hebt Sperre nach hohen Geldstrafen auf

29. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Lizenz-Comeback für 1xBet: Liberia hebt Sperre nach hohen Geldstrafen aufKI-GENERIERT

Nach neun Monaten Zwangspause darf LiPay Inc. wieder als Vertreter für 1xBet in Liberia agieren. Die Behörden verhängten zuvor vier Geldstrafen in Höhe von jeweils 2.500 US-Dollar.

Die Glücksspielwelt in Westafrika erlebt eine überraschende Wendung. Die National Lottery Authority (NLA) in Liberia hat offiziell die Lizenz von LiPay Inc. wiederhergestellt. Damit ist der Weg frei für die Rückkehr der Marke 1xBet, die in Liberia durch LiPay vertreten wird. Die Entscheidung wurde am 24. September 2026 verkündet und markiert das Ende einer monatelangen juristischen Auseinandersetzung, die den Betreiber fast den kompletten Marktzugang gekostet hätte.

Die neue Lizenz hat eine Laufzeit von einem Jahr und deckt das Geschäftsjahr 2026 und 2027 ab. Sie umfasst die Bereiche Sportwetten, Online-Casino und Online-Lotterie. Dass es überhaupt zu dieser Wiederaufnahme des Betriebs kommen konnte, ist das Ergebnis intensiver Verhandlungen. Noch im Juni sah die Lage düster aus, als ein Gericht das zweijährige Berufsverbot für das Unternehmen bestätigte. Doch ein am 14. September geschlossener Vergleich änderte die Situation grundlegend.

Zahlen und Fakten

Der Konflikt war für LiPay Inc. kostspielig. Das 6th Judicial Circuit Court bestätigte die Ergebnisse der Ermittler und verhängte insgesamt vier separate Geldstrafen. Jede dieser Strafen belief sich auf 2.500 US-Dollar, was einer Gesamtsumme von 10.000 US-Dollar entspricht. Viel schwerwiegender war jedoch der wirtschaftliche Schaden durch die neunmonatige Sperre, die bereits im Dezember des Vorjahres begann. Die NLA stellte klar, dass die Lizenzvergabe für den Zeitraum 2026 und 2027 an strikte Bedingungen geknüpft ist.

„Die NLA und LIPAY Inc. haben eine gütliche Einigung erzielt, um die Verwaltungsangelegenheit beizulegen. LIPAY Inc. hat sich verpflichtet, seine Verpflichtungen aus der Vereinbarung zu erfüllen und künftig alle geltenden Lizenz- und Geldwäschebestimmungen einzuhalten.“ - Vertreter der National Lottery Authority (NLA), Pressemitteilung vom 24. September 2026

Zusätzlich zur Geldstrafe muss das Unternehmen Entschädigungen leisten, die mit den Lizenzgebühren und den Aktivitäten während der Zeit der Nichteinhaltung der Vorschriften zusammenhängen. Die Aufsichtsbehörde betonte, dass die Einhaltung des NLA Act von 2014 sowie die Richtlinien zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Terrorismusfinanzierung (CFT) fortan oberste Priorität haben.

Hintergrund

Warum kam es überhaupt zum Lizenzentzug? Im Dezember wurde festgestellt, dass LiPay Inc. als Kanal für nicht genehmigte Wettaktivitäten genutzt wurde. Ermittler fanden heraus, dass Transaktionen für die ausländische Plattform 1xBet abgewickelt wurden, ohne dass hierfür eine explizite Genehmigung vorlag. Dies erweckte den Eindruck, ein nicht lizenzierter ausländischer Betreiber sei legal in Liberia aktiv. Die NLA wertete dies als Täuschung und als Versäumnis, wesentliche Informationen offenzulegen.

Die Eskalation im Juni 2026 führte zum Entzug der Sportwettenlizenz, nachdem eine administrative Anhörung mehrere Verstöße gegen die Glücksspielverordnung 001 festgestellt hatte. Dass die Behörde nun so schnell eingelenkt hat, überrascht viele Beobachter. Es verdeutlicht jedoch auch den Wunsch der Regulierer, internationale Marken in einem kontrollierten Rahmen zu halten, statt sie komplett in den Schwarzmarkt abzudrängen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler hat dieser Fall in Liberia eine mahnende Bedeutung. 1xBet verfügt in Deutschland über keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Der Fall zeigt deutlich, wie riskant es sein kann, bei Anbietern zu spielen, die regulatorische Grauzonen ausnutzen oder über Zwischenfirmen agieren. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt sehr strikt, um Spieler zu schützen. Wer bei einem in der GGL-Whitelist geführten Anbieter spielt, genießt den Schutz durch das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Slots.

Ein Anbieter wie 1xBet, der international immer wieder mit Lizenzproblemen kämpft, bietet diese rechtliche Sicherheit für deutsche Kunden nicht. Das zentrale Sperrsystem LUGAS und die Sperrdatei OASIS greifen nur bei legalen Anbietern. Deutsche Spieler sollten daher ausschließlich Plattformen nutzen, die eine offizielle deutsche Lizenz besitzen, um rechtliche Fallstricke und Probleme bei der Auszahlung von Gewinnen zu vermeiden. Die Instabilität in Märkten wie Liberia unterstreicht die Wichtigkeit einer stabilen Regulierung.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz ist die Nachricht aus Liberia eine Bestätigung ihrer Strategie. Während internationale Anbieter wie 1xBet oft durch aggressive Expansion und anschließende rechtliche Konflikte auffallen, setzen GGL-lizenzierte Casinos auf langfristige Rechtskonformität. Der Fall in Liberia demonstriert, dass Intransparenz bei Firmenstrukturen und Zahlungsflüssen direkt zum Lizenzverlust führen kann. GGL-Betreiber müssen ihre Transaktionen lückenlos über LUGAS melden, was zwar bürokratisch aufwendig ist, aber die Lizenz dauerhaft sichert.

Zudem zeigt der Vergleich in Liberia, dass Regulierungsbehörden weltweit sensibler für Geldwäschethemen werden. Deutsche Casinos, die bereits strengste AML-Richtlinien erfüllen, sind hier im Vorteil. Sie vermeiden die hohen Bußgelder und langwierigen Gerichtsverfahren, die LiPay Inc. durchmachen musste. Letztlich stärkt jede Sanktion gegen unklare Geschäftspraktiken das Vertrauen in regulierte Märkte wie den deutschen Online-Glücksspielmarkt.

Häufige Fragen

Darf 1xBet in Liberia wieder legal wetten anbieten?

Ja, die National Lottery Authority (NLA) hat die Lizenz für LiPay Inc., die 1xBet vertritt, zum 24. September 2026 wiederhergestellt. Die Lizenz gilt für das Geschäftsjahr 2026 und 2027 und umfasst Sportwetten sowie Online-Casinos.

Warum wurde die Lizenz von LiPay Inc. ursprünglich entzogen?

Dem Unternehmen wurden Verstöße gegen die Glücksspielverordnung 001 und Täuschung vorgeworfen, da es Transaktionen für die ausländische Plattform 1xBet ohne Genehmigung abwickelte. Dies führte im Juni 2026 zunächst zu einem Entzug und einer Geldstrafe von 10.000 US-Dollar.

Welche Bedingungen muss der Betreiber nun erfüllen?

LiPay Inc. muss eine Vergleichsvereinbarung vom 14. September einhalten, die strenge Kontrollen zur Geldwäschebekämpfung und zum verantwortungsbewussten Glücksspiel vorsieht. Zudem mussten Bußgelder und Entschädigungszahlungen für die Zeit der Nichteinhaltung geleistet werden.

Ist 1xBet für Spieler in Deutschland legal nutzbar?

Nein, 1xBet besitzt keine deutsche Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und steht nicht auf der offiziellen Whitelist. Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen, um von den Schutzmaßnahmen wie dem 1-Euro-Einsatzlimit und dem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro zu profitieren.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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