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Regulierung

Australien verbietet Sportwetten-Logos auf Trikots mit zehnjähriger Frist

23. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Australien verbietet Sportwetten-Logos auf Trikots mit zehnjähriger FristKI-GENERIERT

Die australische Regierung verbietet Glücksspiel-Logos auf Profi-Trikots, erlaubt aber Übergangsfristen bis zum Jahr 2032. Kritiker nennen den langen Zeitraum absurd.

In Australien sorgt eine neue gesetzliche Regelung für heftige Debatten, die eigentlich eine klare Trennung zwischen Sport und Glücksspiel herbeiführen sollte. Die Regierung von Premierminister Anthony Albanese hat zwar das Verbot von Logos von Wettanbietern auf Profi-Trikots gesetzlich verankert, gleichzeitig jedoch eine großzügige Übergangsfrist eingeräumt. Diese sogenannten Grandfathering-Regelungen erlauben es den Vereinen, bestehende Sponsorenverträge über Jahre hinweg zu erfüllen, was Kritiker als herben Schlag gegen den Spielerschutz werten. Besonders pikant ist, dass einige Kinder, die heute noch zur Schule gehen, bis zu ihrem Abschluss weiterhin mit Wett-Logos auf den Trikots ihrer Vorbilder konfrontiert werden könnten.

Die Kritik entzündet sich vor allem an der langen Laufzeit dieser Ausnahmen. Während die Regierung betont, man müsse die wirtschaftliche Stabilität der Vereine sichern, sehen Gesundheitsexperten darin eine Kapitulation vor der Glücksspiel-Lobby. Senator David Pocock spart nicht mit deutlichen Worten und fordert die Vereine auf, die Partnerschaften so schnell wie möglich zu beenden. Er bezeichnete die Situation, in der bei der geplanten Überprüfung des Gesetzes in drei Jahren immer noch Logos auf den Trikots zu sehen sein könnten, als schlichtweg absurd. Auch die Opposition spart nicht mit Kritik, wobei einige Abgeordnete deutlich kürzere Fristen gefordert hatten, um den Einfluss von Wetten auf Minderjährige sofort zu minimieren.

Zahlen und Fakten

Das Gesetz sieht eine fünfjährige Übergangsfrist vor, doch durch spezifische Vertragskonstellationen verschiebt sich die endgültige Frist auf den 31. Dezember 2031. Ein namentlich nicht genannter Club hat laut Kommunikationsministerin Anika Wells sogar einen Vertrag, der bis 2031 läuft. In der National Rugby League (NRL) sind aktuell sieben Vereine betroffen, die Logos von Wettanbietern oder Lotterien auf ihrer Spielkleidung tragen. Die Penrith Panthers haben beispielsweise erst 2025 einen Vertrag mit Picklebet unterzeichnet, der mindestens bis Ende 2027 läuft. Die Newcastle Knights sind bis Ende 2028 an Palmerbet gebunden. Besonders auffällig ist die Situation bei den Sydney Roosters, die im Juli 2025 ihren Vertrag mit Unibet verlängert haben, wobei das Logo sogar auf den Trikots der Frauenmannschaft zu sehen ist.

Einzig Lotterien genießen eine Sonderstellung. Die Gold Coast Titans schlossen 2024 einen Vertrag mit The Lottery Office ab, der von den neuen Beschränkungen ausgenommen bleibt, da Inlands-Lotterien als weniger gefährlich eingestuft werden. Samantha Thomas, eine Expertin für öffentliche Gesundheit, kritisiert diese Inkonsistenz scharf:

„Es ist schwierig, die Regierung ernst zu nehmen, wenn sie behauptet, die Verbindung zwischen Glücksspiel und Sport brechen zu wollen, dann aber entscheidet, dass die Werbung für die nächsten fünf Jahre fortbestehen darf.“ - Samantha Thomas, Expertin für öffentliche Gesundheit

Hintergrund

Der australische Markt gilt als einer der lukrativsten, aber auch problematischsten für Sportwetten weltweit. Die Verflechtung zwischen den großen Sportarten wie Rugby oder Australian Rules Football und den Buchmachern ist tief verwurzelt. Vereine wie die Brisbane Broncos verhandeln derzeit sogar noch mit Casinos wie The Star über die Ausgestaltung für das Jahr 2027. Ministerin Anika Wells betonte, dass die Regierung versucht habe, eine Balance zwischen dem Schutz der Kinder und der Lebensfähigkeit der Vereine zu finden. Dennoch bleibt der Vorwurf im Raum, dass kommerzielle Interessen über das Wohlergehen der Jugend gestellt wurden. Andrew Wallace, ein liberaler Abgeordneter, stimmte sogar gegen die eigene Parteilinie, weil er eine Frist von maximal zwei Jahren für angemessen hielt.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler und Fans zeigt das australische Beispiel, wie streng im Vergleich dazu die Regeln in der Bundesrepublik sind. Seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) überwacht die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) die Einhaltung strikter Werberichtlinien. In Deutschland ist Trikotsponsoring zwar für Inhaber einer deutschen Lizenz erlaubt, doch die Werbung darf sich niemals an Minderjährige richten. Das deutsche System mit dem LUGAS-Zentralregister und dem strikten Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat bietet einen deutlich engeren Rahmen als die nun in Australien kritisierten Übergangsregeln. Wer in Deutschland bei einem Anbieter aus der offiziellen Whitelist spielt, profitiert zudem von dem Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Casinos mit einer GGL-Lizenz müssen in Deutschland penibel darauf achten, dass Sponsoring-Aktivitäten die Integrität des Sports nicht gefährden. Während in Australien nun jahrelange Übergangsfristen für Unmut sorgen, müssen deutsche Anbieter sofortige Konsequenzen fürchten, wenn sie gegen Werbeverbote verstoßen. Die GGL hat bereits mehrfach klargestellt, dass aggressive Werbung, die insbesondere junge Zielgruppen anspricht, zum Entzug der Lizenz führen kann. Im Gegensatz zu den australischen Clubs, die sich auf bestehende Verträge bis 2031 berufen können, gibt es in Deutschland kaum Spielraum für solche „Grandfathering“-Klauseln, wenn es um den Schutz von Minderjährigen geht.

Häufige Fragen

Bis wann darf in Australien noch Glücksspielwerbung auf Trikots zu sehen sein?

Aufgrund von Übergangsregelungen können Logos von Wettanbietern noch bis zum 31. Dezember 2031 auf den Trikots von Profisportlern erscheinen. Die Regierung hat zwar ein Verbot erlassen, erlaubt aber eine fünfjährige Frist zur Erfüllung bestehender Verträge.

Welche Vereine sind von den langen Sponsoring-Verträgen betroffen?

Mehrere Vereine der National Rugby League (NRL) haben laufende Verträge, darunter die Penrith Panthers bis mindestens 2027 und die Newcastle Knights bis 2028. Ein namentlich nicht bekannter Club hat sogar eine Bindung bis in das Jahr 2031.

Warum werden die Übergangsfristen kritisiert?

Politiker und Gesundheitsexperten kritisieren, dass die Fristen viel zu lang sind und Kinder somit weiterhin jahrelang schädlicher Werbung ausgesetzt bleiben. Senator David Pocock bezeichnete es als absurd, dass die Werbung selbst während einer gesetzlichen Überprüfung in drei Jahren noch existieren wird.

Sind Lotterien von dem Verbot in Australien ebenfalls betroffen?

Nein, für inländische Lotterien gibt es eine Ausnahmeregelung. Ein Beispiel hierfür ist der Vertrag der Gold Coast Titans mit The Lottery Office aus dem Jahr 2024, der trotz der neuen Gesetze bestehen bleiben darf.

Gibt es ähnliche lange Übergangsfristen für Trikotwerbung in Deutschland?

Nein, in Deutschland gelten durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 deutlich strengere Regeln für Sponsoring und Werbung. Anbieter müssen eine GGL-Lizenz besitzen und strikte Jugendschutzvorgaben einhalten, wobei es keine vergleichbaren jahrzehntelangen Ausnahmen für Trikotlogos gibt.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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