KI-Akademie in Lissabon: Kampf gegen Deepfakes und Betrug im Glücksspiel
KI-GENERIERTVom 29. September bis 1. Oktober 2026 versammeln sich 40.000 Branchenexperten in Lissabon, um sich bei der neuen AI Academy gegen KI-Betrug zu wappnen.
Die Welt des Online-Glücksspiels steht vor einer technischen Revolution, die gleichermaßen Chancen und massive Risiken birgt. In Lissabon wird im Rahmen des SBC Summit am 29. September 2026 eine neue Bildungsoberfläche geschaffen, die sich intensiv mit den praktischen Anwendungen künstlicher Intelligenz befasst. Die sogenannte AI Academy soll den rund 40.000 erwarteten Teilnehmern zeigen, wie sie sich gegen moderne Bedrohungen wie Deepfakes und Identitätsdiebstahl schützen können. Es geht nicht mehr nur um graue Theorie, sondern um das Handwerkszeug für den harten Alltag in der iGaming-Branche.
In der Sala Tejo der MEO Arena kommen Experten für Cybersicherheit und Technologie zusammen, um live zu demonstrieren, wie KI-Agenten die Kommunikation mit Kunden übernehmen oder wie biometrische Wearables das Spielerlebnis verändern könnten. Besonders brisant ist das Thema Betrugsprävention. Kriminelle nutzen heute bereits Stimmenklonung und künstlich generierte Identitäten, um Konten zu kapern oder Altersprüfungen zu umgehen. Die Veranstalter wollen mit diesem neuen Format sicherstellen, dass Unternehmen nicht den Anschluss an die rasanten Entwicklungen verlieren und ihre Abwehrmechanismen proaktiv verstärken.
Zahlen und Fakten
Das Programm der AI Academy ist vollgepackt mit hochkarätigen Referenten und konkreten Lerninhalten. Behshad Behzadi, der technische Leiter (CTO) von Sportradar, wird in einer Demonstration namens 'Data and AI: Limits and Lessons' aufzeigen, wie die Analyse von Spielverhalten durch Algorithmen verbessert wird. Dabei soll er auch offenlegen, an welchen Stellen die Technik derzeit noch versagt. Ebenfalls vor Ort sind Shelley Langan-Newton von SQR und Lluis Mora, der Sicherheitschef von Entain, um über die Gefahren von Deepfakes aufzuklären. Ein besonderes Highlight ist der Workshop von Mayank Pachauri, Gründer von FalconDive, in dem die Teilnehmer lernen, eigene KI-Assistenten für Marketing und Kundenbeziehungsmanagement (CRM) zu bauen.
„Der größte Fehler, den Unternehmen bei KI machen können, ist, sie als Abkürzung zu betrachten. Die Organisationen, die am meisten davon profitieren, sind diejenigen, die ihre Stärken verstehen, ihre Grenzen erkennen und wissen, wo menschliches Fachwissen immer noch zählt.“ - Rasmus Sojmark, Gründer und CEO von SBC
Die Konferenz erstreckt sich insgesamt vom 29. September bis zum 1. Oktober 2026 auf dem Gelände der Feira Internacional de Lisboa. Neben den Fachvorträgen gibt es spezielle Touren über die Ausstellungsfläche, bei denen Anbieter von KI-Lösungen ihre neuesten Produkte direkt im Einsatz zeigen. Dieses intensive Programm soll den Fachkräften helfen, von den bloßen Schlagzeilen wegzukommen und echte, geschäftskritische Fähigkeiten zu entwickeln.
Hintergrund
Künstliche Intelligenz ist im Glücksspielsektor schon lange kein Fremdwort mehr. Bisher wurde sie jedoch primär im Hintergrund zur Berechnung von Quoten oder zur Optimierung von Bonusangeboten genutzt. Die neue Qualität der Bedrohung durch generative KI hat die Prioritäten verschoben. Wenn Stimmen am Telefon perfekt imitiert werden können, versagen klassische Sicherheitsfragen. Die Branche reagiert nun mit dieser Akademie auf den Druck, eigene Verteidigungslinien aufzubauen. Es ist eine klassische Rüstungsspirale zwischen Betrügern und Betreibern. Die Integration von Wearables und Robotik, die John Caldwell von i3Soft vorstellen wird, zeigt zudem, wohin die Reise langfristig geht: Eine Verschmelzung von physischer und digitaler Welt, die auch den Spielerschutz vor völlig neue Herausforderungen stellt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler sind diese Entwicklungen von enormer Bedeutung, auch wenn sie nicht direkt in Lissabon vor Ort sind. Die Sicherheitsstandards in Deutschland sind durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) ohnehin sehr hoch. Wenn große Anbieter wie Entain oder Betsson ihre Sicherheitskonzepte gegen Deepfakes verbessern, profitieren davon indirekt auch Kunden in Deutschland, die bei lizenzierten Marken spielen. Ein zentraler Punkt ist die Identitätsprüfung. In Deutschland müssen Spieler ihre Identität sofort nach der Registrierung verifizieren. Wenn Betrüger versuchen, mit KI-generierten Ausweisen Konten unter fremdem Namen zu eröffnen, ist die GGL-Whitelist ein Schutzschild. Nur Anbieter auf dieser Liste unterliegen der strengen Aufsicht und müssen modernste Technik zur Betrugsprävention einsetzen.
Zudem spielt KI eine Rolle bei der Überwachung des Einzahlungslimits von 1.000 Euro pro Monat und der Einhaltung des Einsatzlimits von 1 Euro pro Spielrunde an Slots. Intelligente Systeme können frühzeitig erkennen, ob ein Spieler versucht, diese Grenzen zu umgehen oder ob ein riskantes Spielverhalten vorliegt, das über das zentrale Sperrsystem LUGAS gemeldet werden muss. Die Technik dient hier also als digitaler Schutzengel, der das legale Spiel sicherer macht.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen unter besonderem Beobachtungsdruck. Sie müssen nachweisen, dass ihre Systeme manipulationssicher sind. Die Erkenntnisse aus der AI Academy könnten dazu beitragen, die Algorithmen zur Erkennung von Spielsucht zu verfeinern. In Deutschland ist der Spielerschutz keine Empfehlung, sondern Gesetz. Wenn KI dabei hilft, Muster von problematischem Spielverhalten schneller zu identifizieren als ein menschlicher Mitarbeiter es könnte, wird das Niveau des Verbraucherschutzes massiv angehoben. GGL-lizenzierte Betreiber müssen zudem sicherstellen, dass ihre Schnittstellen zu LUGAS und OASIS vor Angriffen geschützt sind. Die fortschrittlichen Verschlüsselungen und Authentifizierungsmethoden, die in Lissabon diskutiert werden, sind daher essenziell für den Erhalt der deutschen Erlaubnis. Ein technischer Rückstand könnte im schlimmsten Fall zum Entzug der Lizenz führen, da die Sicherheit der Spielerdaten oberste Priorität hat.
Häufige Fragen
Was ist die AI Academy und wann und wo findet sie statt?
Die AI Academy ist eine neue Bildungsoberfläche, die im Rahmen des SBC Summit in Lissabon stattfindet. Sie beginnt am 29. September 2026 und dauert bis zum 1. Oktober 2026 in der MEO Arena.
Welche konkreten Bedrohungen durch KI werden in der AI Academy thematisiert?
Es werden moderne Bedrohungen wie Deepfakes, Identitätsdiebstahl und Stimmenklonung behandelt. Diese Techniken werden von Kriminellen genutzt, um Konten zu kapern oder Altersprüfungen zu umgehen.
Wer sind einige der Referenten und welche Themen decken sie ab?
Behshad Behzadi von Sportradar spricht über Datenanalyse und KI-Grenzen. Shelley Langan-Newton von SQR und Lluis Mora von Entain klären über Deepfakes auf. Mayank Pachauri von FalconDive leitet einen Workshop zum Erstellen eigener KI-Assistenten.
Welche Rolle spielt KI bereits im Glücksspiel, und wie verändert generative KI die Situation?
Bisher wurde KI primär zur Quotenberechnung oder Bonusoptimierung eingesetzt. Generative KI ermöglicht jedoch überzeugende Imitationen von Stimmen und Identitäten, was klassische Sicherheitsmaßnahmen unwirksam macht und eine neue Art der Bedrohung darstellt.
Welche Auswirkungen hat die KI-Entwicklung auf deutsche Spieler und Casinos mit GGL-Lizenz?
Die verbesserten Sicherheitsstandards bei großen Anbietern kommen indirekt auch deutschen Spielern zugute. GGL-lizenzierte Casinos müssen manipulationssichere Systeme nachweisen und können KI zur Verfeinerung der Spielsuchterkennung nutzen, um den Spielerschutz zu erhöhen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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