Sri Lanka zieht den Stecker: Bet365 und Unibet auf der neuen schwarzen Liste
KI-GENERIERTDie neue Glücksspielbehörde von Sri Lanka greift hart durch und sperrt 24 internationale Anbieter wie Bet365 und Unibet. Das Ziel: Jährliche Einnahmen von 250 Millionen Dollar sichern.
In Sri Lanka weht seit kurzem ein deutlich schärferer Wind für internationale Glücksspielanbieter. Die erst kürzlich ins Leben gerufene Gambling Regulatory Authority hat Ernst gemacht und eine schwarze Liste veröffentlicht, die es in sich hat. Insgesamt 24 Schwergewichte der Branche, darunter Bet365, Unibet, Betway und 1xBet, wurden per Anordnung gesperrt. Die Behörde hat die Telekommunikationsregulierungsbehörde des Landes angewiesen, den Zugriff auf diese Webseiten durch lokale Internetanbieter technisch zu unterbinden. Dieser Schritt markiert das Ende einer Ära, in der viele Portale jahrelang in einer rechtlichen Grauzone operierten.
Das Vorgehen ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer langen politischen Vorbereitung. Die Regierung in Colombo verfolgt einen klaren Plan: Das Land soll sich wirtschaftlich erholen und dabei das Glücksspiel als treibende Kraft nutzen. Um dies zu erreichen, müssen jedoch alle Akteure Steuern zahlen und eine lokale Lizenz erwerben. Wer sich diesem System entzieht, fliegt raus. Die Öffentlichkeit wurde zudem eindringlich davor gewarnt, weiterhin Einsätze auf diesen nun nicht mehr autorisierten Plattformen zu tätigen, da dies mit erheblichen Risiken verbunden ist.
Zahlen und Fakten
Die Dimensionen der Neuausrichtung sind beeindruckend. Sri Lanka peilt durch die regulierte Branche jährliche Steuereinnahmen von etwa 250 Millionen Dollar an. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist das integrierte Resort City of Dreams in Colombo, in das Melco Resorts & Entertainment stolze 1,2 Milliarden Dollar investiert hat. Dieses Projekt soll den Tourismus ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen.
Die Liste der blockierten Anbieter liest sich wie das Who-is-Who der globalen iGaming-Welt. Neben den bereits genannten Marken wurden auch Betfair, Dafabet, 1win, Stake.com, Parimatch und 22bet gesperrt. Selbst Nischenanbieter wie 10cric oder Rajabets stehen nun auf der Verbotsliste. Die Regierung hofft, durch diesen harten Schnitt den Schwarzmarkt auszutrocknen und die Spieler auf legale, lokal lizenzierte Angebote umzuleiten.
Hintergrund
Die rechtliche Grundlage für dieses Durchgreifen ist der Gambling Regulatory Authority Bill, der am 1. Dezember in Kraft trat. Das Parlament hatte das Gesetz bereits im August 2025 verabschiedet. Es beendet eine jahrzehntelange Zersplitterung der Vorschriften, die teilweise bis ins Jahr 1887 zurückreichten. Die neue Behörde agiert nun als einzige unabhängige Regulierungsinstanz mit weitreichenden Befugnissen. Sie kontrolliert nicht nur das Online-Glücksspiel, sondern auch Offshore-Aktivitäten auf Schiffen im Hafen von Colombo.
Die Ambitionen sind hochgesteckt, wie die Worte der Verantwortlichen zeigen. Man blickt vor allem auf den riesigen Nachbarmarkt Indien.
„Sri Lanka kann für Indien das sein, was Macau für China ist." - Lawrence Ho, Vorsitzender von Melco Resorts & Entertainment
Diese Vision verdeutlicht, warum eine saubere Regulierung so wichtig ist. Nur ein kontrollierter Markt zieht die nötigen Milliarden-Investitionen an, die für solche Großprojekte notwendig sind. Die Schließung rechtlicher Schlupflöcher soll zudem die Wirtschaftsentwicklung fördern und das Image des Standorts verbessern.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation in Sri Lanka eine Erinnerung an die heimischen Verhältnisse. Wer im Urlaub in Colombo versucht, auf sein gewohntes Bet365-Konto zuzugreifen, könnte nun vor einer digitalen Mauer stehen. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt ähnlich streng. Während Anbieter wie Bet365 in Sri Lanka aktuell blockiert werden, gehören sie in Deutschland oft zu den wenigen, die eine offizielle Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) erhalten haben.
In Deutschland müssen sich Spieler an strenge Regeln halten, die dem Spielerschutz dienen. Dazu gehört das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, das durch das LUGAS-System überwacht wird. Auch das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen ist eine deutsche Besonderheit, die es so in asiatischen Märkten oft nicht gibt. Wer als deutscher Urlauber in Sri Lanka ist, sollte also vorsichtig sein: Die Nutzung von VPN-Diensten, um Sperren zu umgehen, kann gegen die AGB der Buchmacher verstoßen und im schlimmsten Fall zur Kontosperrung führen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Anbieter mit einer GGL-Lizenz in Deutschland zeigt das Beispiel Sri Lanka, dass nationale Alleingänge bei der Regulierung weltweit zunehmen. Ein Anbieter, der in Deutschland legal ist, muss nicht zwangsläufig in anderen Regionen geduldet werden. Die GGL-Whitelist ist das einzige verlässliche Dokument für deutsche Kunden, um legale Casinos zu identifizieren. Anbieter aus Malta (MGA) oder Curacao haben es in regulierten Märkten wie Deutschland oder nun auch Sri Lanka immer schwerer. Die Zeit der wilden Graumärkte scheint abzulaufen, da Staaten ihre Steueransprüche und den Spielerschutz immer konsequenter durchsetzen.
Häufige Fragen
Warum wurden Bet365 und Unibet in Sri Lanka gesperrt?
Die Anbieter verfügten nicht über die erforderliche lokale Lizenz der neuen Gambling Regulatory Authority. Da sie ohne Genehmigung im Land operierten, wurden sie auf eine schwarze Liste gesetzt und technisch blockiert.
Wie viel Geld möchte Sri Lanka mit Glücksspiel verdienen?
Die Regierung strebt jährliche Steuereinnahmen von rund 250 Millionen Dollar aus dem regulierten Sektor an. Diese Einnahmen sollen zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Förderung des Tourismus beitragen.
Was ist das City of Dreams Projekt?
Es handelt sich um ein integriertes Resort in Colombo, in das Melco Resorts & Entertainment 1,2 Milliarden Dollar investiert hat. Es soll Sri Lanka zu einem erstklassigen Glücksspielziel in Asien machen.
Gibt es in Deutschland auch eine schwarze Liste für Casinos?
Ja, die GGL führt eine Whitelist der erlaubten Anbieter und geht gegen illegale Webseiten vor. Wer nicht auf der Whitelist steht, darf in Deutschland keine Glücksspiele um echtes Geld legal anbieten.
Was müssen deutsche Spieler beim Einzahlungslimit beachten?
Gemäß GlüStV 2021 gilt ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat. Dies wird zentral über das LUGAS-System kontrolliert, um Überschuldung und Spielsucht vorzubeugen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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