BetMGM korrigiert Wachstumsziele durch US-Prognosemärkte nach unten
KI-GENERIERTTrotz eines Nettoumsatzes von 711 Millionen Dollar im zweiten Quartal verschiebt BetMGM sein 500-Millionen-EBITDA-Ziel aufgrund neuer Konkurrenz auf dem US-Markt.
Der US-Glücksspielmarkt steht unter Strom, doch für BetMGM weht der Wind derzeit etwas rauer. Das Joint Venture von MGM Resorts und Entain musste kürzlich seine langfristige Gewinnprognose anpassen. Das ehrgeizige Ziel, ein bereinigtes EBITDA von 500 Millionen Dollar zu erreichen, wird nun voraussichtlich nicht mehr im bisher gesteckten Zeitrahmen bis 2027 realisiert werden können. Grund dafür ist eine Gemengelage aus regulatorischer Komplexität und dem massiven Aufkommen von sogenannten Prognosemärkten, die den klassischen Sportwettenanbietern in den USA zunehmend das Wasser abgraben.
Es ist eine paradoxe Situation. Auf der einen Seite meldet BetMGM für das zweite Quartal einen Nettoumsatz von 711 Millionen Dollar, was einem Anstieg von 3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das iGaming-Segment glänzte sogar mit einem Plus von 8 % auf 483 Millionen Dollar. Doch auf der anderen Seite sank das bereinigte EBITDA im gleichen Zeitraum um 15 % auf 74 Millionen Dollar. Die Kosten für die Gewinnung loyaler Spieler und die Konkurrenz durch Plattformen, die oft außerhalb des klassischen Sportwetten-Regelwerks operieren, drücken auf die Margen. CEO Adam Greenblatt gibt sich dennoch kämpferisch und setzt auf die Stärke des eigenen Produkts, während er gleichzeitig auf ein Eingreifen der Behörden gegen die neue Konkurrenz hofft.
Zahlen und Fakten
Ein Blick in die Bücher zeigt die aktuelle Dynamik. Im ersten Halbjahr erwirtschaftete BetMGM einen Nettoumsatz von 1,41 Milliarden Dollar, 4 % mehr als im Vorjahr. Besonders das iGaming erweist sich als Fels in der Brandung. Mit 964 Millionen Dollar Umsatz in den ersten sechs Monaten und einem Marktanteil von stolzen 20 % in den aktiven Märkten ist dieser Bereich der eigentliche Gewinnbringer. Im Gegensatz dazu kämpft das Sportwetten-Segment mit einer flachen Entwicklung. Der Umsatz bei Online-Sportwetten lag im zweiten Quartal bei 228 Millionen Dollar, was fast punktgenau dem Vorjahresniveau entspricht.
Besorgniserregend ist jedoch der Rückgang bei den monatlich aktiven Nutzern. Im zweiten Quartal sank diese Zahl um 3 % auf durchschnittlich 875.000, im gesamten ersten Halbjahr betrug das Minus sogar 6 % auf 925.000 Nutzer. BetMGM erklärt diesen Rückgang mit einer höheren Professionalität und dem Fokus auf werthaltige Kunden statt auf Zocker, die nur Boni abgreifen. Dennoch zeigt die Konkurrenz, wie es anders gehen kann. DraftKings meldete beispielsweise durch die Einbindung von Prognosemärkten eine massive Margenausweitung und einen Anstieg des bereinigten EBITDA auf 167,9 Millionen Dollar im ersten Quartal.
Hintergrund
Die Prognosemärkte, auf denen Nutzer auf Ereignisse wie politische Wahlen oder wirtschaftliche Kennzahlen setzen können, entwickeln sich in den USA zu einer ernsten Bedrohung für klassische Bookies. Während Anbieter wie DraftKings diese vertikalen Märkte nutzen, um Nutzer in Staaten zu erreichen, in denen Sportwetten noch nicht legalisiert sind, schlägt Adam Greenblatt einen anderen Weg ein. Er kritisiert, dass diese Plattformen oft bestehende Regeln zum Spielerschutz und zur Informationsweitergabe umgehen.
„Wir sind fest entschlossen, die staatlichen Aufsichtsbehörden, Generalstaatsanwälte und indianischen Glücksspielinstanzen zu unterstützen, die ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Prognosemärkte äußern und zeigen, wie diese die robusten regulatorischen Rahmenbedingungen und Anforderungen an verantwortungsbewusstes Glücksspiel umgehen.“ - Adam Greenblatt, CEO von BetMGM
Diese Haltung ist riskant, da sie BetMGM kurzfristig Wachstumschancen nimmt, die Konkurrenten wie FanDül und DraftKings aggressiv nutzen. Dennoch bleibt das Unternehmen bei seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2026, wenn auch am unteren Ende der Spanne. Erwartet wird ein Nettoumsatz zwischen 2,9 Milliarden und 3,1 Milliarden Dollar bei einem bereinigten EBITDA von 300 Millionen bis 350 Millionen Dollar. Impulse erhofft man sich durch den Marktstart im kanadischen Alberta und neue exklusive Slot-Titel wie „Game of Thrones“ oder „Marilyn Monroe Slingo“.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler, die sich an die strengen Regeln des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) gewöhnt haben, klingen die Probleme von BetMGM fast schon vertraut. In Deutschland sorgt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) für einen extrem regulierten Rahmen, der Wildwuchs, wie er derzeit bei den US-Prognosemärkten beobachtet wird, kaum zulässt. Wer in Deutschland bei einem Anbieter aus der offiziellen Whitelist spielt, muss sich an das anbieterübergreifende monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro halten, das über das System LUGAS überwacht wird. Zudem gilt am Slot das Einsatzlimit von einem Euro pro Drehung.
Die Diskussion um Prognosemärkte zeigt, dass regulatorische Lücken weltweit für Instabilität sorgen können. Deutsche Spieler profitieren hier von der Rechtssicherheit. Während BetMGM in den USA über das Umgehen von Spielerschutz klagt, ist dieser in Deutschland durch Anbindungen an OASIS und LUGAS technisch zementiert. Ein Ausweichen auf unregulierte Märkte, wie es in den USA durch Vorhersagebörsen geschieht, wird in Deutschland durch Netzsperren und Zahlungsblockaden der GGL aktiv bekämpft. Das sorgt für ein sichereres Umfeld, schränkt aber die Wettvielfalt im Vergleich zum US-Markt ein.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz können aus dem Fall BetMGM lernen, dass die Konzentration auf das iGaming-Kerngeschäft und exklusive Inhalte langfristig stabiler ist als das Hinterherjagen jeder neuen Marktnische. BetMGM hält trotz Gegenwind an seinem 20-prozentigen Marktanteil im iGaming fest. Für deutsche Betreiber bedeutet das: Qualität und Markenstärke, wie sie etwa durch Kooperationen mit großen Franchise-Unternehmen erreicht wird, sind entscheidend. Die Verschiebung der EBITDA-Ziele bei BetMGM verdeutlicht zudem, dass regulatorische Anpassungskosten und der Kampf gegen den Schwarzmarkt (oder graue Nischenmärkte) erhebliche finanzielle Ressourcen binden können. Deutsche Anbieter sollten sich daher frühzeitig auf eine effiziente Umsetzung der Spielerschutzvorgaben konzentrieren, um nicht in eine ähnliche Profitabilitätsfalle zu tappen.
Häufige Fragen
Warum passt BetMGM seine Gewinnprognose an?
BetMGM muss seine Gewinnprognose nach unten korrigieren, da das Erreichen des Ziels von 500 Millionen Dollar bereinigtem EBITDA bis 2027 durch neue Konkurrenz in Form von Prognosemärkten gefährdet ist. Diese Märkte operieren oft außerhalb des klassischen Sportwetten-Regelwerks.
Wie haben sich die Umsätze von BetMGM im zweiten Quartal entwickelt?
BetMGM meldete im zweiten Quartal einen Nettoumsatz von 711 Millionen Dollar, was einem Anstieg von 3% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das iGaming-Segment verzeichnete sogar ein Wachstum von 8% auf 483 Millionen Dollar.
Welche Herausforderungen sehen sich die Sportwettenanbieter in den USA gegenüber?
Neben regulatorischer Komplexität stellen Prognosemärkte eine große Herausforderung dar, da sie oft Spielerschutz- und Informationsweitergaberegeln umgehen. Zudem steigen die Kosten für Spielerbindung, was die Margen drückt.
Wie wirkt sich die Konkurrenz durch Prognosemärkte auf BetMGM aus?
Prognosemärkte, auf denen Nutzer auf Ereignisse wie politische Wahlen oder wirtschaftliche Kennzahlen setzen können, stellen eine ernste Bedrohung für klassische Bookies wie BetMGM dar. Konkurrenten wie DraftKings nutzen diese Märkte zur Margenausweitung.
Was bedeuten die Probleme von BetMGM für deutsche Spieler?
Deutsche Spieler sind durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 und die GGL geschützt, was regulatorische Lücken wie bei den US-Prognosemärkten unwahrscheinlich macht. Zwar sind die Wettmöglichkeiten eingeschränkt, aber das Umgehen von Spielerschutz ist technisch durch Systeme wie OASIS und LUGAS unterbunden.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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