Bragg Gaming setzt auf Nordamerika-Expansion trotz Rückzug der Prognose
KI-GENERIERTDie Bragg Gaming Group meldet ein Wachstum von über 40 Prozent im US- und Kanada-Geschäft. Durch den Kauf von Drayton International für 9 Millionen Dollar soll der Marktanteil im iGaming massiv ausgebaut werden.
Die Bragg Gaming Group richtet ihren Blick verstärkt auf den nordamerikanischen Kontinent. Nach dem jüngsten Markteintritt in der kanadischen Provinz Alberta am 13. Juli 2026 sieht der Anbieter von Glücksspieltechnologie enormes Potenzial in einer Region, die bisher nur zu einem kleinen Bruchteil reguliert ist. Während in Europa vor allem die Niederlande mit einem Umsatzminus von 14 Prozent für Dämpfer sorgten, floriert das Geschäft in Übersee. Mit der abgeschlossenen Übernahme von Drayton International für 9 Millionen Dollar sichert sich Bragg zusätzliche Kapazitäten im Bereich Advanced Deposit Wagering (ADW), was den Zugang zu über 30 US-Bundesstaaten ermöglicht.
Die jüngsten Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 verdeutlichen den Wandel des Unternehmens. Zwar sank der Gesamtumsatz auf 22,9 Millionen Euro im Vergleich zu 26,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, doch das bereinigte EBITDA blieb mit 3,5 Millionen Euro stabil. Diese Entwicklung ist vor allem auf Einsparungen bei den Personalkosten und eine effizientere Kostenstruktur zurückzuführen. Dennoch bleibt die finanzielle Lage angespannt, da ein Nettoverlust von 2,9 Millionen Euro verbucht werden musste. Dennoch überwiegt der Optimismus hinsichtlich der Skalierbarkeit des nordamerikanischen Marktes, in dem Bragg bereits Partnerschaften mit zahlreichen Betreibern in Alberta eingegangen ist.
Zahlen und Fakten
Im direkten Vergleich zwischen dem zweiten Quartal 2026 und dem Vorjahreszeitraum sticht das Wachstum in den USA und Kanada mit 44 Prozent hervor. In Alberta sind bereits mehr als 80 Titel des Anbieters live. Die Übernahme von Drayton International wurde vollständig durch die Ausgabe von 4,5 Millionen neuen Stammaktien finanziert. Ein besonders wichtiger Punkt für die Zukunft ist die Marktdurchdringung in den USA. Aktuell sind lediglich 12 Prozent der US-Bevölkerung in Gebieten mit reguliertem iGaming ansässig. Experten schätzen das Gesamtpotenzial des US-Marktes bei voller Reife auf rund 97 Milliarden Euro.
Robbie Bressler, Chief Financial Officer bei Bragg, betonte während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen die strategische Bedeutung der aktuellen Schritte:
„Wir sind sehr begeistert von dem, was iGaming und insbesondere iCasino in Nordamerika über viele Gerichtsbarkeiten hinweg leisten. Was uns am meisten interessiert, ist die kontinuierliche Entwicklung des iCasino-Marktes in den USA und Kanada, deren Wachstum extrem beeindruckend ist.“ - Robbie Bressler, CFO bei Bragg Gaming Group
Hintergrund
Die strategische Neuausrichtung unter CEO Matevž Mazij sieht vor, dass Bragg sich von einem reinen Komponentenlieferanten hin zum Architekten eines kompletten Ökosystems entwickelt. Dazu gehören verstärkt eigene Spiele (Proprietary Games) und KI-gesteuerte Modelle. Die Übernahme von Drayton bringt Bragg zudem Beteiligungen an fünf Spielentwicklungsstudios und drei Technologieplattformen ein. Besonders das Segment Advanced Deposit Wagering ist für Bragg attraktiv, da klassisches iCasino bisher nur in sieben US-Bundesstaaten legal ist, während ADW eine deutlich breitere rechtliche Basis in über 30 Staaten hat.
Allerdings hat die Expansion auch ihren Preis an Vorhersehbarkeit gekostet. Da die Integration von Drayton noch in einem frühen Stadium ist, hat Bragg seine bisherige Prognose für das restliche Geschäftsjahr 2026 zurückgezogen. Das Unternehmen sieht sich derzeit nicht in der Lage, eine verlässliche Vorhersage für das kombinierte Geschäft zu treffen. In Europa konnte Bragg dennoch Erfolge verzeichnen, wie etwa die Zusammenarbeit mit dem belgischen Betreiber 711 oder den Markteintritt in Griechenland mit der Marke Superbet.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler bleibt die Lage stabil, da Bragg vor allem als B2B-Zulieferer für lizenzierte Plattformen fungiert. Wichtig ist hierbei, dass deutsche Nutzer ausschließlich auf Portalen spielen sollten, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Anbieter garantieren die Einhaltung des Glücksspielstaatsvertrags 2021, was unter anderem das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat bedeutet. Wer bei einem in Deutschland lizenzierten Casino spielt, das Bragg-Software nutzt, profitiert zudem von der Anbindung an das LUGAS-System, das zur Spielersperre und Limitkontrolle dient.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz müssen strikte Vorgaben erfüllen, wie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei virtuellen Automatenspielen. Da Bragg verstärkt auf proprietäre Inhalte und KI-Modelle setzt, könnten lizenzierte deutsche Betreiber in Zukunft von innovativeren Tools zur Spielbindung profitieren, die dennoch konform mit den strengen deutschen Jugendschutz- und Präventionsregeln sind. Ein Ausweichen auf Anbieter mit MGA- oder Curacao-Lizenzen ist deutschen Spielern strengstens abzuraten, da dort der rechtliche Schutz und die Aufsicht durch die GGL fehlen.
Häufige Fragen
Welche neuen Märkte hat Bragg Gaming im Juli 2026 erschlossen?
Bragg Gaming ist am 13. Juli 2026 offiziell in den regulierten iGaming-Markt der kanadischen Provinz Alberta eingetreten. Dort stellt das Unternehmen über 80 Spiele für verschiedene lizenzierte Betreiber zur Verfügung.
Warum hat Bragg die Finanzprognose für 2026 zurückgezogen?
Aufgrund der laufenden Integration der neu erworbenen Drayton International kann das Management derzeit keine verlässliche Prognose für das kombinierte Unternehmen abgeben. Die Planungsphase für die Zusammenführung der Technologieplattformen befindet sich noch in einem frühen Stadium.
Wie teuer war die Übernahme von Drayton International?
Die Übernahme hatte einen Wert von 9 Millionen US-Dollar. Der Betrag wurde nicht in bar gezahlt, sondern vollständig durch die Ausgabe von 4,5 Millionen neuen Stammaktien der Bragg Gaming Group beglichen.
Was bedeutet das Wachstum in Nordamerika für den globalen Umsatz?
Während der Umsatz in den Niederlanden um 14 Prozent sank, verzeichnete Bragg in den USA und Kanada ein Plus von 44 Prozent. Dies zeigt die wachsende Bedeutung des nordamerikanischen Marktes für das Unternehmen.
Müssen deutsche Spieler bei Bragg-Spielen etwas beachten?
Spieler in Deutschland sollten darauf achten, dass sie nur bei Anbietern mit einer Lizenz der GGL spielen. Dort greifen Schutzmaßnahmen wie das 1.000-Euro-Einzahlungslimit und die Anbindung an die Sperrdatenbank OASIS, unabhängig vom Software-Hersteller.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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