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Buzz Bingo meldet Rekordumsatz von 241 Millionen Pfund bei steigenden Verlusten

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Buzz Bingo meldet Rekordumsatz von 241 Millionen Pfund bei steigenden VerlustenKI-GENERIERT

Trotz eines Umsatzwachstums auf 241 Millionen Pfund verdoppelt der britische Bingo-Riese Buzz Bingo seine Verluste vor Steuern auf 65 Millionen Pfund.

Der britische Bingo-Marktführer Buzz Bingo erlebt derzeit eine paradoxe wirtschaftliche Phase. Auf der einen Seite steht ein beeindruckendes Wachstum bei den Kundenzahlen und dem Umsatz, auf der anderen Seite drücken explodierende Betriebskosten und eine verschärfte Steuergesetzgebung das Unternehmen tief in die roten Zahlen. Mit einem Gesamtumsatz von 241 Millionen Pfund für das Geschäftsjahr 2025 und 2026 konnte das Unternehmen ein Plus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Dennoch zeigt die Bilanz ein düsteres Bild bei der Profitabilität. Der Verlust vor Steuern weitete sich von 33 Millionen Pfund auf stolze 65 Millionen Pfund aus.

Besonders auffällig ist der Trend bei der jüngeren Zielgruppe. Buzz Bingo scheint es gelungen zu sein, das verstaubte Image des Rentner-Spiels abzulegen. Etwa 190.000 neue Kunden besuchten die Clubs, wovon die Hälfte unter 35 Jahre alt war. In der zweiten Jahreshälfte stieg die Zahl der Neukunden unter 25 Jahren sogar um 16 Prozent. Dies unterstreicht die Strategie des Anbieters, Bingo als erschwingliches und soziales Freizeiterlebnis zu positionieren. Doch diese Beliebtheit schlägt sich aufgrund externer Faktoren bisher nicht in Gewinnen nieder. Höhere Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung und die Anhebung des Mindestlohns haben die Personalkosten für die 2.229 Mitarbeiter auf 61,4 Millionen Pfund getrieben.

Zahlen und Fakten

Die detaillierten Ergebnisse zeigen eine deutliche Zweiteilung des Geschäfts. Der Bereich Retail, also die physischen Bingo-Hallen, steigerte seinen Umsatz um 11 Prozent auf 192 Millionen Pfund. Hierbei halfen Investitionen in Höhe von 25 Millionen Pfund, die in die Modernisierung der Standorte flossen. Unter anderem wurden über 10.000 elektronische Bingo-Terminals installiert und das Wi-Fi verbessert. Das Online-Segment wuchs ebenfalls um 11 Prozent auf 49,1 Millionen Pfund. Beeindruckend ist hier das Wachstum bei den Neukunden im digitalen Bereich, das bei 30 Prozent lag. Dennoch sank das bereinigte EBITDA von 42 Millionen auf 39 Millionen Pfund.

Ein massiver Einschnitt war die Erhöhung der Remote Gaming Duty von 21 Prozent auf 40 Prozent, die im April 2026 wirksam wurde. Diese steuerliche Belastung führte zu einer Wertberichtigung auf den Firmenwert in Höhe von 18,4 Millionen Pfund. Das Management musste seine Cashflow-Prognosen für das Online-Geschäft grundlegend nach unten korrigieren. Buzz Bingo reagiert darauf, indem es die Abhängigkeit von teurer Online-Kundenakquise reduziert und stattdessen versucht, die treue Basis aus den stationären Clubs in das digitale Ökosystem zu ziehen.

Hintergrund

Seit 2023 verfolgt Buzz Bingo einen Fünfjahresplan zur Sanierung des Unternehmens. Das Kernstück ist die sogenannte Omnichannel-Strategie. Dabei geht es darum, dem Kunden ein nahtloses Erlebnis zwischen dem physischen Clubbesuch und dem Spiel per App zu bieten. Das Flaggschiff-Produkt Big Money Live schüttete in diesem Zusammenhang bereits 4,2 Millionen Pfund an Preisen aus. CEO Dominic Mansour sieht in dieser Verknüpfung den entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber reinen Online-Anbietern, die keine physische Präsenz vorweisen können.

„Unsere Omnichannel-Strategie bringt Buzz in eine einzigartige Marktposition. Wir haben eine große und sehr loyale Retail-Kundenbasis und ein Großteil unseres Online-Wachstums resultiert aus unserer Fähigkeit, Retail-Spieler für das Online-Spiel zu gewinnen.“ - Dominic Mansour, CEO Buzz Bingo

Obwohl die Bingo-Steuer für das Retail-Geschäft ab April 2026 wegfällt, bleiben die finanziellen Herausforderungen enorm. Die Nettoverbindlichkeiten des Konzerns beliefen sich am Ende der Periode auf 256,5 Millionen Pfund, bei zinstragenden Krediten von rund 322,4 Millionen Pfund. Die Unterstützung durch den Mehrheitseigentümer Intermediate Capital Group (ICG) und eine Kreditlinie der Barclays Bank sichern derzeit die Liquidität für die Modernisierungsprojekte.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler hat die Situation bei Buzz Bingo keine direkten Auswirkungen, da der Anbieter keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzt und somit legal nicht in Deutschland agieren darf. Dennoch zeigt das Beispiel die Gefahren einer zu hohen steuerlichen Belastung. In Deutschland gilt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 eine Einsatzsteuer von 5,3 Prozent auf Online-Slots und Poker. Dies hat bereits dazu geführt, dass viele legale Anbieter ihre Auszahlungsquoten senken mussten oder sich ganz vom Markt zurückzogen. Deutsche Spieler sollten strikt darauf achten, nur bei Anbietern auf der GGL-Whitelist zu spielen. Nur dort greifen Schutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, die LUGAS-Überwachung zur Vermeidung von Mehrfachspiel und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin. Wer bei unlizenzierten MGA- oder Curacao-Casinos spielt, setzt sich nicht nur rechtlichen Risiken aus, sondern genießt auch keinerlei Schutz durch deutsche Behörden.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Entwicklung im UK-Markt dient als Warnsignal für den deutschen Markt. Wenn Steuern und Betriebskosten so stark steigen, dass selbst wachsende Unternehmen hohe Verluste einfahren, gerät das legale Angebot unter Druck. Legale deutsche Casinos müssen bereits hohe regulatorische Hürden nehmen. Eine weitere Verschärfung der steuerlichen Bedingungen könnte dazu führen, dass Spieler in den unregulierten Schwarzmarkt abwandern, wo keine Steuern gezahlt werden und kein Spielerschutz existiert. Die Branche wird genau beobachten, ob die deutsche Politik den Weg der Briten einschlägt oder ein Gleichgewicht zwischen Steuereinnahmen und Marktfähigkeit des legalen Angebots wahrt.

Häufige Fragen

Warum macht Buzz Bingo Verlust, obwohl der Umsatz steigt?

Die Verluste resultieren primär aus verdoppelten Vorsteuerverlusten durch höhere Lohnkosten, gestiegene Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung und eine massive Erhöhung der Online-Glücksspielsteuer auf 40 Prozent. Diese operativen Mehrkosten überstiegen das Umsatzplus von 11 Prozent deutlich.

Wie verändert sich das Publikum beim Bingo?

Bingo wird zunehmend für jüngere Menschen attraktiv, da Buzz Bingo berichtete, dass die Hälfte der 190.000 Neukunden unter 35 Jahre alt war. In der zweiten Jahreshälfte 2026 stieg die Zahl der Neukunden unter 25 Jahren sogar um 16 Prozent.

Was ist eine Omnichannel-Strategie im Glücksspiel?

Diese Strategie verknüpft das stationäre Geschäft in den Hallen mit dem digitalen Angebot im Internet. Ziel ist es, Kunden, die vor Ort spielen, auch für die hauseigene Online-Plattform zu gewinnen und so Marketingkosten für die Neukundenakquise zu sparen.

Können deutsche Spieler legal bei Buzz Bingo spielen?

Nein, Buzz Bingo verfügt über keine Lizenz der GGL und steht nicht auf der offiziellen Whitelist. Deutsche Spieler dürfen rechtlich nur Angebote nutzen, die gemäß dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 zertifiziert sind und Spielerschutzmaßnahmen wie LUGAS anwenden.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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