Kaliforniens Stämme planen Legalisierung von Sportwetten erst für 2028

Die California Nations Indian Gaming Association (CNIGA) visiert eine Volksabstimmung für das Jahr 2028 an. Derzeit lehnen laut James Siva 83 Prozent der Wähler kommerzielle Konzepte ab.
In Kalifornien zeichnet sich ein klarer Zeitplan für die Zukunft des digitalen Glücksspiels ab. Die führenden Vertreter der indigenen Stämme haben sich gegen einen überhasteten Vorstoß zur Legalisierung von Sportwetten im Jahr 2026 entschieden. Stattdessen markiert das Jahr 2028 das neue Ziel für eine umfassende Volksabstimmung. James Siva, der Vorsitzende der California Nations Indian Gaming Association (CNIGA), stellte in einem aktuellen Podcast klar, dass die Kontrolle über den Markt ausschließlich in den Händen der Stämme bleiben muss. Nach dem teuren und erbitterten Abstimmungskampf von 2022, bei dem Hunderte Millionen Dollar investiert wurden, setzen die Verantwortlichen nun auf eine langfristige Strategie der Einheit.
Der Konflikt der Vergangenheit sitzt noch tief. Damals standen sich zwei gegensätzliche Vorschläge gegenüber: Die Stämme wollten mit Proposition 26 Vor-Ort-Wetten in ihren Kasinos und auf Rennbahnen erlauben, während Konzerne wie FanDuel und DraftKings mit Proposition 27 den Online-Markt für sich beanspruchten. Beide Entwürfe scheiterten krachend an der Urne. Siva wies darauf hin, dass die Ablehnung gegen den kommerziellen Gesetzentwurf bei massiven 83 Prozent lag. Dieser Umstand bestärkt die Stämme in ihrer Überzeugung, dass die kalifornische Öffentlichkeit externen Glücksspielriesen misstraut und eher den lokalen, regulierten Institutionen der indigenen Gemeinschaften folgt.
Zahlen und Fakten
Ein wesentlicher Faktor für die Neuausrichtung sind aktuelle Umfragedaten aus dem Juni 2024. Überraschenderweise glauben bereits 60 Prozent der Kalifornier, dass Online-Sportwetten im Bundesstaat heute schon legal seien. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch im 20er-Bereich. Dieser drastische Anstieg wird auf die aggressive Werbung von Prognosemärkten wie Kalshi und Polymarket sowie die allgegenwärtige Präsenz von Sportwetten-Marketing in den sozialen Medien zurückgeführt. Dennoch bleibt die finanzielle Realität komplex: Von den über 100 Stämmen in Kalifornien sind 72 Teil des Revenue Sharing Trust Fund (RSTF). Dieser Fonds schüttet derzeit 1,1 Millionen US-Dollar pro Jahr an Stämme aus, die keine eigenen Kasinos betreiben.
Viele dieser Gemeinschaften leben unter prekären Bedingungen. Daniel Salgado, Vorstandsmitglied der CNIGA, betonte die Dringlichkeit, wirtschaftliche Fortschritte zu erzielen, da manche Reservate noch immer keinen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Gas oder Elektrizität haben. Die geplante Erweiterung auf Online-Sportwetten soll hier Abhilfe schaffen, jedoch nur unter der Bedingung der stammesrechtlichen Exklusivität. Marken wie BetMGM oder Caesars werden nach aktuellem Stand keine eigenen Plattformen in Kalifornien betreiben können, sondern höchstens als technische Dienstleister im Hintergrund agieren.
Hintergrund
Die Bedrohung durch unregulierte Prognosemärkte hat die Debatte verschärft. Plattformen wie Robinhood oder Kalshi ermöglichen Wetten auf Ereignisse außerhalb der staatlichen Aufsicht. James Siva kritisiert scharf, dass diese Anbieter oft Wetten von 18- bis 20-Jährigen annehmen, während die Stämme eine strikte Altersgrenze von 21 Jahren fordern. Der Kampf gegen diese Märkte wird an mehreren Fronten geführt: politisch, rechtlich und bald auch finanziell. Ziel ist es, den illegalen oder halb-legalen Anbietern durch ein staatlich kontrolliertes, stammesgeführtes Online-Angebot das Wasser abzugraben.
„Wir haben eine enorme Menge an positiven Gefühlen für das Stammes-Glücksspiel aufgebaut. Wir halten unsere Versprechen, tun das Richtige und bieten sicheres, reguliertes Glücksspiel an. Eine ganze Generation von Kaliforniern ist mit dem Wissen aufgewachsen, dass es im Staat nur Stammes-Glücksspiel gibt, und darauf sind wir stolz.“ - James Siva, Vorsitzender der California Nations Indian Gaming Association
Was heißt das für deutsche Spieler?
Obwohl Kalifornien weit entfernt scheint, spiegeln die dortigen Entwicklungen globale Trends wider, die auch deutsche Nutzer betreffen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat in Deutschland eine ähnliche Klarheit geschaffen, wie sie die Stämme für 2028 anstreben. Deutsche Spieler profitieren bereits von einer strengen Überwachung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Im Gegensatz zu den USA, wo Prognosemärkte in rechtlichen Grauzonen operieren, ist in Deutschland klar definiert, was erlaubt ist und was nicht.
Für deutsche Kunden bedeutet das höchste Sicherheit durch das LUGAS-System und das Oasis-Sperrsystem. Einzahlungslimits von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots sind feste Säulen des Spielerschutzes, die in den USA in dieser Form oft fehlen. Wer in Deutschland bei einem Anbieter der GGL-Whitelist spielt, hat die Garantie, dass faire Gewinnchancen und korrekte Auszahlungen stattfinden. Das kalifornische Ziel, Steuereinnahmen direkt der Gemeinschaft und lokalen Infrastrukturen zuzuführen, ist mit dem deutschen Modell vergleichbar, bei dem Abgaben der Anbieter dem Gemeinwohl zugutekommen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Situation in den USA verdeutlicht, warum eine nationale Lizenz wie die deutsche GGL-Erlaubnis so wertvoll ist. Während in Kalifornien Unternehmen wie DraftKings um Akzeptanz kämpfen müssen, haben lizenzierte Betreiber in Deutschland Rechtssicherheit. Casinos mit MGA- oder Curacao-Lizenzen verlieren hierzulande immer mehr an Boden, da sie keinen Zugriff auf die legalen Zahlungswege und Werbenetzwerke haben. Der Fall Kalifornien zeigt, dass am Ende der kontrollierte, lokal verwurzelte Markt gewinnt. GGL-lizenzierte Anbieter können sich als sicherer Hafen positionieren, da sie die strengen deutschen Anforderungen an Jugend- und Spielerschutz erfüllen, während unregulierte Schwarzmarkt-Anbieter langfristig finanziell ausgetrocknet werden.
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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