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Regulierung

US Aufsicht warnt vor Manipulation bei Mention Markets auf Prognoseplattformen

23. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
US Aufsicht warnt vor Manipulation bei Mention Markets auf PrognoseplattformenKI-GENERIERT

Die CFTC stuft Wetten auf Zitate und Handlungen prominenter Personen als hochriskant ein. Ein ehemaliger Teleprompter Bediener musste bereits 107.539 Dollar Gewinn zurückgeben.

Die Welt der Prognosemärkte steht vor einer Zäsur. Während Wetten auf Wahlausgänge oder Sportereignisse zum Standard gehören, rücken nun die sogenannten Mention Markets ins Visier der US Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Dabei geht es um Kontrakte, die darauf basieren, ob eine bestimmte Person in einer Rede, in sozialen Medien oder bei einer Telefonkonferenz spezifische Wörter sagt. Auch das Schütteln einer Hand oder das Erscheinen auf einem Foto dient oft als Wettgrundlage. Die Behörde hat nun klargestellt, dass sie solche Märkte als grundsätzlich anfällig für Manipulationen betrachtet.

Das Problem liegt in der Natur der Sache. Im Gegensatz zu einem Fußballspiel oder einer staatlichen Statistik liegt der Ausgang eines Mention Markets oft in der Hand einer einzelnen Person oder einer kleinen Gruppe. Ein Redner kann sich kurzfristig entscheiden, ein bestimmtes Modewort fallen zu lassen, nur um eine Wette zu beeinflussen. Dies schafft enorme Anreize für Bestechung oder die Nutzung von nicht öffentlichen Informationen. Die Division of Market Oversight hat daher eine Mitteilung an die regulierten Terminbörsen gesandt, die die Beweislast für die Sicherheit dieser Produkte drastisch erhöht.

Zahlen und Fakten

Die CFTC stützt ihre Warnung auf konkrete Fälle von Insiderhandel. Am 28. August wurde der ehemalige Teleprompter Bediener des Weißen Hauses, Gabriel Perez, dazu verpflichtet, Gewinne in Höhe von 107.539,02 Dollar abzuführen. Zusätzlich musste er eine zivile Strafe von 65.000 Dollar zahlen. Perez hatte die vorbereiteten Redemanuskripte von Donald Trump etwa eine Stunde vor der Ausstrahlung gelesen und auf Basis dieser Informationen gewettet. Sowohl Perez als auch der ehemalige Kongressabgeordnete George Santos, der am 31. Juli einen Vergleich über 35.000 Dollar wegen Wetten auf seine eigene Anwesenheit beim State of the Union Bericht schloss, erhielten dreijährige Handelsverbote.

Ein weiteres Beispiel für die Schwierigkeiten der Verifizierung zeigte sich bei einem Event von Kalshi. Dort wurde auf die Einweihung eines Hubschrauberlandeplatzes durch Trump gewettet. Obwohl er drei Minuten lang sprach und eine Schere benutzte, konnte niemand hören, was er tatsächlich sagte. Die Behörde betont daher, dass die Ergebnisse solcher Wetten oft nicht unabhängig überprüfbar sind.

„Regulatorische Klarheit treibt gesunde Märkte voran. Ich freue mich, dass die Mitarbeiter Leitlinien zu den potenziellen Risiken und einzigartigen Überlegungen im Zusammenhang mit der Notierung von Mention Markets bereitstellen.“ - Mike Selig, Vorsitzender der CFTC

Hintergrund

Die neue Richtlinie der CFTC fordert von den Börsen nun vier zentrale Faktoren einzuhalten. Zürst muss geprüft werden, ob die handelnde Person rechtlich oder beruflich so stark gebunden ist, dass eine Manipulation irrational wäre. Zudem muss untersucht werden, ob die Handlung öffentlich kontrollierbar ist, was in privaten Umgebungen kaum möglich ist. Börsen müssen nun vorab potenzielle Insider identifizieren und deren Handelsaktivitäten durch spezielle Kontrollen überwachen. Besonders verdächtig sind Konten, die nur in einer einzigen Kategorie Gewinne erzielen oder kurz vor der Veröffentlichung von Informationen aktiv werden.

Die CFTC verwaltet ein Marktvolumen von rund 600 Billionen Dollar, das Zinsen, Aktien, Kredite und Rohstoffe umfasst. Mit dem Aufstieg von Künstlicher Intelligenz und automatisierten Handelsstrategien wächst der Druck, klare Regeln für neue Anlageklassen zu schaffen. Mel Gunewardena, Direktor für internationale Angelegenheiten bei der CFTC, wies in einer Rede an der George Washington University darauf hin, dass Derivate heute die Preisfindung in den wichtigsten Märkten der Welt dominieren.

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland ist die Rechtslage durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sehr streng geregelt. Mention Markets, wie sie in den USA auf Plattformen wie Kalshi oder Polymarket existieren, sind für deutsche Spieler bei legalen Anbietern nicht zugänglich. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) erlaubt nur Wetten auf sportliche Ereignisse, die klar definiert und nicht leicht manipulierbar sind. Wetten auf politische Aussagen oder das Verhalten von Einzelpersonen in Talkshows gelten in Deutschland nicht als erlaubnisfähiges Glücksspiel. Wer als deutscher Nutzer versucht, über VPN auf ausländische Plattformen zuzugreifen, bewegt sich im Bereich des illegalen Glücksspiels und verliert jeglichen rechtlichen Schutz bei Auszahlungskonflikten. Zudem bieten lizenzierte deutsche Anbieter Spielerschutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro und die Anbindung an das LUGAS System, was bei internationalen Prognosemärkten völlig fehlt.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz bedeutet die Entwicklung in den USA eine Bestätigung der restriktiven deutschen Linie. Die GGL legt großen Wert darauf, dass Spielergebnisse auf dem Zufall oder einem sportlichen Wettbewerb basieren, nicht auf der Willkür einzelner Personen. Mention Markets würden in Deutschland sofort als Verstoß gegen die Integrität des Glücksspiels gewertet. Deutsche Casinos müssen weiterhin sicherstellen, dass ihre Wettmärkte manipulationssicher sind und keine Wetten auf Ereignisse anbieten, die durch Insiderwissen beeinflusst werden können. Das Beispiel der CFTC zeigt, wie schnell Wetten auf menschliches Verhalten in kriminelle Energie umschlagen können, was die strikten Werbe- und Produktvorgaben der deutschen Regulierung rechtfertigt.

Häufige Fragen

Was sind Mention Markets?

Mention Markets sind Wettmärkte, bei denen Teilnehmer auf das Auftreten bestimmter Wörter oder Handlungen einer Person setzen. Dies kann etwa eine Erwähnung in sozialen Medien oder eine Geste bei einer öffentlichen Rede sein.

Warum verbietet die CFTC diese Märkte nicht komplett?

Die CFTC verbietet sie nicht direkt, legt aber die Beweislast für die Manipulationssicherheit bei den Börsen fest. Wenn ein Anbieter nicht garantieren kann, dass die Wette unabhängig verifizierbar ist, darf sie nicht gelistet werden.

Welche Strafen gab es bereits wegen Manipulation?

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Weißen Hauses musste über 107.000 Dollar Gewinn zurückzahlen und 65.000 Dollar Strafe leisten. Er hatte Insiderwissen aus Redemanuskripten genutzt, um auf den Inhalt von Präsidentenreden zu wetten.

Sind solche Wetten in Deutschland legal?

Nein, in Deutschland sind solche Wetten nach dem GlüStV 2021 nicht erlaubt. Die GGL lässt nur Sportwetten und bestimmte Glücksspiele zu, die strengen Regeln zur Manipulationsprävention unterliegen.

Wie werden deutsche Spieler vor Manipulation geschützt?

Durch die Whitelist der GGL ist sichergestellt, dass nur geprüfte Anbieter mit Sitz in der EU oder dem EWR tätig sind. Zudem schützen das Einzahlungslimit von 1.000 Euro und die Sperrdatei OASIS vor übermäßigen Verlusten und Suchtgefahren.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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