Curaçao-Leak belastet Stake: Lizenz trotz ungeklärter Inhaber erteilt
KI-GENERIERTEin massiver Daten-Leak aus Curaçao offenbart, dass der Krypto-Riese Stake seine Lizenz am 9. Juni 2025 erhielt, obwohl Zweifel an der wahren Eigentümerstruktur bestanden.
Die Welt des Krypto-Glücksspiels wird von einem Beben erschüttert, das seinen Ursprung in der Karibik hat. Geleakte Dokumente der Curaçao Gaming Authority (CGA) zeigen ein fragwürdiges Bild der dortigen Lizenzierungspraxis. Im Zentrum steht Stake, einer der weltweit größten Namen im Bereich der Online-Casinos, dessen Gesicht unter anderem der Rapper Drake ist. Die Unterlagen belegen, dass das hinter Stake stehende Unternehmen Medium Rare N.V. am 9. Juni 2025 eine bedingte Lizenz erhielt, obwohl die Aufsichtsbehörde zu diesem Zeitpunkt noch erhebliche Fragen zur tatsächlichen Eigentümerstruktur hatte.
Die Recherche basiert auf zehntausenden vertraulichen Dokumenten, die von der Berliner Hackerin und Forscherin Lilith Wittmann aus dem System der CGA extrahiert wurden. Unter dem Titel Casino Secrets wurden die Ergebnisse am 22. September veröffentlicht. Wittmann arbeitete hierfür mit dem Medium Follow the Money und weiteren Partnern zusammen, um die internen Berichte auszuwerten. Die Dokumente offenbaren, dass die Regulierungsbehörden in Curaçao bewusst ein Auge zudrückten, um den Geschäftsbetrieb trotz offener Compliance-Fragen zu ermöglichen.
Zahlen und Fakten
In den internen Berichten wird Mladen Vuckovic als alleiniger wirtschaftlicher Eigentümer und CEO von Medium Rare N.V. geführt. Die Prüfer stießen jedoch auf Ungereimtheiten, da Ed Craven und Bijan Tehrani öffentlich als Gründer von Stake auftreten. Im Bericht heißt es explizit, dass es in dem Antrag keine spezifische Offenlegung dieser beiden Personen gab. Trotz dieser Unklarheiten wurde die Lizenz am 9. Juni 2025 unter speziellen Bedingungen erteilt. Das Unternehmen erhielt eine Frist von fünf Wochen, um die vertraglichen Beziehungen zu Craven, Tehrani sowie zu Firmen wie Easygo, Primedice, Sweepsteaks und Well Done STK zu klären.
Zudem forderte die CGA Erläuterungen zu den Vereinbarungen über die Nutzung der Marke Stake und der Domain Stake.com. Die Behörde selbst verteidigte ihr Vorgehen in einem Statement gegenüber Follow the Money. Man habe entschieden, nicht alle Anforderungen auf einmal umzusetzen, sondern Unternehmen die Möglichkeit zu geben, diese Schritt für Schritt zu erfüllen. Eine sofortige Ablehnung bei Unsicherheiten sei nicht vorgesehen. In einer Pressemitteilung vom 22. September betonte die CGA zudem, dass man robusten internen Verfahren bei der Due Diligence gefolgt sei.
Hintergrund
Der Leak kommt zu einer Zeit, in der die Aufsicht in Curaçao ohnehin unter internationaler Beobachtung steht. Die Insel versucht seit längerem, ihr Image als sicherer Hafen für unzureichend kontrollierte Anbieter loszuwerden. Dass jedoch ein Multimilliarden-Dollar-Unternehmen wie Stake eine Lizenz erhält, während die Prüfer intern vermerken, dass die wahre wirtschaftliche Eigentümerschaft unklar bleibt, konterkariert diese Bemühungen.
„Was unklar ist, ist die wahre wirtschaftliche Eigentümerschaft des Antragstellers und seine Verbindungen und geschäftlichen/vertraglichen Vereinbarungen mit EC, BT, Easygo, Primedice, Sweepsteaks und Well Done STK.“ - Auszug aus dem internen Lizenzbericht der CGA
Ergänzend zu den Stake-Enthüllungen zeigen Berichte über andere Plattformen wie helixbet.me, wie riskant der Markt außerhalb streng regulierter Zonen bleibt. Dort wurden Lizenzen wie die OGL/2024/106/0170 bereits im Dezember 2025 widerrufen, während die Seiten teils mit gefälschten Spielen und manipulierten Gewinnanzeigen weiteroperierten. Solche Beispiele verdeutlichen, warum eine lückenlose Prüfung der Hintermänner und der Software vor der Lizenzvergabe essenziell ist.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler sind diese Enthüllungen ein deutliches Warnsignal. Anbieter wie Stake verfügen über keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Wer dort spielt, bewegt sich im rechtlichen Graubereich oder sogar in der Illegalität. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) wurde genau deshalb geschaffen, um Transparenz zu erzwingen. In Deutschland müssen alle wirtschaftlich Berechtigten offengelegt werden, bevor ein Name auf der Whitelist erscheint.
Zudem bieten lizenzierte deutsche Casinos Schutzmechanismen, die bei Krypto-Casinos aus Übersee oft fehlen. Das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Slots sind gesetzlich verankert. Die GGL überwacht zudem die Einhaltung des Spielerschutzes und verhindert, dass Spieler bei Firmen landen, deren Eigentümerstruktur selbst für die Regulierungsbehörden ein Rätsel ist. Der Schutz des eigenen Geldes und der persönlichen Daten ist bei einem Anbieter ohne GGL-Lizenz niemals garantiert.
Was das für GGL-Casinos heißt
Legale deutsche Anbieter stehen im direkten Wettbewerb mit diesen globalen Riesen, müssen aber deutlich strengere Auflagen erfüllen. Der Fall Stake beweist, dass internationale Lizenzen oft nicht das Papier wert sind, auf dem sie stehen, wenn Bedingungen erst nach der Erteilung erfüllt werden müssen. GGL-lizenzierte Casinos können diesen Skandal nutzen, um ihre eigene Integrität zu betonen. In Deutschland gibt es keine schrittweise Erfüllung von Kernkriterien bei der Inhaberprüfung. Entweder die Struktur ist sauber und transparent, oder es gibt keine Zulassung. Dies schafft ein Sicherheitsniveau, das Curaçao-Casinos derzeit offensichtlich nicht bieten können.
Häufige Fragen
Wurde Stake die Lizenz in Curaçao entzogen?
Nein, die geleakten Unterlagen zeigen lediglich, dass die Lizenz am 9. Juni 2025 unter speziellen Bedingungen erteilt wurde. Das Unternehmen hatte danach fünf Wochen Zeit, um Unklarheiten bezüglich der Eigentümerstruktur und der Gründer Ed Craven und Bijan Tehrani auszuräumen. Ob diese Bedingungen fristgerecht erfüllt wurden, geht aus den aktuell vorliegenden Dokumenten nicht hervor.
Wer ist der offizielle Inhaber von Stake laut den Leaks?
In den internen Berichten der Curaçao Gaming Authority wird Mladen Vuckovic als alleiniger CEO und wirtschaftlich Berechtigter von Medium Rare N.V. genannt. Die Prüfer stellten jedoch fest, dass Craven und Tehrani öffentlich als Gründer bekannt sind, aber im Antrag nicht auftauchten. Dies führte zu der Forderung nach einer detaillierten Offenlegung der Firmengeflechte.
Wie sicher sind Casinos mit einer Lizenz aus Curaçao?
Der Leak verdeutlicht, dass die Aufsichtsbehörde in Curaçao Lizenzen teils vorab erteilt, während wichtige Prüfungen noch laufen. Dies steht im Gegensatz zu strengen europäischen Lizenzen, bei denen alle Bedingungen vor dem Start erfüllt sein müssen. Spieler sollten vorsichtig sein, da die Durchsetzung von Rechten bei Streitigkeiten in der Karibik oft schwierig ist.
Darf man von Deutschland aus bei Stake spielen?
Stake besitzt keine deutsche Lizenz der GGL und steht somit nicht auf der offiziellen Whitelist. Das Spielen bei solchen Anbietern verstößt gegen die Regelungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen, um von Schutzmaßnahmen wie dem 1.000 Euro Einzahlungslimit und dem Anschluss an das Sperrsystem OASIS zu profitieren.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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