US-Glücksspielgiganten DraftKings und FanDül erhöhen Druck auf Prognosemarkt Kalshi
KI-GENERIERTDer Konkurrenzkampf um US-Sportwetter spitzt sich zu. DraftKings investierte allein in diesem Jahr bereits 111 Millionen Dollar in TV-Kampagnen.
Die US-Glücksspielbranche erlebt derzeit einen massiven Schlagabtausch zwischen den etablierten Sportwetten-Giganten DraftKings und FanDül sowie dem Newcomer Kalshi. Während die großen Akteure ihre Präsenz auf alle 50 Bundesstaaten ausweiten, sieht sich Kalshi einer verstärkten rechtlichen Prüfung ausgesetzt. Der Kern des Streits liegt in der Wortwahl: Kalshi bewarb sich ursprünglich als erste legale App für Sportwetten in allen US-Staaten, versucht nun aber, den Begriff Wetten tunlichst zu vermeiden.
Die Konkurrenz schläft nicht. DraftKings und FanDül haben ihre eigenen Prognosemärkte gestartet und lassen die US-Bürger wissen, dass ihre Apps nun überall verfügbar sind. Besonders Staaten ohne legales Sportwetten, wie etwa Kalifornien, stehen im Fokus dieser Kampagnen. Dort ist der Handel mit Prognosen derzeit noch erlaubt, was eine rechtliche Grauzone schafft, die die Anbieter nun aggressiv nutzen.
Zahlen und Fakten
DraftKings zeigt sich als der ausgabefreudigste Akteur der Branche. Im vergangenen Jahr gab das Unternehmen stolze 485 Millionen Dollar für Marketing aus. In den ersten Monaten des Jahres 2026 wurden bereits 111 Millionen Dollar allein in TV-Kampagnen investiert. Um die Aufmerksamkeit zu maximieren, startete DraftKings am 2. September eine aufsehenerregende Aktion: In Städten wie Miami, Los Angeles, Dallas, Atlanta und Detroit wurde kostenloser Treibstoff verteilt. Insgesamt verschenkte das Unternehmen 32.000 Gallonen Benzin an mehr als 2.200 Autos. Bei einem Preis von etwa 4 Dollar pro Gallone kostete diese Aktion rund 128.000 Dollar.
FanDül steht dem kaum nach. Mit TV-Werbeausgaben von etwa 57,9 Millionen Dollar in diesem Jahr und Gesamtkosten für Marketing von 462 Millionen Dollar im Vorjahr bleibt das Unternehmen ein Schwergewicht. Kalshi folgt an dritter Stelle mit bisher 41,1 Millionen Dollar für Fernsehwerbung im laufenden Jahr. Trotz dieser Summen kämpft die Muttergesellschaft von FanDül, Flutter, mit einem massiven Wertverlust. Der Aktienkurs liegt 65 Prozent unter dem Vorjahreswert. Um das Ruder herumzureißen, wurde ein Führungswechsel vollzogen: Dan Taylor wird am 1. Oktober Peter Jackson als CEO ablösen.
Hintergrund
Der rechtliche Status von Kalshi bleibt prekär. Das Berufungsgericht des neunten Bezirks zitierte in einem Urteil Kalshis eigene Werbung als Beweis dafür, dass das Produkt als Glücksspiel eingestuft werden sollte. CEO Tarek Mansour verteidigt sein Unternehmen jedoch vehement. Er behauptet, der Begriff Wetten sei nur umgangssprachlich verwendet worden, während die Nutzer in Wirklichkeit handeln würden.
„Kalshi setzt die Quoten nicht fest, das tun andere Nutzer. Im Gegensatz zu Sportwettenanbietern ermöglichen wir den Handel auf alles.“ - Tarek Mansour, CEO von Kalshi
Analysten wie David Katz von Jefferies bezweifeln jedoch, dass Kalshi eine ernsthafte Bedrohung für die Marktanteile von DraftKings darstellt. Er bezeichnete die Angebote von Kalshi als primitiv im Vergleich zu den regulierten Sportwettenmärkten. Dennoch bereiten sich DraftKings und FanDül darauf vor, ihre Ressourcen voll auszuschöpfen, sobald staatliche Regulierungsbehörden Prognosemärkte offiziell legalisieren und besteuern.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation in den USA ein interessantes Anschauungsbeispiel für Marktdynamiken, hat aber keine direkten Auswirkungen auf die hiesige Rechtslage. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) das maßgebliche Regelwerk. Während in den USA über 50 Staaten hinweg um Definitionen gerungen wird, herrscht in Deutschland durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) Klarheit. Anbieter wie DraftKings oder FanDül besitzen derzeit keine deutsche Lizenz für Online-Slots oder Sportwetten auf der offiziellen Whitelist.
Deutsche Kunden sollten darauf achten, nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz zu spielen, um von den strengen Spielerschutzmaßnahmen zu profitieren. Dazu gehören das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System sowie das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen. Prognosemärkte, wie sie Kalshi in den USA betreibt, sind in Deutschland in dieser Form nicht als legales Glücksspiel lizenziert und würden unter die strengen Aufsichtskriterien der GGL fallen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Entwicklung zeigt, dass selbst große internationale Marken massiv in Marketing investieren müssen, um sich gegen neue Nischenanbieter zu behaupten. GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland haben den Vorteil der Rechtssicherheit, müssen sich aber in einem stark regulierten Umfeld bewegen, das aggressive Marketingaktionen, wie das Verschenken von Benzin, kaum zulassen würde. Der Fokus liegt hierzulande stärker auf der Einhaltung von Werberichtlinien und dem Kanalisierungsauftrag des Staates.
Häufige Fragen
Wie viel Geld gibt DraftKings für Werbung aus?
Im Jahr 2025 investierte DraftKings insgesamt 485 Millionen Dollar in Marketingmaßnahmen. Bis September 2026 belaufen sich allein die TV-Werbeausgaben auf 111 Millionen Dollar.
Ist Kalshi eine Sportwetten-App?
Kalshi selbst bezeichnet sich als Prognosemarkt für den Handel, wurde aber gerichtlich dafür kritisiert, sich in der Vergangenheit als App für Sportwetten vermarktet zu haben. Die rechtliche Einstufung als Glücksspiel wird derzeit von US-Gerichten geprüft.
Welche Sonderaktion startete DraftKings im September?
Am 2. September verschenkte das Unternehmen insgesamt 32.000 Gallonen Benzin an über 2.200 Autofahrer in fünf US-Großstädten. Die Aktion kostete etwa 128.000 Dollar und diente der Promotion der landesweiten Verfügbarkeit.
Warum ist der Aktienkurs von Flutter gesunken?
Die Aktie der FanDül-Muttergesellschaft Flutter verlor im Vergleich zum Vorjahr 65 Prozent an Wert. Als Reaktion darauf wird Dan Taylor am 1. Oktober die Leitung des Unternehmens übernehmen.
Dürfen Deutsche bei DraftKings oder Kalshi spielen?
Nein, diese Anbieter verfügen über keine Lizenz der GGL für den deutschen Markt. Deutsche Spieler müssen Anbieter der offiziellen Whitelist wählen, um legal und geschützt unter dem GlüStV 2021 zu spielen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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