Tim Miller verlässt Gambling Commission und gründet GamReg Consulting
KI-GENERIERTNach zehn Jahren bei der britischen Gambling Commission wagt Tim Miller den Sprung in die Privatwirtschaft. Sein neues Unternehmen GamReg Consulting fokussiert sich ab September auf evidenzbasierte Regulierung.
Die Welt der Glücksspielregulierung steht vor einem bedeutenden personellen Wandel. Tim Miller, eine der prägendsten Figuren der britischen Gambling Commission der letzten zehn Jahre, hat den Schritt in die Selbstständigkeit vollzogen. Mit der Gründung von GamReg Consulting möchte Miller seine langjährige Erfahrung als Aufseher nutzen, um Regierungen und internationale Akteure bei der Gestaltung moderner Regulierungssysteme zu unterstützen. Sein Abschied von der britischen Behörde markiert das Ende einer Ära, in der er maßgeblich an der Umsetzung des White Papers zur Glücksspielreform beteiligt war.
Miller ist nicht der erste hochrangige Regulator, der diesen Weg einschlägt. Sein ehemaliger Kollege Andrew Rhodes ist bereits zuvor in den Beratungssektor gewechselt. Die neue Firma GamReg Consulting versteht sich als internationale Beratungsinstanz. Während der Fokus im restlichen Jahr 2026 zunächst auf Nordamerika liegt, plant das Unternehmen für 2027 eine breitere globale Expansion. Ein zentraler Pfeiler der Geschäftstätigkeit wird der Kampf gegen illegale Glücksspielanbieter sein, die weltweit eine wachsende Bedrohung für regulierte Märkte darstellen.
Zahlen und Fakten
Tim Miller war insgesamt 10 Jahre lang bei der Gambling Commission tätig. Er verließ die Behörde offiziell Ende September 2026. Während seiner Amtszeit war er als Executive Director für den Bereich Policy and Research verantwortlich. In dieser Funktion leitete er unter anderem den Gambling Survey for Great Britain, die nach Angaben der Behörde weltweit größte Umfrage ihrer Art. Sein Nachfolger in der Führungsebene ist Sarah Fox, während Ruth Evans den Posten der Vorsitzenden von Marcus Boyle übernahm, der bereits im Januar 2025 ausgeschieden war.
Miller betonte bei der Vorstellung seines neuen Projekts, dass simple Lösungen in der heutigen Zeit nicht mehr ausreichen. Er warnte davor, den Erfolg von Regulierung lediglich an der Höhe von Steuern oder der Härte von Verboten zu messen. Stattdessen forderte er einen moderneren Ansatz, der auf Daten und Technologie basiert, um den Spielerschutz effektiv zu gewährleisten.
„In diesem herausfordernden Umfeld werden erfolgreiche Regulierungssysteme nicht auf simplistischen, stumpfen Ansätzen wie ständig steigenden Steuererhöhungen oder pauschalen Verboten aufgebaut. Die beste Regulierung von morgen wird evidenzbasiert, ergebnisorientiert und technologiegetrieben sein.“ - Tim Miller, Gründer von GamReg Consulting
Hintergrund
Der Abgang von Miller erfolgt in einer Phase, in der die Gambling Commission ihr Führungsteam fast vollständig neu aufstellt. Neben dem Ausscheiden von Andrew Rhodes im Februar gab es zahlreiche Neubesetzungen. Miller selbst war eine Schlüsselfigur bei der Einführung neuer Schutzmaßnahmen in Großbritannien, darunter strengere Altersprüfungen, Checks der finanziellen Anfälligkeit und Regeln für das Design von Online-Spielen. Seine neue Rolle wird ihn bereits nächste Woche auf die Global Gaming Expo (G2E) nach Las Vegas führen, wo er als Experte sprechen wird.
Das Ziel von GamReg Consulting ist es, Ambitionen in eine Regulierung zu verwandeln, die in der realen Welt funktioniert. Miller möchte sicherstellen, dass das Vertrauen der Industrie gewahrt bleibt, während gleichzeitig der Schutz der Verbraucher an oberster Stelle steht. Dieser Spagat zwischen wirtschaftlicher Freiheit und strenger Aufsicht wird das Kerngeschäft seiner neuen Beratungsfirma bilden.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Personalie Miller durchaus von Bedeutung, da internationale Regulierungsberater oft Einfluss auf globale Standards nehmen. In Deutschland gilt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 ein sehr striktes Regelwerk unter der Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Maßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das LUGAS-System überwacht wird, oder das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots sind Kernbestandteile des deutschen Modells.
Miller plädiert für evidenzbasierte Ansätze, was in Deutschland oft Gegenstand hitziger Debatten ist. Kritiker bemängeln häufig, dass strikte Limits die Spieler in den Schwarzmarkt treiben könnten. Da GamReg Consulting explizit den Kampf gegen illegale Anbieter als Ziel nennt, könnten Millers zukünftige Konzepte auch für die GGL interessant sein, um die Kanalisierungsquote zu verbessern. Deutsche Spieler sollten sich weiterhin ausschließlich auf Anbieter verlassen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen, um von den hiesigen Sicherheitsstandards wie der OASIS-Sperrdatei zu profitieren.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche lizenzierte Betreiber stehen unter einem enormen regulatorischen Druck. Die GGL überwacht streng die Einhaltung aller Werbeverbote und Spielerschutzmaßnahmen. Wenn internationale Experten wie Tim Miller nun fordern, Regulierung müsse technologiegetriebener sein, könnte dies langfristig auch in Deutschland zu effizienteren Überwachungssystemen führen. Aktuell müssen GGL-Casinos jede Transaktion und jede Spielrunde genau dokumentieren. Millers Ansatz, Regulierung so zu gestalten, dass sie das Vertrauen der Industrie genießt, ist ein Signal, das viele Betreiber im deutschen Markt gerne hören werden, da der bürokratische Aufwand hierzulande oft als sehr belastend empfunden wird.
Häufige Fragen
Wer ist Tim Miller und welche neue Firma hat er gegründet?
Tim Miller war zehn Jahre lang in leitender Funktion bei der britischen Gambling Commission tätig. Er hat nun das Beratungsunternehmen GamReg Consulting ins Leben gerufen, um Regierungen bei der Glücksspielregulierung zu unterstützen.
Welche Ziele verfolgt GamReg Consulting?
Das Unternehmen konzentriert sich auf evidenzbasierte und technologiegetriebene Regulierung. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Bekämpfung illegaler Glücksspielanbieter und dem Schutz der Verbraucher durch praxisnahe Lösungen.
Warum ist Tim Millers Abgang für die Branche wichtig?
Miller war maßgeblich an den britischen Glücksspielreformen beteiligt und gilt als Experte für Spielerschutz. Sein Wechsel in den Privatsektor folgt einem Trend, bei dem erfahrene Regulatoren ihr Wissen international als Berater anbieten.
Was bedeutet evidenzbasierte Regulierung für den Spielerschutz?
Es bedeutet, dass Regeln nicht willkürlich, sondern auf Basis von Daten und Forschungsergebnissen erstellt werden. So sollen Maßnahmen wie Einsatzlimits oder Werbeverbote effektiver dort greifen, wo sie tatsächlich zum Schutz gefährdeter Personen beitragen.
Wie beeinflusst diese internationale Entwicklung die Lage in Deutschland?
Internationale Beratungen können Trends setzen, die auch die deutsche GGL beeinflussen könnten. Dennoch bleiben in Deutschland der GlüStV 2021 und die strikten LUGAS-Vorgaben die rechtlich bindende Basis für alle Spieler und Anbieter.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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