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Richter bestatigt Casino-Rechte fur Coquille-Stamm in Medford

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Richter bestatigt Casino-Rechte fur Coquille-Stamm in MedfordKI-GENERIERT

Ein US-Bundesrichter hat entschieden, dass der Coquille-Stamm sein Casino in Medford weiter betreiben darf, trotz der Klagen von drei konkurrierenden Stammen gegen die Entscheidung des Innenministeriums.

Die juristische Auseinandersetzung um das Glucksspiel in Medford, Oregon, hat eine entscheidende Wendung genommen. Ein Bundesrichter in Washington, D.C. hat das Recht des Coquille-Stammes bestatigt, auf einem etwa 2,4 Morgen großen Grundstuck in Medford ein Casino zu betreiben. Diese Entscheidung stellt einen herben Ruckschlag fur drei andere Stamme dar, die eine Annullierung der Genehmigung durch das US-Innenministerium gefordert hatten. Der Fall zeigt einmal mehr, wie komplex die rechtlichen Rahmenbedingungen fur indianisches Glucksspiel in den Vereinigten Staaten sind, insbesondere wenn es um Land geht, das außerhalb der Hauptreservate liegt.

Der Richter Amit P. Mehta lehnte die Antrage der Cow Creek Band of Umpqua Tribe of Indians, des Karuk-Stammes und der Tolowa Dee-ni’ Nation ab. Diese hatten argumentiert, dass die Genehmigung fur das Ko-Kwel Casino Resort willkurlich erteilt worden sei. Die Kläger befürchteten vor allem wirtschaftliche Einbußen für ihre eigenen Einrichtungen, die sich im Umkreis von 150 Meilen um Medford befinden. Sie sahen durch das neue Projekt die Finanzierung ihrer sozialen Dienste gefährdet. Doch der Richter sah keine rechtliche Handhabe, die Entscheidung des Ministeriums zu revidieren, solange sie vernunftig erklart wurde.

Zahlen und Fakten

Das Ko-Kwel Casino Resort in Medford startete seinen Betrieb bereits nach der Genehmigung im Januar 2025. Aktuell verfugt die Einrichtung uber etwa 30 sogenannte Class-II-Maschinen. Die langfristigen Plane des Stammes sind jedoch weitaus ambitionierter. Geplant ist eine Spielflache von 16.000 Quadratfuß, auf der insgesamt 650 Maschinen Platz finden sollen. Interessanterweise sieht das Konzept keine klassischen Tischspiele vor, was die Einrichtung klar von großen Las-Vegas-Casinos unterscheidet. Das Grundstuck selbst liegt etwa 170 Meilen vom Hauptreservat der Coquille in Coos Bay entfernt, wo der Stamm bereits eine weitere Anlage betreibt.

Der juristische Kern des Streits war die Auslegung des Indian Gaming Regulatory Act (IGRA). Grundsätzlich verbietet dieses Gesetz das Glucksspiel auf Land, das nach dem 17. Oktober 1988 in Treuhandbesitz genommen wurde. Es gibt jedoch Ausnahmen, insbesondere fur Land, das im Zuge der Wiederherstellung der staatlichen Anerkennung eines Stammes erworben wurde. Der Coquille Restoration Act von 1989 stellte die Bundesanerkennung des Stammes wieder her und ermächtigte den Innenminister, Land in funf bestimmten Landkreisen in Treuhand zu nehmen: Coos, Curry, Douglas, Jackson und Lane. Da Medford im Jackson County liegt, wertete das Gericht das Areal als rechtmäßiges Restaurationsland.

Hintergrund

Der Weg zu diesem Urteil war lang und steinig. Bereits im Jahr 2012 stellte der Coquille-Stamm den ersten Antrag beim Innenministerium. Dieser wurde im Jahr 2020 zunachst abgelehnt, wobei die damalige Regierung die geografische Trennung vom Reservat und Bedenken lokaler Behorden anfuhrte. Erst eine erneute Prufung unter veranderter politischer Fuhrung fuhrte zur Genehmigung im Januar 2025. Richter Mehta betonte in seinem Urteil die eingeschrankte Prufbefugnis der Gerichte bei solchen Verwaltungsentscheidungen:

„Die Kläger mögen anderer Meinung sein, aber das Gericht ist nicht befugt, die Entscheidung neu zu bewerten, solange sie angemessen und nachvollziehbar begründet ist." - Amit P. Mehta, US-Bezirksrichter

Obwohl der Coquille-Stamm diesen Sieg feiern kann, ist der Rechtsstreit moglicherweise noch nicht endgültig vorbei. Die unterlegenen Stamme haben die Option, den Fall vor das US-Berufungsgericht fur den D.C. Circuit zu bringen. Fur den Moment plant der Coquille-Stamm jedoch, die Einnahmen aus dem Medford-Casino weiterhin fur Programme und Dienste zur Unterstutzung seiner Stammesmitglieder zu verwenden.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler hat dieses Urteil keine direkten Auswirkungen auf den Alltag, verdeutlicht aber den extremen Kontrast zwischen dem US-Stammesrecht und der deutschen Regulierung. Wahrend in Oregon uber die geografische Lage von Landkarten und historische Vertrage gestritten wird, gilt in Deutschland der Glucksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV). Spieler in Deutschland sollten ausschließlich bei Anbietern spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glucksspielbehorde der Lander (GGL) stehen. Dort gelten strenge Regeln wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro und das Einsatzlimit von einem Euro pro Spielrunde bei virtuellen Automatenspielen. Diese Maßnahmen dienen dem Spielerschutz und sind in den USA in dieser Form nicht ublich. Wer in Deutschland bei illegalen Anbietern ohne GGL-Lizenz spielt, etwa bei Firmen mit Sitz auf Curacao, genießt keinerlei rechtlichen Schutz bei Gewinnauszahlungen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Lizenzierten deutschen Online-Casinos zeigt dieser Fall, wie wichtig eine rechtssichere Grundlage ist. In Deutschland sorgt das System LUGAS fur die Einhaltung der spielerubergreifenden Limits. Wahrend US-Stamme oft Jahrzehnte um Standorte kampfen, haben deutsche Betreiber klare, wenn auch harte Vorgaben. Ein Casino wie das Ko-Kwel Casino Resort, das sich rein auf Maschinen ohne Tischspiele konzentriert, ähnelt in seiner Struktur dem, was deutsche Online-Spielhallen anbieten durfen, da Live-Casino-Spiele (Roulette, Blackjack) in Deutschland separat von den Bundeslandern reguliert werden und oft nicht Teil der allgemeinen Slot-Lizenz sind. Der Fokus auf den Spielerschutz bleibt das Trennungsmerkmal zwischen dem lukrativen, aber rechtlich volatilen US-Markt und dem hochregulierten deutschen Markt.

Häufige Fragen

Warum durfen indianische Stamme in den USA Casinos bauen?

Dies basiert auf dem Indian Gaming Regulatory Act (IGRA) von 1988. Stamme gelten als souverane Nationen und durfen auf ihrem Land Glucksspiel anbieten, sofern bestimmte rechtliche Voraussetzungen und Vertrage mit den Bundesstaaten erfullt sind.

Was war der Hauptstreitpunkt im Medford-Casino-Fall?

Es ging darum, ob das 2,4 Morgen große Grundstuck als rechtmäßiges Restaurationsland gilt, obwohl es 170 Meilen vom Hauptreservat entfernt ist. Drei andere Stamme sahen darin eine unzulassige Konkurrenz und klagten gegen die Genehmigung.

Wie groß soll das neue Casino in Medford werden?

Der Coquille-Stamm plant eine Spielflache von etwa 16.000 Quadratfuß. Auf dieser Flache sollen insgesamt 650 Spielautomaten aufgestellt werden, wahrend Tischspiele wie Poker oder Roulette nicht vorgesehen sind.

Konnen Spieler aus Deutschland in diesen US-Casinos online spielen?

Nein, die Lizenzen der Stammes-Casinos gelten nur fur den physischen Standort oder innerhalb der Staatsgrenzen von Oregon, sofern dort Online-Glucksspiel erlaubt ist. In Deutschland ist nur das Spielen bei Anbietern mit einer offiziellen GGL-Lizenz legal.

Welche Regeln gelten fur Online-Spielautomaten in Deutschland?

In Deutschland ist durch den GlüStV 2021 ein Einsatzlimit von maximal 1 Euro pro Spin und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro vorgeschrieben. Zudem mussen alle legalen Anbieter an das zentrale Sperrsystem OASIS und das Uberwachungssystem LUGAS angeschlossen sein.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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