Flamengo wehrt sich gegen Steuer-Umverteilung bei brasilianischen Sportwetten
KI-GENERIERTDer Fußballclub Flamengo kämpft um den Erhalt von Steuereinnahmen aus Wetten, von denen derzeit 36 Prozent dem Sportsektor zugute kommen.
In Brasilien ist ein heftiger Streit um die Verteilung von Steuereinnahmen aus dem regulierten Glücksspielmarkt entbrannt. Der Traditionsverein Flamengo aus Rio de Janeiro hat sich offiziell gegen Pläne der Regierung ausgesprochen, Gelder aus lizenzierten Sportwetten umzuleiten. Kern des Konflikts ist eine vorgeschlagene Verfassungsänderung, die als Sicherheits-PEC bezeichnet wird. Diese sieht vor, Steuergelder, die bisher dem Sportsektor zugestanden wurden, für die Verbesserung der öffentlichen Sicherheit zu nutzen. Flamengo betont dabei, dass Sport und Sicherheit keine Gegensätze seien, sondern sich ergänzen müssten, ohne die finanzielle Basis des Sports zu gefährden.
Die Debatte erreicht ihren Höhepunkt kurz nach der parlamentarischen Sommerpause im Juli. Der Club fordert eine erneute Prüfung der Pläne, da die Sportwetten-Aktivitäten untrennbar mit den sportlichen Wettbewerben und Vereinen verbunden seien. Man argumentiert, dass der Sportsektor über viele Jahre für diese Finanzierungsquellen gekämpft habe. Eine Kürzung dieser Mittel würde nun die soziale Arbeit der Vereine und die Entwicklung junger Talente in ganz Brasilien bedrohen. Da der Markt erst kürzlich vollständig legalisiert wurde, sehen Experten in diesem Vorstoß ein riskantes Signal für die Stabilität des Sektors.
Zahlen und Fakten
Die finanzielle Dimension ist gewaltig. Aktuell werden 36 Prozent der Steuereinnahmen aus Sportwetten direkt dem Sportsektor zugewiesen. Davon erhält das Sportministerium mit 22,2 Prozent den größten Anteil. Weitere Empfänger sind das Nationale Sportsystem (7,3 Prozent), das brasilianische Olympische Komitee (2,2 Prozent) und das Paralympische Komitee (1,3 Prozent). Sogar kleinere Organisationen wie die Confederation of School Sports profitieren mit 0,5 Prozent von den Einnahmen.
Zusätzlich zum staatlichen Steuerfluss zeigt die Partnerschaft zwischen Flamengo und dem Anbieter Pixbet die wirtschaftliche Macht des Marktes. Der Club hat die Marke Flabet ins Leben gerufen, wobei Pixbet bis zum Jahr 2027 mindestens 82,5 Millionen Brasilianische Real (etwa 13,2 Millionen Euro) garantiert. Die Zahlungen sind gestaffelt: 10 Millionen Real im Jahr 2024, 22,5 Millionen Real im Jahr 2025 sowie jeweils 25 Millionen Real in den Jahren 2026 und 2027. Sollte der Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR) entsprechend hoch ausfallen, erhält der Club zudem eine Lizenzgebühr von 1 Prozent des GGR.
Hintergrund
Die Sorge um die Transparenz bei der Mittelverteilung wächst. Giovanni Rocco, nationaler Sekretär für Sportwetten im Sportministerium, fordert ein interministerielles Komitee, um die korrekte Weiterleitung der Gelder zu überwachen. Er spricht von einer sozialen Schuld der Wettanbieter gegenüber der Gesellschaft.
„Wettunternehmen haben eine soziale Schuld gegenüber dem brasilianischen Sport, da sie den Sport genutzt haben, um in das Leben und die Häuser der Menschen einzudringen. Daher muss diese Entschädigung angemessen sein, damit wir die Probleme angehen können, die sich aus dem Wetten insgesamt ergeben.“ - Giovanni Rocco, Nationaler Sekretär für Sportwetten
Flamengo hingegen sieht im Sport selbst ein Werkzeug für Sicherheit. Durch Investitionen in Bildung, Gesundheit und Disziplin schaffe man eine sicherere Gesellschaft für Kinder und Jugendliche. Eine Schwächung dieser Programme durch den Abzug von Wettgeldern sei daher kontraproduktiv für die Ziele der Sicherheits-PEC.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler zeigt die Situation in Brasilien, wie wichtig eine klare gesetzliche Regelung der Abgaben ist. In Deutschland wird die Besteuerung und Verwendung von Glücksspieleinnahmen durch den Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) und landesspezifische Regelungen streng kontrolliert. Während in Brasilien um die Zweckbindung gestritten wird, bietet die deutsche Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) durch die Whitelist ein extrem sicheres Umfeld. Deutsche Spieler müssen sich an das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro halten, das über das LUGAS-System überwacht wird. Zudem gilt ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei virtuellen Spielautomaten. Diese Maßnahmen dienen dem Spielerschutz und verhindern, dass Spieler Summen verlieren, die ihre finanzielle Existenz bedrohen könnten. Wer bei einem GGL-lizenzierten Anbieter spielt, kann sicher sein, dass ein Teil der Einnahmen auch in Deutschland reguliert abgeführt wird, allerdings ist die direkte Koppelung an Sportvereine wie bei Flamengo hierzulande weniger aggressiv ausgeprägt.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit GGL-Lizenz agieren in einem Umfeld höchster Transparenz. Im Gegensatz zur unübersichtlichen Lage in Brasilien, wo Verbände wie die Brazilian School Sports Confederation über mangelnde Transparenz klagen, müssen deutsche Betreiber strenge Berichts- und Abgabepflichten erfüllen. Die Diskussion in Brasilien um Werbung und Sponsoring könnte auch Vorbild für Deutschland sein. Dort wird bereits über Verbote von Sportler-Testimonials in der Werbung diskutiert, sofern diese nicht seit mindestens fünf Jahren im Ruhestand sind. Deutsche GGL-Casinos sind bereits jetzt stark durch Werberichtlinien eingeschränkt. Der Fall Flamengo verdeutlicht, dass die Abhängigkeit des Profisports von Glücksspielgeldern ein globales Phänomen ist, das immer wieder politische Begehrlichkeiten weckt.
Häufige Fragen
Warum wehrt sich Flamengo gegen die neue Gesetzesänderung?
Der Club möchte verhindern, dass Steuereinnahmen aus Sportwetten vom Sportsektor zur öffentlichen Sicherheit umgeleitet werden. Flamengo argumentiert, dass der Sport bereits eine wichtige soziale Funktion für die Sicherheit erfüllt.
Wie viel Geld erhält der brasilianische Sport aktuell aus Wettsteuern?
Insgesamt werden 36 Prozent der Wettsteuern an den Sportsektor verteilt, wobei das Sportministerium mit 22,2 Prozent den größten Anteil erhält. Auch das Olympische und Paralympische Komitee erhalten feste Prozentsätze.
Was ist Flabet und welche Rolle spielt der Club dabei?
Flabet ist eine eigene Wettmarke von Flamengo, die in Partnerschaft mit dem Anbieter Pixbet betrieben wird. Der Club erhält dafür bis 2027 garantierte Zahlungen von mindestens 82,5 Millionen Real.
Welche Werbeeinschränkungen werden in Brasilien diskutiert?
Es gibt Vorschläge, Werbung mit aktiven Athleten zu verbieten, es sei denn, deren Karriereende liegt mindestens fünf Jahre zurück. Auch Werbung während Live-Übertragungen steht auf dem Prüfstand.
Sind diese brasilianischen Anbieter auch für Spieler in Deutschland legal?
Nein, Anbieter wie Pixbet oder Flabet besitzen keine deutsche Lizenz der GGL und sind in Deutschland illegal. Deutsche Spieler sollten ausschließlich auf Anbieter der offiziellen Whitelist zurückgreifen, um rechtlich geschützt zu sein.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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