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Florida: Glücksspiel-Flaute bei kommerziellen Casinos im Juni

24. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Florida: Glücksspiel-Flaute bei kommerziellen Casinos im Juni

Die gewerblichen Spielhallen in Florida melden für den Monat Juni einen Umsatzrückgang von 3,4 Prozent. Nur zwei von acht Casinos konnten ihre Zahlen steigern.

Der Sonnenstaat Florida zeigt im Juni ein eher trübes Gesicht beim Glücksspiel an den Automaten. Während der Tourismus im Sommer eigentlich Hochkonjunktur hat, scheinen die Einheimischen und Besucher an den einarmigen Banditen der kommerziellen Anbieter etwas sparsamer geworden zu sein. Die aktuellen Zahlen der Glücksspielaufsicht zeigen eine deutliche Abkühlung des Marktes außerhalb der Stammesgebiete. Es ist eine Entwicklung, die viele Beobachter überrascht haben dürfte, da stationäre Casinos in den USA zuletzt oft Rekordzahlen meldeten.

Besonders auffällig ist, dass fast die gesamte Breite des Marktes von diesem Minus betroffen war. Von den acht lizenzierten kommerziellen Casinos im Staat konnten nur zwei ein Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzielen. Das deutet darauf hin, dass es kein Problem einzelner Standorte ist, sondern die Kauflust der Spieler insgesamt etwas nachlässt. Wenn die Automaten-Einnahmen sinken, trifft das die Betreiber hart, da diese Sparte meist die stabilste im ganzen Haus ist.

Zahlen und Fakten

Ein Blick in die Statistik der Florida Gaming Control Commission offenbart das ganze Ausmaß. Die nicht-tribalen Casinos verzeichneten im Juni einen Umsatz mit Spielautomaten in Höhe von 53,8 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet das ein Minus von 3,4 Prozent. Das Calder Casino erwischte es dabei am heftigsten. Dort brach der Umsatz um 13,7 Prozent auf 6,5 Millionen US-Dollar ein. Es war zusammen mit dem Casino at Dania, das ein Minus von 10,6 Prozent auf 3,9 Millionen US-Dollar meldete, einer der zwei zweistelligen Verlierer des Monats.

Andere bekannte Namen der Szene mussten ebenfalls Federn lassen. Das Casino Miami verlor 8 Prozent an Boden und kam auf 6,7 Millionen US-Dollar. Bei Hialeah Park Casino waren es 6,7 Prozent weniger, was am Ende 7,6 Millionen US-Dollar entsprach. Selbst das Magic City Casino, das mit 11,5 Millionen US-Dollar den höchsten Einzelumsatz des Monats feierte, konnte sich dem Trend nicht ganz entziehen. Hier gab es einen leichten Rückgang von 1,7 Prozent zu verzeichnen. Auch Gulfstream Park Racing und Casino meldete einen Rückgang von 3,2 Prozent auf 4,5 Millionen US-Dollar.

Es gab jedoch auch Lichtblicke in diesem eher dunklen Monat. Das Big Easy Casino schaffte gegen den Strom einen Zuwachs von stolzen 12,4 Prozent und landete bei 2,9 Millionen US-Dollar. Auch Harrah’s Pompano Beach konnte überzeugen. Mit einem Plus von 7,8 Prozent kletterte der Umsatz dort auf 10,3 Millionen US-Dollar. Diese beiden Häuser waren die einzigen, die am Ende grüne Zahlen schreiben durften.

Hintergrund

In Florida gibt es eine klare Trennung im Glücksspielmarkt. Auf der einen Seite stehen die mächtigen Stammes-Casinos der Seminolen, die ein fast landesweites Monopol auf Tischspiele und Sportwetten halten. Davon abgegrenzt sind die acht hier besprochenen kommerziellen Anbieter, die oft an Rennbahnen gekoppelt sind und sich primär auf Spielautomaten konzentrieren dürfen. Wenn diese Anbieter schwächeln, hat das direkte Auswirkungen auf die Steuerkasse des Bundesstaates, da die Abgabenlast hier oft höher ist als bei den Reservaten.

Charlotte Capewell, die sich intensiv mit den Zahlen befasst hat, betont den Kontrast zwischen den einzelnen Standorten. Während einige Häuser wie Harrah‘s offensichtlich das richtige Rezept gefunden haben, um Kunden zu binden, leiden andere stark unter der Konkurrenz oder veränderten Besucherströmen. In Florida ist der Markt für Slots hart umkämpft, da die Spieler eine große Auswahl zwischen den verschiedenen Anbietern in räumlicher Nähe haben.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler, die öfter mal eine Runde an den Slots drehen, klingen 53,8 Millionen Dollar nach viel Geld. Doch im Vergleich zu den Umsätzen im deutschen Online Markt sind das überschaubare Summen. Wer in Deutschland legal spielen will, muss sich an den Glücksspielstaatsvertrag 2021 halten. Das bedeutet unter anderem, dass der Einsatz pro Drehung an einem virtuellen Spielautomaten auf strikte 1 Euro begrenzt ist. Solche harten Limits gibt es in den USA in dieser Form nicht. Zudem greift in Deutschland das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das System LUGAS zentral überwacht wird.

Spieler aus Deutschland sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Casinos garantieren den Spielerschutz nach deutschem Recht. Wer bei MGA oder Curacao Anbietern spielt, setzt sich hohen Risiken aus, da diese im Streitfall nicht der deutschen Aufsicht unterliegen. In Florida sieht man an den rückläufigen Zahlen, dass der Markt Schwankungen unterliegt. In Deutschland sollen die strengen Regeln für einen stabilen und sicheren Markt sorgen, auch wenn die 1 Euro Regel und die fehlenden Jackpot-Spiele bei vielen Spielern für Unmut sorgen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Betreiber von legalen Online Casinos in Deutschland können aus den Zahlen aus Florida eine wichtige Lehre ziehen: Der Markt ist kein Selbstläufer. Wenn selbst in einem Urlaubsstaat wie Florida die Umsätze um über 3 Prozent einbrechen, zeigt das, dass die Kaufkraft der Kunden endlich ist. Für GGL-lizenzierte Anbieter bedeutet das, dass sie sich nicht nur auf ihr bestehendes Portfolio verlassen dürfen. Da in Deutschland Innovationen durch die strengen Vorgaben des GlüStV 2021 oft gebremst werden, müssen Marketing und Kundenservice umso besser sein.

Casinos in Deutschland haben mit deutlich mehr Hürden zu kämpfen als die Anbieter in Florida. Die 5,3 Prozent Vergnügungssteuer auf jeden einzelnen Einsatz macht die Gewinnmargen extrem dünn. Wenn dann noch die Lust der Spieler nachlässt, wird es für viele Unternehmen eng. Erfolgreiche Anbieter in Deutschland müssen daher extrem effizient arbeiten. Die GGL überwacht zudem sehr genau, ob Werbeversprechen eingehalten werden. Ein Einbruch wie im Calder Casino in Florida wäre für viele deutsche Anbieter existenzbedrohend, da die Fixkosten für Compliance und LUGAS-Anbindungen hierzulande massiv sind.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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