US-Glücksspielgiganten straucheln: Flutter, DraftKings und PENN melden Millionenverluste
KI-GENERIERTTrotz steigender Umsätze verbuchen Branchengrößen wie Flutter und DraftKings im zweiten Quartal 2026 herbe Verluste. Flutter meldet ein Minus von fast 300 Millionen US-Dollar.
Die Goldgräberstimmung auf dem US-amerikanischen Wettmarkt bekommt erste deutliche Risse. Während die Umsätze und Wetteinsätze in vielen Bundesstaaten nach der Legalisierung stetig steigen, sieht die Bilanz der großen Betreiber ernüchternd aus. Im zweiten Quartal 2026 mussten die Branchenriesen Flutter Entertainment, DraftKings und PENN Entertainment allesamt Verluste in ihren Online-Sparten hinnehmen. Besonders hart traf es den Mutterkonzern von FanDül, Flutter, der einen Verlust von fast 300 Millionen US-Dollar ausweisen musste. Die Hoffnung, dass schiere Größe automatisch zu Gewinnen führt, scheint sich vorerst nicht zu erfüllen.
Das Phänomen wird oft mit dem Titel eines bekannten Buches über den US-Glücksspielmarkt beschrieben: Jeder verliert. In einer Branche, die eigentlich vom Geld der Kunden lebt, fressen gigantische Marketingausgaben, hohe Steuern und der erbitterte Konkurrenzkampf die Margen auf. Auch wenn die Begeisterung der Fans für Sportwetten ungebrochen ist, schaffen es die Unternehmen bisher kaum, aus dem sogenannten Handle, also dem Gesamtvolumen der platzierten Wetten, einen nachhaltigen Nettörtrag zu generieren. Die aktuelle Quartalssaison zeigt, dass selbst Marktführer wie DraftKings nicht vor roten Zahlen gefeit sind.
Zahlen und Fakten
Ein Blick in die Bilanzen offenbart das Ausmaß der Misere. Flutter meldete für das abgelaufene Quartal einen Verlust von fast 300 Millionen Dollar. In der Folge wurde der bisherige CEO Peter Jackson durch Dan Taylor ersetzt, der zuvor das internationale Geschäft leitete. Besonders brisant: Das bereinigte EBITDA der US-Sparte von Flutter brach von 400 Millionen Dollar im Vorjahr auf nur noch 119 Millionen Dollar ein. Gründe hierfür waren unter anderem höhere Steuern in Großbritannien, massive Marketingkosten für die Weltmeisterschaft sowie teure Übernahmen wie Snai in Italien und Betnacional in Brasilien.
DraftKings hingegen verzeichnete einen Umsatz von 1,44 Milliarden Dollar, was jedoch einem Rückgang von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 25,7 Millionen Dollar, nachdem im zweiten Quartal des Vorjahres noch ein satter Gewinn von 63,8 Millionen Dollar erzielt wurde. CEO Jason Robins machte vor allem kundenfreundliche Sportergebnisse und teure Neukunden-Promotions für das Minus verantwortlich. PENN Entertainment meldete in seiner interaktiven Sparte, zu der auch ESPN Bet gehört, einen bereinigten EBITDA-Verlust von 9,5 Millionen Dollar. Immerhin stellte dies eine Verbesserung gegenüber dem Minus von 62 Millionen Dollar im Vorjahresquartal dar.
Hintergrund
Der strategische Fokus der Unternehmen verschiebt sich nun zunehmend auf sogenannte Prediction Markets und Parlays (Kombiwetten). Da klassische Einzelwetten oft geringe Margen bieten, setzen Anbieter wie DraftKings verstärkt auf Prognose-Apps. Robins betonte die Bedeutung dieser neuen vertikalen Märkte für die kommende NFL-Saison.
„Die Ähnlichkeit der Metriken von Prognose-Kunden zu Sportwetten-Kunden und unsere vorteilhafte LTV-Position untermauern unsere Zuversicht, dass wir diese Kategorie in der kommenden NFL-Saison und darüber hinaus gewinnen können.“ - Jason Robins, CEO von DraftKings
Allerdings droht hier bereits juristischer Ärger: Eine Klage in Kalifornien wirft DraftKings vor, dass seine Prognose-Produkte in Wahrheit illegale Sportwetten seien. Währenddessen versucht PENN Entertainment mit der Marke theScore Bet vor allem in Kanada und den USA Boden gutzumachen, nachdem Kooperationen wie mit Barstool Sports gescheitert waren.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Die massiven Verluste der US-Giganten haben indirekte Auswirkungen auf die Stabilität des globalen Glücksspielmarktes. Für deutsche Spieler, die sich auf Plattformen mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) bewegen, ist dies ein mahnendes Beispiel. Der deutsche Markt ist durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reguliert. Hierzu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über das LUGAS-System sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automatenspielen.
Diese Regeln dienen dem Spielerschutz, schränken aber gleichzeitig das aggressive Wachstumspotenzial der Anbieter ein, wie man es in den USA sieht. In Deutschland ist es für Betreiber umso wichtiger, profitabel zu arbeiten, da die steuerliche Belastung hoch ist und Werbebeschränkungen die Neukundengewinnung erschweren. Wer bei einem in der GGL-Whitelist geführten Casino spielt, kann sicher sein, dass der Anbieter staatlich überwacht wird. Verluste der Mutterkonzerne im Ausland gefährden in der Regel nicht die Einlagen deutscher Kunden, sofern der hiesige Ableger die strengen deutschen Liquiditätsregeln einhält.
Was das für GGL-Casinos heißt
Anbieter mit GGL-Lizenz müssen sich im Gegensatz zu den US-Riesen nicht in ruinöse Marketing-Schlachten stürzen, da das Werberecht in Deutschland enge Grenzen setzt. Die Ergebnisse aus Übersee zeigen jedoch, dass der Fokus auf Bestandskunden und nachhaltige Margen langfristig wichtiger ist als reines Nutzerwachstum. Während Anbieter in Graumärkten (MGA oder Curacao) oft mit astronomischen Boni locken, setzen deutsche Casinos auf Sicherheit und Transparenz. Die Krise der US-Wettanbieter könnte dazu führen, dass auch internationale Konzerne ihre Strategien in Europa überdenken und defensiver agieren, was den Wettbewerbsdruck auf dem deutschen Markt stabilisieren könnte.
Häufige Fragen
Warum machen Flutter und DraftKings trotz hoher Umsätze Verluste?
Die Unternehmen investieren massiv in Marketing und Neukunden-Boni, um Marktanteile zu gewinnen. Zudem drücken hohe Steuern und kundenfreundliche Sportergebnisse die Gewinnmargen im zweiten Quartal deutlich.
Wer ist der neue CEO von Flutter?
Dan Taylor hat die Rolle des CEO bei Flutter übernommen und ersetzt damit Peter Jackson. Taylor war zuvor als Leiter der internationalen Sparte des Konzerns tätig.
Welche Rolle spielen Prognosemärkte für DraftKings?
DraftKings setzt stark auf Prediction Markets und integriert diese in seine Super App. Das Unternehmen hofft, durch diese Produkte während der NFL-Saison höhere Margen und eine stärkere Kundenbindung zu erzielen.
Wie sicher sind deutsche Spieler bei internationalen Verlusten der Anbieter?
Deutsche Spieler in GGL-lizenzierten Casinos sind durch strenge regulatorische Anforderungen geschützt. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 stellt sicher, dass lizenzierte Anbieter über ausreichende Sicherheiten verfügen und Spielerschutzmaßnahmen wie LUGAS greifen.
Teilen
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel
KI-GENERIERTFull House Resorts lehnt Zukäufe ab und setzt auf internes Wachstum
Trotz Marktmöglichkeiten bleibt Full House Resorts bei seinen Projekten. CEO Dan Lee meldet ein starkes Quartal mit 12,7 Millionen Dollar Umsatz im Mai bei The Temporary.
KI-GENERIERTPolymarket wird Partner der New York Yankees trotz regulatorischem Druck
Die Prognosemarkt-Plattform Polymarket sichert sich ein Sponsoring bei den New York Yankees für die MLB-Saison 2026, während Behörden in Frankreich und den USA den Anbieter blockieren.
KI-GENERIERTHohe Akzeptanz in der Ukraine: 86 Prozent der Spieler wählen legales Casino-Angebot
Eine aktuelle Regierungsstudie aus der Ukraine zeigt, dass 86 % der Spieler lizenzierte Online-Casinos bevorzugen, während der Schwarzmarkt vor allem durch fehlende Limits lockt.










