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Markt

Casino-Giganten am Scheideweg: Caesars und MGM diskutieren Übernahmestrategien

29. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Casino-Giganten am Scheideweg: Caesars und MGM diskutieren ÜbernahmestrategienKI-GENERIERT

Auf der Global Gaming Expo in Las Vegas debattieren die CEOs von Caesars und MGM über Privatisierungen und den Druck durch Quartalsberichte. Fertitta bietet 31 US-Dollar pro Aktie.

Die Global Gaming Expo (G2E) im Venetian Expo in Las Vegas hat sich in diesem Jahr als Schauplatz für tiefgreifende strategische Debatten der globalen Casino-Elite erwiesen. Im Zentrum der Diskussionen stand die Frage, ob die traditionelle Struktur einer Aktiengesellschaft für die langfristigen Ziele von Glücksspielgiganten wie Caesars Entertainment noch zeitgemäß ist. Tom Reeg, Chief Executive von Caesars, machte keinen Hehl daraus, dass er den Wechsel in die private Hand als Befreiungsschlag betrachtet. Die ständige Rechtfertigung gegenüber Analysten und der Druck, alle drei Monate Gewinnsteigerungen vorweisen zu müssen, belaste die operative Führung massiv.

Die Stimmung auf dem Panel, das von CNBC-Reporterin Contessa Brewer moderiert wurde, war geprägt von einem bemerkenswerten Realismus. Neben Reeg nahmen auch Bill Hornbuckle von MGM Resorts International und Craig Billings von Wynn Resorts teil. Es ging um weit mehr als nur um Bilanzen. Es ging um die Frage, wie man ein Unternehmen in einer volatilen Branche führt, wenn der Aktienmarkt auf kleinste Schwankungen mit Panik reagiert. Reeg betonte, dass seine Lieblingstage jene seien, an denen seine Aktie minimal sinkt, während der restliche Sektor massiv an Wert verliert, da er sich als privates Unternehmen diesem kurzfristigen Wahnsinn bald entziehen kann.

Zahlen und Fakten

Ein zentraler Punkt der aktuellen Marktsituation ist das Übernahmeangebot von Fertitta Entertainment für Caesars. Die Aktionäre haben dem Deal bereits zugestimmt, doch die US-Regulierungsbehörden schauen genau hin. Am 17. September bestätigte Caesars, dass die Federal Trade Commission (FTC) eine zweite Anfrage für zusätzliche Dokumente gestellt hat. Dies geschah im Rahmen des Hart-Scott-Rodino (HSR) Antitrust Improvements Act von 1976. Die Unternehmen haben nun 30 Tage Zeit, um auf diese detaillierte Anfrage zu reagieren. Reeg bezeichnete diesen Vorgang als normal und rechnet damit, dass eventuell ein oder zwei Immobilien veräußert werden müssen, um Wettbewerbsbedenken auszuräumen.

Interessant war auch der Blick auf die abgelehnten Angebote. Die Ichan Group hatte ursprünglich 28,50 US-Dollar pro Aktie für Caesars geboten und dieses Angebot am letzten Tag eines 45-tägigen Zeitraums auf 34 US-Dollar in bar erhöht. Damit lag Ichan über dem Angebot von Fertitta, das bei 31 US-Dollar pro Aktie liegt. Dennoch lehnte Caesars das höhere Gebot ab. Die Gründe waren eine zu hohe Schuldenlast, Risiken in der Führungsebene und ungeklärte Finanzierungsstrukturen, die von der Jefferies Financial Group gestützt wurden. Dies zeigt, dass im Casino-Business nicht immer nur der höchste Preis zählt, sondern die Stabilität der zukünftigen Struktur entscheidend ist.

Hintergrund

Die Diskussion drehte sich auch um die Rolle von Branchengrößen wie Barry Diller, Carl Ichan und Tilman Fertitta. Diese Männer suchen nach Werten in Las Vegas, weil sie das Potenzial integrierter Ökosysteme erkannt haben. MGM-CEO Bill Hornbuckle erklärte, dass sein Unternehmen weiterhin daran arbeite, den wahren Wert von MGM zu erschließen, da er die aktuelle Bewertung als unterbewertet ansieht. Während der Diskussion lag der Aktienkurs von MGM bei etwa 31,81 US-Dollar, während Barry Dillers People Inc. zuvor ein Gebot von 48,30 US-Dollar für Anteile in Betracht gezogen hatte, bevor das 18 Milliarden US-Dollar schwere Vorhaben fallengelassen wurde.

„Ich sage Ihnen, dass in der aktuellen Umgebung meine Lieblingstage die sind, an denen meine Aktie um ein oder zwei Cent fällt und der Rest des Sektors so verwüstet wird, wie es zuletzt der Fall war, weil ich das dann nicht mehr durchmachen muss." - Tom Reeg, CEO bei Caesars Entertainment

Die Komplexität des Geschäftsmodells von MGM, das BetMGM, Asien, Japan und das Kerngeschäft in Las Vegas umfasst, macht eine einfache Bewertung schwierig. Hornbuckle betonte, dass man die Summe der einzelnen Teile betrachten müsse, um den Wert für die Aktionäre wirklich freizusetzen. Dieser Prozess der Wertschöpfung ist langwierig und verträgt sich oft nicht mit den Forderungen der Wall Street nach schnellen Erfolgen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler, die bei legalen Anbietern auf der GGL-Whitelist registriert sind, scheinen diese fernen Milliarden-Deals in Las Vegas zunächst unbedeutend. Doch die Konsolidierung der globalen Märkte hat direkte Auswirkungen auf die Software und die Bonusangebote, die wir hierzulande nutzen. Wenn Giganten wie MGM oder Caesars fusionieren oder privatisieren, ändert sich oft die globale Technologiestruktur. In Deutschland gelten jedoch die strikten Regeln des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Unabhängig davon, wer der Eigentümer in den USA ist, müssen sich Marken, die auf dem deutschen Markt operieren wollen, an das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei Slots halten.

Die Überwachung durch LUGAS sorgt dafür, dass die anbieterübergreifenden Limits eingehalten werden. Auch wenn große US-Konzerne versuchen, durch Fusionen effizienter zu werden, dürfen diese Einsparungen in Deutschland nicht zu Lasten des Spielerschutzes gehen. Deutsche Kunden profitieren eher von der technologischen Stabilität, die solche Großkonzerne bieten, müssen aber gleichzeitig mit einer oft geringeren Spielauswahl im Vergleich zu den USA leben, da jede Software von der GGL einzeln geprüft werden muss. Anbieter mit einer deutschen Lizenz bieten die notwendige Rechtssicherheit, die bei den oft riskanten M&A-Geschäften im Ausland ein wichtiger Anker für den Kunden ist.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz beobachten solche Fusionen genau, da sie oft als Partner für den Markteintritt internationaler Marken fungieren. Eine Privatisierung von Caesars könnte bedeuten, dass das Unternehmen langfristiger in neue Märkte wie Deutschland investiert, ohne sofortige Gewinne für Aktionäre vorweisen zu müssen. Da der deutsche Markt durch den GlüStV 2021 stark reguliert ist, benötigen Unternehmen einen langen Atem. Öffentliche Unternehmen schrecken oft vor den hohen Kosten für Compliance und Steuerlast in Deutschland zurück. Eine private Struktur könnte es Caesars oder MGM ermöglichen, hier strategischer vorzugehen und vielleicht sogar innovative Lösungen für den strengen deutschen Spielerschutz zu entwickeln, die über das Minimum hinausgehen.

Häufige Fragen

Warum will Caesars Entertainment das Unternehmen privatisieren?

CEO Tom Reeg erklärte, dass die Berichterstattungspflichten alle 90 Tage einer gesunden langfristigen Geschäftsführung im Wege stehen. Als privates Unternehmen könne man strategische Ziele verfolgen, ohne sich ständig vor Analysten für kurzfristige Kursschwankungen rechtfertigen zu müssen.

Was prüft die Federal Trade Commission (FTC) bei der Caesars-Übernahme?

Die FTC hat eine zweite Anfrage für Dokumente gestellt, um mögliche Monopolbildungen und Überschneidungen der Firmen zu prüfen. Gemäß dem Hart-Scott-Rodino Act müssen große Fusionen daraufhin untersucht werden, ob sie den Wettbewerb einschränken, was eventuell zum Verkauf einzelner Casino-Immobilien führen könnte.

Wie hoch waren die Gebote für die Caesars-Aktien?

Fertitta Entertainment bot 31 US-Dollar pro Aktie, während die Ichan Group ihr Gebot auf 34 US-Dollar in bar erhöhte. Caesars entschied sich jedoch gegen das höhere Gebot von Ichan aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Schuldenlast und der Finanzierungsstruktur durch die Jefferies Financial Group.

Welchen Wert hat die MGM-Aktie aktuell?

Zum Zeitpunkt der Diskussion wurde die MGM-Aktie bei 31,81 US-Dollar gehandelt. CEO Bill Hornbuckle sieht das Unternehmen jedoch als unterbewertet an und verwies auf das Potenzial von BetMGM, den Standorten in Asien und dem Geschäft in Las Vegas.

Gelten die Regeln aus Las Vegas auch für deutsche Online-Casinos?

Nein, in Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 maßgeblich, der strikte Limits vorschreibt. Deutsche Spieler sind durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) geschützt, die ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro und ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Slots durchsetzt.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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