Liechtensteiner Gemeinden fordern gerechtere Verteilung der Casino-Abgaben
KI-GENERIERTDie Gemeinde Gamprin wehrt sich gegen die aktuelle Verteilung der Geldspielabgabe. 2025 zahlte das Grand Casino in Bendern den höchsten Betrag an das Land Liechtenstein.
In Liechtenstein brodelt es hinter den Kulissen der glitzernden Casinowelt. Die Gemeinde Gamprin hat eine klare Botschaft an die Landesregierung gesendet. Es geht um Geld, genauer gesagt um die Geldspielabgabe, die derzeit fast vollständig in die Landeskasse fließt. Die Standortgemeinden, die den täglichen Betrieb der Spielbanken direkt vor ihrer Haustür erleben, fühlen sich bei der Verteilung der Millionen übergangen. Die Belastungen seien ungleich verteilt, während der Profit zentralisiert werde.
Die Kritik aus Gamprin ist nicht neu, gewinnt aber durch aktuelle Zahlen an Schärfe. Der Ortsteil Bendern beherbergt mit dem Grand Casino einen der wichtigsten Akteure der Branche im Fürstentum. Die Gemeinde argumentiert, dass die Ansiedlung solcher Großbetriebe weitreichende Konsequenzen für die lokale Infrastruktur hat. Es sind nicht nur die bunten Lichter, die das Ortsbild prägen. Es sind die praktischen Probleme des Alltags, die den Behörden vor Ort Kopfzerbrechen bereiten.
Zahlen und Fakten
Besonders das Jahr 2025 sticht in der aktuellen Debatte hervor. In diesem Zeitraum entrichtete das Grand Casino in Bendern die höchste Geldspielabgabe aller Spielbanken im Land. Trotz dieser enormen Summen, die durch das Glücksspiel generiert werden, bleibt für die Gemeinde selbst kaum etwas hängen. Die Abgabenordnung sieht vor, dass das Land die Einnahmen fast komplett für sich beansprucht. Gamprin weist in einer offiziellen Stellungnahme darauf hin, dass die Standortgemeinden die Hauptlast der negativen Begleiterscheinungen tragen.
„Die Abgaben der Spielbanken gehen fast komplett ans Land. Die Lasten würden jedoch vor allem die Standortgemeinden tragen.“ - Stellungnahme der Gemeinde Gamprin
Zu diesen Lasten gehören laut der Gemeinde ein deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen, eine Zunahme von Lärmbelästigungen und ein höheres Abfallaufkommen im Umfeld der Casinos. Zudem mussten die Gemeinden massiv in die Infrastruktur investieren und Platz zur Verfügung stellen, was einen erheblichen Mehraufwand bei den kommunalen Finanzen und der Verwaltung verursacht. Diese Investitionen amortisieren sich aus Sicht der Gemeindevertreter nicht, solange der Verteilungsschlüssel der Abgaben starr bleibt.
Hintergrund
Liechtenstein hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Casinohotspot in Europa entwickelt. Die hohe Dichte an Spielbanken auf engstem Raum sorgt immer wieder für politische Diskussionen. Während das Land von den sprudelnden Steuereinnahmen profitiert, wächst in der Bevölkerung und bei den lokalen Behörden der Unmut über die sozialen und ökologischen Folgen. Die Forderung nach einem „fairen Anteil“ ist somit auch ein Versuch, die Akzeptanz für die Branche in der Bevölkerung zu sichern.
Die Situation in Liechtenstein steht dabei im Kontrast zu anderen europäischen Ländern, in denen Standortgemeinden oft direkter an den Einnahmen aus dem Glücksspiel beteiligt werden. Die Debatte in Gamprin könnte Signalwirkung für andere Gemeinden haben, die ebenfalls Spielbanken beherbergen und unter ähnlichen Problemen leiden. Es geht um die Frage, wie viel eine Gemeinde für den wirtschaftlichen Erfolg des Landes opfern muss, ohne selbst angemessen entschädigt zu werden.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler, die online aktiv sind, ist die Situation in Liechtenstein ein interessantes Anschauungsbeispiel für die Regulierungsmärkte. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) das maßgebliche Regelwerk. Hierzulande ist die Verteilung der Steuern ebenfalls klar geregelt, wobei der Fokus stark auf dem Spielerschutz und der Kanalisierung liegt. Deutsche Spieler sollten darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Nur dort greifen die strengen Schutzmaßnahmen.
Wer in Deutschland legal spielt, unterliegt dem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das System LUGAS überwacht wird. Zudem gilt ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen. Diese Regeln dienen dazu, exzessives Spielverhalten zu verhindern. Während in Liechtenstein über die Verteilung der Einnahmen gestritten wird, liegt der Fokus in Deutschland auf der Kontrolle des Marktes und dem Schutz der Verbraucher vor illegalen Angeboten aus Übersee, die keine Steuern in Deutschland zahlen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit einer GGL-Lizenz müssen sich streng an die deutschen Gesetze halten, was sie von Anbietern mit Lizenzen aus Malta oder Curacao unterscheidet. Die Abgabenlast für legale deutsche Anbieter ist hoch, was oft zu Diskussionen über die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Schwarzmarkt führt. Ähnlich wie die Gemeinden in Liechtenstein fordern auch deutsche Verbände oft eine Anpassung der Rahmenbedingungen, um das legale Spiel attraktiver zu gestalten. Die Steuergelder aus dem deutschen legalen Glücksspiel fließen in die Haushalte der Bundesländer und werden oft für gemeinnützige Zwecke oder den Sport eingesetzt.
Die Transparenz, die Gamprin in Liechtenstein einfordert, ist in Deutschland durch die GGL-Aufsicht bereits in weiten Teilen gegeben. Dennoch zeigt der Fall Liechtenstein, dass die Akzeptanz von Glücksspielstandorten immer auch eine Frage der finanziellen Gerechtigkeit vor Ort ist. Spieler in Deutschland unterstützen durch ihr Spiel bei lizenzierten Anbietern indirekt das Gemeinwohl, da ein Teil der Einnahmen über Steuern zurück an den Staat fließt, anstatt in undurchsichtigen Offshore-Strukturen zu verschwinden.
Häufige Fragen
Warum fordert die Gemeinde Gamprin mehr Geld von den Casino-Abgaben?
Die Gemeinde argumentiert, dass sie die Hauptlast der negativen Folgen wie Lärm, Abfall und Mehrverkehr trägt. Derzeit fließen die Einnahmen fast vollständig an das Land Liechtenstein, während die Kosten für die Infrastruktur bei der Gemeinde bleiben.
Welches Casino zahlte 2025 die höchsten Abgaben in Liechtenstein?
Laut dem Bericht entrichtete das Grand Casino in Bendern im Jahr 2025 die höchste Geldspielabgabe im Land. Dies macht den Standort Gamprin zu einem zentralen Steuerzahler, von dem die Gemeinde jedoch kaum profitiert.
Welche Probleme verursachen die Casinos laut der Standortgemeinde?
Die Gemeinde nennt konkret ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, Lärmbelästigung und eine Zunahme von Abfall. Zudem sind erhebliche Investitionen in die lokale Infrastruktur nötig, um den Casinobetrieb zu ermöglichen.
Wie unterscheidet sich die Situation von legalen Online-Casinos in Deutschland?
In Deutschland ist das Online-Glücksspiel durch den GlüStV 2021 streng reguliert, und Steuern fließen an die Bundesländer. Deutsche Spieler sind durch Limits wie das 1.000 Euro Einzahlungslimit und die GGL-Aufsicht deutlich stärker geschützt als auf dem unregulierten Markt.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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