Glücksspiel-Giganten Lottomatica und Cirsa planen Fusion zu neuem Weltmarktführer
KI-GENERIERTDie Schwergewichte Lottomatica und Cirsa streben einen Zusammenschluss an, der ein Unternehmen mit einem pro-forma bereinigten EBITDA von 2 Milliarden Euro schafft.
In der europäischen Glücksspielbranche bahnt sich eine tektonische Verschiebung an. Die beiden Schwergewichte Lottomatica und Cirsa haben offiziell bekannt gegeben, dass sie eine Fusion anstreben. Dieser Schritt wird ein Unternehmen schaffen, das nach eigenen Angaben zum zweitgrößten börsennotierten Glücksspiel- und Wettanbieter weltweit aufsteigen wird. Die Vorstände beider Konzerne einigten sich am Mittwochmorgen auf den Rahmen einer Aktientransaktion, die den Markt in Europa nachhaltig verändern könnte.
Besonders spannend ist dabei die Rollenverteilung innerhalb des neuen Konstrukts. Während die Marke Lottomatica als Name der kombinierten Einheit erhalten bleibt, werden die bisherigen Anteilseigner von Lottomatica eine deutliche Mehrheit von 67,5 Prozent am Kapital halten. Die Cirsa-Aktionäre kommen auf 32,5 Prozent. Ein entscheidender Akteur im Hintergrund bleibt der US-Finanzinvestor Blackstone. Als derzeit größter Anteilseigner von Cirsa wird Blackstone auch nach dem Zusammenschluss eine gewichtige Rolle spielen und rund 24 Prozent des gesamten Aktienkapitals halten. Dies sichert dem Investor eine strategische Position in einem der lukrativsten Märkte des Kontinents.
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftliche Schlagkraft des neuen Unternehmens ist beeindruckend. Pro-forma wird ein bereinigtes EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von satten 2 Milliarden Euro angepeilt. Die Notierung soll an der Euronext Milan sowie an den spanischen Börsen erfolgen, was die internationale Ambition unterstreicht. Der Hauptsitz der neuen Gruppe wird in Rom liegen, wobei ein zusätzlicher strategischer Knotenpunkt in Barcelona bestehen bleibt. Guglielmo Angelozzi, der Vorsitzende und CEO von Lottomatica, sieht in diesem Schritt eine historische Chance für beide Unternehmen.
„Die Fusion wird den unangefochtenen Marktführer in Italien und Spanien schaffen, die zu den besten Glücksspielmärkten weltweit gehören, ergänzt durch Führungspositionen in anderen wachstumsstarken Regionen.“ - Guglielmo Angelozzi, CEO von Lottomatica
Dieser Optimismus wird auch von der Gegenseite geteilt. Antonio Hostench, der CEO von Cirsa, betonte die Vielfalt des neuen Giganten. Er sieht eine erstklassige, diversifizierte Plattform entstehen, die über führende Positionen in ihren Kernmärkten verfügt. Auch Lionel Assant von Blackstone, der gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Cirsa-Verwaltungsrats ist, hob hervor, dass der Zusammenschluss zwei Unternehmen mit geteilten Werten und starken Marken zusammenbringe.
Hintergrund
Der Zusammenschluss fügt sich nahtlos in eine Reihe von großen Übernahmen in Europa ein. Erst kürzlich sorgte die Banijay Group für Schlagzeilen, als sie die Tipico Group übernahm. Auch FDJ United hat durch die Eingliederung der Kindred-Marken deutlich an Boden gewonnen. Der Trend geht klar zur Konsolidierung, um gegen den globalen Wettbewerb aus Übersee und dem unregulierten Markt bestehen zu können. Durch die Größe und die geografische Diversifizierung erhoffen sich Lottomatica und Cirsa eine höhere Innovationskraft und bessere Skaleneffekte.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist diese Nachricht von großer Bedeutung, auch wenn der Fokus primär auf Italien und Spanien liegt. Große Konzerne wie Lottomatica haben oft indirekt Einfluss auf den deutschen Markt, sei es durch Tochterfirmen oder als Technologielieferanten. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt extrem streng. Wer hierzulande legal spielen möchte, muss sich an Anbieter halten, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Firmen garantieren die Einhaltung des 1.000 Euro monatlichen Einzahlungslimits und das strikte Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automatenspielen.
Ob durch die Fusion Marken nach Deutschland drängen, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass die Überwachung durch das LUGAS-System und die OASIS-Sperrdatei für alle legalen Anbieter verpflichtend bleibt. Eine erhöhte Marktmacht solcher Giganten könnte dazu führen, dass technologische Innovationen im Bereich Spielerschutz schneller Einzug halten, da die finanziellen Mittel für komplexe IT-Lösungen vorhanden sind. Spieler sollten jedoch immer kritisch prüfen, ob ein Casino eine deutsche Lizenz besitzt, um nicht bei illegalen MGA- oder Curacao-Anbietern zu landen, die keinen Rechtsschutz nach deutschem Standard bieten.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Konkurrenz für bereits etablierte deutsche GGL-Casinos wächst durch solche Mega-Merger. Ein Unternehmen mit 2 Milliarden Euro EBITDA hat enorme Marketingbudgets zur Verfügung. Dennoch schützt der deutsche Gesetzgeber lizenzierte Anbieter vor unlauterem Wettbewerb, indem er illegale Angebote konsequenter verfolgt. Für die hiesige Branche bedeutet die Lottomatica-Cirsa-Fusion vor allem eines: Der Druck zur Professionalisierung steigt. Wer im Konzert der Großen mitspielen will, muss nicht nur ein exzellentes Spieleportfolio bieten, sondern auch die strengen deutschen Vorgaben zum Jugend- und Spielerschutz perfekt umsetzen. Nur so kann man sich gegen die internationale Übermacht behaupten.
Häufige Fragen
Welche Unternehmen wollen fusionieren?
Die italienische Lottomatica und die spanische Cirsa planen einen Zusammenschluss ihrer Geschäfte. Ziel ist die Schaffung des zweitgrößten börsennotierten Glücksspielunternehmens der Welt.
Welche Rolle spielt Blackstone bei diesem Deal?
Der Finanzinvestor Blackstone ist aktuell der größte Anteilseigner von Cirsa. Nach der Fusion wird Blackstone weiterhin eine zentrale Rolle spielen und etwa 24 Prozent des Kapitals der neuen Gruppe halten.
Wie hoch ist das erwartete Ergebnis des neuen Konzerns?
Die beteiligten Unternehmen geben ein pro-forma bereinigtes EBITDA von 2 Milliarden Euro an. Dies unterstreicht die enorme wirtschaftliche Bedeutung dieses Zusammenschlusses auf dem europäischen Markt.
Wann soll die Fusion abgeschlossen sein?
Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite Quartal des nächsten Jahres 2027 geplant. Bis dahin müssen noch regulatorische Hürden und formelle Bedingungen erfüllt werden.
Wo wird das neue Unternehmen seinen Sitz haben?
Die Hauptverwaltung wird sich in Rom befinden, während in Barcelona ein weiterer wichtiger Hauptsitz bestehen bleibt. Die Börsennotierung erfolgt in Mailand und Spanien.
Gilt dieser Zusammenschluss auch für legale Casinos in Deutschland?
Indirekt ja, da solche Konzerne oft im gesamten EU-Raum agieren. Deutsche Spieler müssen jedoch weiterhin darauf achten, dass ein Anbieter eine Lizenz der GGL besitzt und die Regeln des GlüStV 2021 einhält.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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