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Technik

Krypto-Raub der Superlative: 38 Millionen Dollar in nur 25 Minuten gestohlen

1. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung: 1. August 2026
Krypto-Raub der Superlative: 38 Millionen Dollar in nur 25 Minuten gestohlenKI-GENERIERT

Ein koordinierter Angriff auf Bitcoin-Wallets führt zum Verlust von 594 BTC. Experten vermuten eine Sicherheitslücke in der Hardware von Coldcard Mk3 Modellen.

TL;DR · Das Wichtigste auf einen Blick

Unbekannte Angreifer haben innerhalb von weniger als einer halben Stunde rund 38 Millionen Dollar in Bitcoin aus fast 500 Wallets entwendet. Da vor allem inaktive Coldcard Mk3 Hardware-Wallets betroffen waren, steht ein Fehler in der Firmware-Zufallsgenerierung als Ursache im Fokus der Ermittlungen. Der Hersteller Coinkite reagierte mit einer dringenden Warnung und empfiehlt Nutzern den sofortigen Umzug ihrer Bestände auf neue Sicherheits-Seeds. Dieser Vorfall unterstreicht die massiven Risiken bei der eigenständigen Verwahrung von Krypto-Assets im Vergleich zu staatlich regulierten Finanz- und Glücksspielmärkten.

In der Welt der Kryptowährungen sorgt ein massiver Diebstahl für Entsetzen unter Anlegern und Experten gleichermaßen. Innerhalb eines extrem kurzen Zeitfensters von nur 25 Minuten gelang es Angreifern, stolze 594 BTC von hunderten verschiedenen Adressen abzuziehen. Beim aktuellen Marktwert entspricht dies einer Summe von etwa 38 Millionen Dollar. Der Vorfall ist besonders brisant, da er die vermeintlich sicherste Methode der Aufbewahrung trifft: Hardware-Wallets, die eigentlich als digitaler Tresor gelten sollten. Analysten beobachten die Transaktionen genau, während die betroffenen Nutzer vor den Scherben ihrer jahrelangen Ersparnisse stehen.

Die Geschwindigkeit und Koordination des Angriffs lassen auf ein hochprofessionelles Vorgehen schließen. Insgesamt waren fast 500 Wallets betroffen, die größtenteils als Single-Signature-Wallets konfiguriert waren. Viele dieser digitalen Konten lagen seit Jahren unberührt, einige Münzen stammten sogar aus dem Jahr 2021. Dass die Angreifer diese schlafenden Konten so präzise ansteuern konnten, deutet laut Sicherheitsforschern auf eine systematische Schwachstelle hin, die weit über individuelle Fehler der Nutzer hinausgeht.

Zahlen und Fakten

Die Details des Raubzugs lesen sich wie ein Krimi. Blockchain-Analysten konnten nachvollziehen, dass mehr als 1.300 sogenannte UTXOs (Unspent Transaction Outputs) über mehrere Bitcoin-Blöcke hinweg transferiert wurden. Die Beute wurde schließlich auf einer einzigen Zieladresse konsolidiert. Auffällig ist, dass fast ausschließlich Legacy- oder SegWit-Adressen betroffen waren, denen der Schutz durch Multisignatur-Verfahren fehlte. Trotz des enormen Volumens von 38 Millionen Dollar reagierte der Bitcoin-Kurs kaum auf die Nachricht, was für eine gewisse Reife oder Abstumpfung des breiteren Marktes spricht.

Der Hersteller der betroffenen Hardware, Coinkite, hat bereits reagiert. Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf ein historisches Problem bei der Zufallsgenerierung, der sogenannten Entropie, in bestimmten Firmware-Versionen des Coldcard Mk3 Modells. Wenn der Zufallsfaktor bei der Erstellung des privaten Schlüssels nicht hoch genug ist, werden diese Schlüssel für mathematisch versierte Angreifer vorhersehbar. In einer offiziellen Stellungnahme gab das Unternehmen klare Anweisungen für alle Besitzer älterer Geräte.

„Erzeugen Sie einen neuen Recovery-Seed mit aktualisierter Hardware oder Firmware. Verschieben Sie Ihr Guthaben auf neu erstellte Wallets und verifizieren Sie Ihre Backups, bevor Sie Vermögenswerte übertragen.“ - Offizielle Empfehlung, Coinkite

Hintergrund

Die Sicherheitslücke scheint tiefer zu liegen als zunächst angenommen. Sicherheitsforscher prüfen, ob die Firmware-Schwachstelle es ermöglichte, private Schlüssel aus der Vergangenheit zu rekonstruieren. Da Coldcard-Wallets eigentlich dafür bekannt sind, dass der private Schlüssel das Gerät niemals verlässt, wiegt der Verdacht schwer. Coinkite betonte jedoch, dass neuere Modelle nach aktuellem Kenntnisstand nicht von diesem spezifischen Problem betroffen sind. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack für alle, die auf die Unfehlbarkeit von Cold-Storage-Lösungen gesetzt haben.

Ein wichtiger Rat der Experten lautet zudem, absolut keine unaufgeforderten Hilfeangebote oder Support-Nachrichten anzunehmen. In der Folge solcher Hacks versuchen Betrüger oft, über Phishing-Mails an die verbliebenen Reste der Krypto-Bestände zu kommen. Wer betroffen ist oder eine Coldcard Mk3 nutzt, sollte ausschließlich über die offiziellen Kanäle des Herstellers kommunizieren und keine Seed-Phrasen im Internet eingeben.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler, die Krypto-Gewinne aus Online-Casinos oder Sportwetten auf Hardware-Wallets sichern, ist dieser Vorfall ein lauter Weckruf. In Deutschland unterliegt das Glücksspiel strengen Regeln durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021. Während Krypto-Casinos oft in Grauzonen agieren und die Sicherheit der Gelder dort allein in der Hand des Spielers liegt, bieten GGL-lizenzierte Anbieter einen völlig anderen Schutzrahmen. Wenn Sie bei einem legalen deutschen Anbieter spielen, sind Ihre Einlagen durch staatliche Aufsicht und Einlagensicherung geschützt.

In Deutschland ist die Einzahlung pro Monat über das LUGAS-System auf 1.000 Euro begrenzt, was zwar für Highroller einschränkend wirkt, aber gleichzeitig vor massiven Totalverlusten schützt. Wer seine Gewinne in Bitcoin umwandelt und dann auf einer unsicheren Hardware-Wallet lagert, hebelt diesen Schutzmechanismus quasi selbst aus. Der aktuelle Fall zeigt, dass selbst die physische Verwahrung in der eigenen Schublade keine hundertprozentige Sicherheit garantiert, wenn die zugrunde liegende Technik einen Softwarefehler aufweist. Es bleibt ratsam, größere Beträge auf verschiedene Sicherheitslösungen zu verteilen und nicht alles auf eine einzige Karte, oder in diesem Fall eine einzige Wallet, zu setzen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Staatlich lizenzierte Casinos in Deutschland arbeiten nicht mit Kryptowährungen wie Bitcoin direkt auf der Plattform, da die Anonymität und die Volatilität nicht mit den Anforderungen des GlüStV 2021 vereinbar sind. Für Betreiber mit GGL-Lizenz bedeutet dieser Vorfall eine Bestätigung ihrer seriösen Linie. Sie setzen auf verifizierte Zahlungsdienstleister wie PayPal, Klarna oder Kreditkarten, bei denen Transaktionen im Falle eines Betrugs oft rückabgewickelt werden können – eine Option, die es bei Bitcoin nach dem 38-Millionen-Raub schlichtweg nicht gibt.

Die GGL führt eine sogenannte Whitelist, auf der alle legalen Anbieter stehen. Wer dort spielt, muss sich keine Sorgen um Firmware-Fehler oder Hackerangriffe auf seine privaten Keys machen. Der Spielerschutz steht hier an erster Stelle, inklusive der Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Während die Krypto-Welt oft wie der Wilde Westen wirkt, bietet der deutsche regulierte Markt ein Sicherheitsnetz, das solche katastrophalen Verluste durch technische Hintertüren nahezu ausschließt.

Kurz & Knapp

  • Unbekannte stahlen 594 BTC im Wert von 38 Millionen Dollar in nur 25 Minuten.
  • Insgesamt waren fast 500 Wallets betroffen, die meist inaktive Coldcard Mk3 Geräte nutzten.
  • Forscher vermuten einen Fehler in der Zufallsgenerierung älterer Firmware-Versionen von Coinkite.
  • Betroffene Nutzer müssen dringend neue Recovery-Seeds erstellen und ihre Bestände sofort umziehen.
  • Der Bitcoin-Markt blieb trotz des massiven Diebstahls von 38 Millionen Dollar weitgehend stabil.

Häufige Fragen

Wie viel Geld wurde bei dem Krypto-Angriff gestohlen?

Insgesamt wurden etwa 594 BTC entwendet, was zum Zeitpunkt des Diebstahls einem Wert von rund 38 Millionen Dollar entsprach. Der Angriff dauerte nur etwa 25 Minuten und betraf fast 500 einzelne Wallets.

Welche Geräte sind von der Sicherheitslücke betroffen?

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Coldcard Mk3 Hardware-Wallets des Herstellers Coinkite. Es wird vermutet, dass eine fehlerhafte Firmware die Erzeugung sicherer Zufallszahlen verhinderte und so die privaten Schlüssel vorhersehbar machte.

Was sollten Besitzer einer Coldcard Mk3 jetzt tun?

Betroffene sollten dringend ihre Firmware aktualisieren oder auf neuere Hardware umsteigen. Der Hersteller empfiehlt, einen komplett neuen Recovery-Seed zu generieren und alle Bestände sofort auf eine neue, sichere Wallet-Adresse zu transferieren.

Gibt es eine Chance, die gestohlenen Bitcoin zurückzubekommen?

Da Bitcoin-Transaktionen irreversibel sind und die Gelder bereits auf einer zentralen Adresse konsolidiert wurden, ist eine Rückholung extrem unwahrscheinlich. Die Polizei und Blockchain-Analysten können lediglich versuchen, die Spur der Münzen zu verfolgen, falls diese auf Börsen eingezahlt werden.

Sind Spieler in deutschen Online-Casinos von solchen Hacks bedroht?

Nein, sofern sie bei Anbietern mit einer GGL-Lizenz spielen, da diese keine Kryptowährungen direkt nutzen und streng reguliert sind. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 sorgt durch das LUGAS-System und die Whitelist für einen hohen Sicherheitsstandard bei allen Zahlungen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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