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Casino-Blockade in New Jersey: Referendum für Meadowlands Racetrack scheitert vorerst

6. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Casino-Blockade in New Jersey: Referendum für Meadowlands Racetrack scheitert vorerstKI-GENERIERT

New Jerseys Gesetzgeber verpassten die Frist für das Referendum zur Casino-Expansion. Damit liegt Jeff Gurals 1 Milliarde Dollar schweres Meadowlands-Projekt für Jahre auf Eis.

In den USA sorgt eine verpasste Frist für politisches Beben im Bundesstaat New Jersey. Die Hoffnung vieler Glücksspiel-Enthusiasten und Investoren, noch in diesem Jahr über neue Casino-Standorte im Norden des Staates abstimmen zu dürfen, wurde im August jäh beendet. Die Gesetzgeber versäumten es, bis zum Stichtag am 3. August die notwendigen Schritte einzuleiten, um eine entsprechende Frage auf den Stimmzettel für November zu setzen. Damit bleibt das Glücksspiel-Privileg vorerst exklusiv in Atlantic City verankert, während die Konkurrenz in den benachbarten Bundesstaaten wie New York bereits in den Startlöchern steht.

Das Vorhaben am Meadowlands Racetrack in East Rutherford gilt als eines der ambitioniertesten Projekte der US-Glücksspielbranche außerhalb von Las Vegas. Jeff Gural, der Eigentümer der Rennstrecke, kämpft seit Jahren gemeinsam mit Hard Rock International für eine Erweiterung der Lizenzen. Der Plan sieht einen gewaltigen Komplex vor, der nicht nur Spieler anlocken, sondern als umfassendes Unterhaltungszentrum fungieren soll. Doch die bürokratischen Hürden in Trenton, der Hauptstadt von New Jersey, erwiesen sich in diesem Sommer als zu hoch, da sich die Abgeordneten in langwierigen Debatten über den Staatshaushalt verloren.

Zahlen und Fakten

Das geplante Projekt am Meadowlands Racetrack hat es in sich. Hard Rock International und Jeff Gural planen Investitionen von rund 1 Milliarde Dollar. Die Anlage soll 500 Spielautomaten und 200 Tischspiele beherbergen. Hinzu kommen zehn Restaurants, vier Bars und eine Showbühne für die berühmte Hard Rock Live Serie. Jim Allen, Vorsitzender von Hard Rock International, rechnet bei einer Umsetzung mit jährlichen Steuereinnahmen von bis zu 400 Millionen Dollar für den Staat. Um eine solche Verfassungsänderung überhaupt zur Abstimmung zu bringen, müssen die Gesetzgeber entweder eine Supermehrheit in beiden Kammern erreichen oder den Vorschlag zweimal mit einfacher Mehrheit in aufeinanderfolgenden Sitzungsperioden verabschieden. Da der Termin am 3. August verstrichen ist, rückt die nächste Möglichkeit in weite Ferne. Frühestens im November 2027, während der Amtszeit von Gouverneurin Mikie Sherrill, könnten die Bürger erneut befragt werden. Sollte dieser Termin ebenfalls scheitern, bliebe nur das Jahr 2028.

Hintergrund

Der Widerstand gegen die Expansion ist tief verwurzelt. Vor allem Vertreter aus Atlantic City fürchten um die Existenz ihrer neun bestehenden Casinos. Sie argumentieren, dass zusätzliche Standorte im Norden das Todesurteil für die ohnehin kriselnde Glücksspielstadt an der Küste bedeuten könnten. Dan Cassino von der Fairleigh Dickinson University weist zudem darauf hin, dass die demografische Entwicklung gegen die Befürworter arbeitet. Ältere Wähler, die bei Zwischenwahlen eine höhere Beteiligung zeigen, stehen neuen Casinos traditionell skeptisch gegenüber. Jeff Gural zeigte sich in ersten Reaktionen schockiert und enttäuscht über die Verzögerung. Er hatte gehofft, durch das Projekt jährlich 500 Millionen Dollar an die Steuerzahler zurückgeben zu können.

„Ich dachte, wenn ich eine wunderschöne Anlage baue und anbiete, den Steuerzahlern 500 Millionen Dollar pro Jahr zu geben, würden die Leute auf den Zug aufspringen. Nicht in diesem Jahr. Irgendwann wird es ein Casino im Meadowlands geben. Es muss einfach so sein.“ - Jeff Gural, Eigentümer von Meadowlands Racetrack

Ein weiterer Streitpunkt ist die Verwendung der Gelder. Während Befürworter versprechen, dass bis zu 150 Millionen Dollar jährlich in die Sanierung von Atlantic City fließen könnten, trauen viele Bürger den Versprechen der Politiker in Trenton nicht. Diese Skepsis wurde durch Kampagnen von Gruppen wie Trenton’s Bad Bet befeuert. Auch die Pferderennsport-Branche ist gespalten. Zwar erhofft man sich durch Casino-Einnahmen eine Rettung des Sports, doch die bisherigen Entwürfe sahen nur etwa 2 Prozent der Einnahmen für diesen Sektor vor, was vielen Funktionären als zu wenig erscheint.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler aus Deutschland mag die politische Debatte in New Jersey weit weg erscheinen, doch sie verdeutlicht die Bedeutung strenger Regulierung und klarer rechtlicher Rahmenbedingungen. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) das maßgebliche Regelwerk. Während in den USA oft über lokale Standorte gestritten wird, fokussiert sich das deutsche Recht auf den Schutz der Spieler im digitalen Raum. Wer in Deutschland sicher spielen möchte, sollte ausschließlich Anbieter wählen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Casinos garantieren die Einhaltung wichtiger Limits, wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Verzögerungen in den USA zeigen, dass selbst lukrative Märkte an regulatorischen Hürden scheitern können. Deutsche GGL-lizenzierte Casinos bieten im Vergleich dazu eine hohe Planungssicherheit, da die Regeln für alle Marktteilnehmer klar definiert sind. MGA- oder Curacao-Casinos bieten zwar oft höhere Limits an, agieren aber in einer rechtlichen Grauzone, die Spielern im Streitfall keinen Schutz bietet. Deutsche Anbieter müssen hingegen strenge Anforderungen an den Spielerschutz und die Suchtprävention erfüllen. Das Beispiel New Jersey lehrt uns, dass Transparenz bei der Mittelverwendung und klare gesetzliche Vorgaben essenziell sind, um das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Spieler langfristig zu gewinnen.

Häufige Fragen

Warum wurde das Referendum in New Jersey verschoben?

Die Gesetzgeber verpassten die verfassungsmäßige Frist am 3. August, da sie mit Verhandlungen über den Staatshaushalt beschäftigt waren. Ohne diesen Beschluss kann die Frage zur Casino-Erweiterung nicht auf den Wahlzettel für November gesetzt werden.

Wann können die Wähler in New Jersey frühestens abstimmen?

Die nächste Gelegenheit für eine Volksabstimmung über neue Casinos außerhalb von Atlantic City ergibt sich voraussichtlich erst im November 2027. Sollte dieser Termin nicht genutzt werden, wäre das Jahr 2028 die nächste Option während der Präsidentschaftswahlen.

Wer sind die Hauptakteure hinter dem Meadowlands Casino Projekt?

Das Projekt wird maßgeblich von Jeff Gural, dem Eigentümer des Meadowlands Racetrack, und Jim Allen, dem Vorsitzenden von Hard Rock International, vorangetrieben. Sie planen eine Investition von rund einer Milliarde Dollar in einen neuen Casino-Komplex.

Warum lehnen Abgeordnete aus Atlantic City die Pläne ab?

Die Vertreter der Küstenstadt fürchten, dass neue Casinos im Norden des Bundesstaates den bestehenden neun Casinos in Atlantic City schaden könnten. Sie sehen die Expansion als existenzielle Bedrohung für den bereits schwächelnden lokalen Markt.

Gilt diese Regelung auch für Spieler in Deutschland?

Nein, die politischen Entscheidungen in New Jersey betreffen nur den dortigen lokalen Markt. In Deutschland ist das Online-Glücksspiel bundesweit durch den GlüStV 2021 geregelt, wobei die GGL-Whitelist die einzige verlässliche Quelle für legale Anbieter ist.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:Hard Rock International

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